Ahle Wurscht und Duckfett

Neues Kochbuch mit historischen Rezepten aus Rotenburg

Da ist es: Das Rotenburger Kochbuch mit leckeren Rezepten präsentieren MER-Mitarbeiterin Nancy Jakob und MER-Geschäftsführer Torben Schäfer.
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Da ist es: Das Rotenburger Kochbuch mit leckeren Rezepten präsentieren MER-Mitarbeiterin Nancy Jakob und MER-Geschäftsführer Torben Schäfer.

„Wersch deftig un schmackhaft well, der kimmt hie uf sinne Kosten“, so lautet jedenfalls der Anspruch des neuen Rotenburger Kochbuchs mit Rezepten aus der Kernstadt und den Stadtteilen.

Rotenburg – Es ist ab sofort und somit rechtzeitig als Weihnachtsgeschenk in der Tourist-Info am Markt erhältlich. Herausgeber des Buches ist die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft, betreut wurde das Projekt auch von MER-Mitarbeiterin Nancy Jakob. Und die aus Gotha stammende 42-Jährige hat in der Recherchezeit viel über Rotenburg und die dazugehörigen Dörfer gelernt.

Zum Beispiel, dass die Mundart sich auch auf engstem Raum unterscheidet. Worscht oder Wurscht ist ein Beispiel dafür, Einigkeit besteht dagegen den zwingend dazugehörenden Begriff „Ahle“.

Rezept für die „weltberühmte“ Grüne Soße aus Braach

Auch unsere Leser waren aufgerufen, sich mit ihren Rezepten und Erinnerungen bei der MER zu melden. Nancy Jakob hatte viele von ihnen besucht und erzählt noch heute strahlend von den freundlichen und fröhlichen Begegnungen, bei denen ihr Rezepte angeboten, aber auch augenzwinkernd verweigert wurden.

So rückte Gerlinde Casper aus Braach zwar das Rezept für die „weltberühmte“ Grüne Soße des Dorfes raus, das für ihre Waffeln, die am Kuckucksmarkt reißenden Absatz finden, blieb jedoch in der Schublade. Über die Herausgabe von alten Rezepten stritten sich Ehepaare, andere freuten sich, die oft schlichten Sattmacher in ihrem historischen Kontext zu beschreiben. Und der hieß im vergangenen Jahrhundert oft Armut und Hunger. Kartoffeln, Speck, Kohl, alles, was satt machte und aus dem eigenen Garten, bestenfalls aus dem eigenen Stall kam, wurde zubereitet.

Häufig ist Schmand die entscheidende Zutat, zum Beispiel beim Duckfett

Für einen leckeren Geschmack war sehr häufig Schmand die entscheidende Zutat, zum Beispiel beim Duckfett. Einige Rezepte stammen auch aus dem Stadtarchiv. Im Buch finden sich aber auch aktuelle Lieblingsrezepte in süß und herzhaft. Bäckermeisterin Martina Roth hat zum Beispiel das Rezept für den Schokohappen Rotenburger Bornschiss verraten. Und ganz anders als der Buchumschlag vermuten lässt, sind hier vor allem echte Kalorienbomben versammelt – zusätzlich angereichert mit Anekdötchen oder Serviertipps.

Ein Buch zum Schmökern und Erinnern – und natürlich zum Kochen. Darauf einen „Bärenfang vom Alten Feld“.

Rotenburger Kochbuch

Hrsg. MER, 52 Seiten, 16,90 Euro. Erhältlich ist es ab sofort bei Tourist-Info Rotenburg am Marktplatz.

(Silke Schäfer-Marg)

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