Gültig ab 13. Dezember

Mit neuem NVV-Fahrplan alle 30 Minuten nach Kassel

Erstmals seit vielen Jahren halten wieder Doppelstockzüge in Rotenburg, die unter anderem die Direktverbindung nach Frankfurt über Bebra (Foto) und Bad Hersfeld bedienen.
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Erstmals seit vielen Jahren halten wieder Doppelstockzüge in Rotenburg, die unter anderem die Direktverbindung nach Frankfurt über Bebra (Foto) und Bad Hersfeld bedienen.

Deutliche Verbesserungen für die Anbindung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg nach Kassel, Fulda und Frankfurt bringt der neue Fahrplan des Nordhessischen Verkehrsverbunds.

Hersfeld-Rotenburg. Ab dem 13. Dezember ist der neue Fahrplan des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) gültig. Wichtigste Veränderung ist die Einführung des Halbstundentaktes zwischen Fulda und Kassel für die Städte Rotenburg, Bebra und Bad Hersfeld mit einem neuen Regionalexpress, was bereits im Sommer angekündigt worden war – wir berichteten.

Der RE5 verkehrt an Werktagen zwischen 8 und 23 Uhr zwischen Bad Hersfeld und Kassel Hauptbahnhof und hält auch in Melsungen und Kassel-Wilhelmshöhe. Die Fahrtzeit von Bebra nach Kassel verringert sich um sechs Minuten. Zwischen Bad Hersfeld und Kassel verändert sich die Fahrtzeit nicht, da der Expresszug in Bebra einen sieben- bis 13-minütigen Aufenthalt hat.

Gute Nachricht für Pendler

Außerdem gibt es ein neues Angebot, von dem vor allem Berufspendler profitieren: Erstmals gibt es morgens eine Direktverbindung von Rotenburg nach Frankfurt. Die erste Fahrt des RE5 endet an Werktagen nicht in Bad Hersfeld, sondern führt ohne Umstieg weiter bis Frankfurt Hbf. Der Zug hält unter anderem auch in Fulda und Hanau. Abfahrt ist in Rotenburg um 6.11 Uhr. Die Fahrtzeit bis Frankfurt verringert sich – nur bei dieser einen Fahrt – von Rotenburg aus deutlich auf nur noch eine Stunde und 57 Minuten. Bislang dauerte die morgendliche Zugfahrt 24 Minuten länger.

Auch das Busangebot wird ausgeweitet. Zum Beispiel auf der Linie 330: Sie verkehrte bislang zwischen Friedewald und Heringen, nun ist Obersuhl die neue Endhaltestelle. Die Linie 300 zwischen Bad Salzungen und Bad Hersfeld ist künftig auch an die Linie X33 (bisher Linie 390) nach Alsfeld und den neuen RE5 angeschlossen.

Steffen Müller, der Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV)

Der aus Wildeck stammende NVV-Geschäftsführer Steffen Müller sagt: „Der NVV setzt trotz der Corona-Krise auf Wachstum. Wir verfolgen weiterhin das Ziel, mit einem qualitätvollen Verkehrsangebot die regionalen Entwicklungen in Nordhessen zu unterstützen. Es hat bei uns oberste Priorität, die Mobilität der Menschen in der Region nachhaltig sicherzustellen.“

Das ändert sich ab 13. Dezember

Der neue NVV-Fahrplan bringt nicht nur Verbesserungen auf der Achse Kassel-Fulda und bis Frankfurt. Auch das Busangebot wird auf mehreren Linien ausgebaut. Eine Übersicht über die Veränderungen:

Fulda-Kassel (RE5, RE50, RB5): Werktags gibt es von 6 bis 23 Uhr durch den neuen RE5 nun einen Halbstundentakt auf der Strecke Bad Hersfeld-Kassel für die Halte in Bad Hersfeld, Bebra, Rotenburg und Melsungen. Dadurch verbessert sich auch der Anschluss an den Fernverkehr in Kassel-Wilhelmshöhe, unter anderem verkürzt sich die Wartezeit auf den ICE Richtung Hamburg erheblich. Am Wochenende und feiertags fährt der RE5 zusätzlich zum stündlich verkehrenden Cantus (RB5) alle zwei Stunden zwischen 7 und 22 Uhr.

