Abo-Wind verspricht Dialog

Eichkopf: Unternehmen informierte bei Waldspaziergang

Das Foto zeigt eine Baustelle von Abo Wind bei Grebenau.
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Die Windräder würden den Wald deutlich überragen. Diese Anlage in Grebenau ist erst 100 Meter hoch.

Das Windkraftunternehmen Abo-Wind hatte für Mittwochnachmittag zu einem Waldspaziergang auf dem Gelände des geplanten Windparks am Eichkopf eingeladen.

Seifertshausen/Niedergude – Die durchaus aufgeheizte Stimmung entspannte sich am Ende, und es gab sogar Applaus: Das Unternehmen Abo-Wind hat am Mittwoch bei einem Waldspaziergang seine Pläne für den Windpark am Eichkopf zwischen Seifertshausen und Niedergude vorgestellt – und mehrfach betont, dass vieles noch offen sei.

Bitte um Entschuldigung

Zunächst bat Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald um Entschuldigung. „Die Kommunikation ist bisher nicht super glücklich gelaufen. Das nehme ich auf mich.“ Bevor das Thema im Frühjahr ins Rotenburger Parlament kam, habe es an Transparenz gefehlt. Kritik hatte es unter anderem von Alheimer Politikern gegeben. Grunwald gelobte Besserung und warb darum, die Planungen konstruktiv zu begleiten.

Schatten und Schall

Die rund 50 Teilnehmer wollten unter anderem wissen, wie viele Geräusche und wie viel Schattenwurf durch die Windräder in den Dörfern ankommen würden. Die Abo-Wind-Vertreter Manuel Schmuck und Lars Oelker verwiesen darauf, dass es entsprechende Vorschriften gibt – und Windkraftanlagen gegebenenfalls abgeschaltet werden müssen, wenn die Sonne tief steht und Schatten auf Häuser fällt. Das werde beim Genehmigungsverfahren, das allerdings noch längst nicht begonnen hat, berücksichtigt. Auch kann zu artenschutzrechtlichen Fragen noch nichts Konkretes gesagt werden. Ornithologische Beobachtungen stehen noch aus.

Die Standorte

Die Gäste wollten außerdem wissen, wie die vorläufigen Standorte (siehe Grafik) festgelegt wurden – wo die Windräder am Ende stehen sollen, ist noch völlig offen. „Dabei haben wir uns an den Eigentümerverhältnissen orientiert. Unser Interesse ist es, möglichst viele Anlagen auf dem Gebiet des Rotenburger Stadtwaldes zu errichten, damit Rotenburg von den Pachteinnahmen profitiert“, so Oelker.

Höhe der Windräder

Eine vielfach aufgeworfene Frage lautete, ob es wirklich die 240 Meter hohen und derzeit größten am Markt verfügbaren Windräder sein müssten, mit denen Abo-Wind plant. Das liegt laut Unternehmen daran, dass man sich seit 2017 bei der Bundesnetzagentur um einen Tarif bewerben muss. Der Wettbewerb soll die Stromentstehungskosten senken. Mit älteren Anlagen und geringeren Erträgen sei man bei der Versteigerung nicht konkurrenzfähig.

Eingriff in die Natur

Oelker und Schmuck verwiesen darauf, dass Abo-Wind Erfahrung darin habe, die Eingriffe ins Landschaftsbild so gering wie möglich zu halten. Pro Windrad müssen 0,8 Hektar Wald gerodet werden, auch um den Kran aufbauen zu können. Dafür gebe es aber zum Beispiel Aufforstungen an anderen Stellen. Außerdem sind 4,5 Meter breite geschotterte Zufahrtswege zu den Baustellen nötig. Bürgermeister Grunwald betonte, dass auch die Kommunen Rotenburg und Alheim ein Interesse daran hätten, dass möglichst keine Einschränkungen für Wanderer und Radfahrer entstünden. Oelker erklärte, dass Windräder in entsprechendem Abstand zu den Wegen gebaut werden könnten, etwa wenn die Bildung von Eis an den Rotorblättern zu befürchten sei, was zur Gefahr für Waldbesucher werden kann. Ein Gast wies darauf hin, dass die Windräder den Blick vom Alheimerturm auf den Meißner beeinträchtigen würden. Dem widersprachen die Abo-Wind-Vertreter nicht.

Verfahren ab 2022

Der Niederguder Thomas Berge plädierte mit deutlichen Worten dafür, dass die Standorte der beiden Windräder, die nach derzeitigen Planungen am dichtesten an die Orte Seifertshausen und Niedergude heranreichen, noch einmal überdacht werden. Dafür zeigten sich Schmuck und Oelker grundsätzlich offen. „Wir legen Wert darauf, uns intensiv mit den Bürgern vor Ort auszutauschen“, sagte Schmuck. Erst 2021 sind artenschutzrechtliche Kartierungen geplant, das Genehmigungsverfahren für 2022. Mit einem Baubeginn sei frühestens im Winter 2023/24 zu rechnen.

Busfahrt für Bürger

Bei der letzten Wortmeldung des Spaziergangs, der aufgrund der vielen Fragen nur einen Teil der geplanten Route abdeckte, bat ein Gast Abo-Wind darum, noch vor Baubeginn eine Busfahrt zu einer anderen Baustelle des Unternehmens zu organisieren, damit man einen Eindruck davon habe, was zu erwarten sei. „Sie haben meine Zusage. Wenn es viele Interessenten gibt, stellen wir auch zwei Busse“, sagte Manuel Schmuck. Dafür gab es Applaus.

Waldspaziergang mit rund 50 Interessierten: Vorne sind die Abo-Wind-Vertreter (von links) Lars Oelker, Lena Fritsche und Manuel Schmuck zu sehen.

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