Montags bis freitags gibt es morgens zusätzlich zu den bisher zwei RE50-Direktverbindungen von Bebra über Bad Hersfeld und Fulda nach Frankfurt eine weitere. Der RE5 endet in diesem Fall nicht in Bad Hersfeld, sondern fährt bis Frankfurt durch. Abfahrt in Bebra 6.18 Uhr, Ankunft in Frankfurt Hbf 8.08 Uhr. Das ist der Zug, der nun erstmals auch eine Direktverbindung von Rotenburg nach Frankfurt bietet (Abfahrt 6.11 Uhr). Auch in umgekehrter Richtung gibt es die Direktverbindung statt bisher zwei- nun dreimal (Abfahrt 20.15 Uhr, Ankunft in Bebra 22.14 Uhr) – dieser Zug fährt aber nicht weiter bis Rotenburg.

Alle Züge der Verbindung nach Frankfurt, die bisher in Bad Hersfeld starteten/endeten, sind nun bis Bebra verlängert.

RB6 (Bebra-Obersuhl-Gerstungen-Herleshausen-Eisenach): Das Angebot auf dieser Strecke bleibt unverändert. Montags bis freitags fährt die letzte Regionalbahn um 21.16 Uhr in Eisenach Richtung Bebra ab und in umgekehrter Richtung um 21.04 Uhr. Der NVV bemühe sich mit dem Land Thüringen um eine Ausweitung, die auch eine finanzielle Beteiligung durch das Bundesland bedeute – bisher jede ohne Erfolg, so NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Fulda-Bad Hersfeld-Bebra-Göttingen (RB87, bisher RB7): Die bisherige RB7 wird in RB87 umbenannt. In Eschwege-Niederhone wird aus fahrplantechnischen Gründen nur noch einmal je Fahrt gehalten.

Die Linien 250 (Herleshausen-Sontra-Cornberg-Bebra), 310 (Wildeck-Ronshausen-Iba-Bebra), 311 (Bebra-Blankenheim-Rotenburg), 314 (Stadtverkehr Bebra-Bahnhof-Industriegebiet) und 315 (Nentershausen-Solz-Bebra) fahren montags bis freitags nun morgens vor 7 Uhr in Richtung Bebra einige Minuten später. Das ist eine Anpassung an die geänderten Abfahrtszeiten der RB5 in Bebra, die künftig statt 7.27 erst um 7.33 Richtung Kassel fährt.

Linie X33 (ehemals Linie 390, Alsfeld-Breitenbach/H.-Niederaula-Bad Hersfeld): Die gemeinsame Linie von RMV und NVV wird umbenannt. Die Fahrtzeit nach Alsfeld verkürzt sich auf 60 Minuten, weil einige Haltestellen wegen geringer Nutzung wegfallen. Montag bis Freitag werden dank Stundentakt doppelt so viele Fahrten angeboten wie bisher. Am Wochenende und an Feiertagen fahren die Busse weiterhin alle zwei Stunden. Abends erfolgen die letzten Fahrten an allen Wochentagen später, zum Beispiel samstags ab Bad Hersfeld um 23.22 Uhr. In Alsfeld hat man Anschluss an die RB45 nach Gießen, in Bad Hersfeld an den RE5 und die Bäderlinie 300.

Bäderlinie 300 (Bad Hersfeld-Friedewald-Philippsthal-Bad Salzungen): Im Ortsteil Merkers wurde die Bushaltestelle Klubhaus in Besucherbergwerk umbenannt. Fußweg zum Bergwerk: rund 400 Meter.

Die Linien 301 (Dankerode-Lispenhausen-Rotenburg), 303 (Bahnhof-HKZ), 304 (Obergude-Heinebach-Rotenburg), 305 (Heinebach-Baumbach-Rotenburg) und 308 (Hainrode-Baumbach-Rotenburg) fahren morgens vor 7 Uhr etwas früher in Richtung Rotenburg. Grund ist auch hier eine Anpassung an die neuen Abfahrtszeiten des RB5.

Linie 330 (Obersuhl-Heringen-Friedewald-Bad Hersfeld): Der Stundentakt gilt nun auch auf der Strecke über Leimbach, Dankmarshausen und Obersuhl. Am Wochenende und an Feiertagen fährt die Linie nun verlängert über Dankmarshausen bis Obersuhl. Die Spätverbindung um 22.27 Uhr ab Bad Hersfeld wird nun auch an Sonn- und Feiertagen angeboten. Werktags gibt es eine neue Frühverbindung um 5.07 Uhr von Bad Hersfeld nach Obersuhl über Friedewald (inklusive Gewerbegebiet) und Heringen. Montag bis Freitag wird eine neue Spätverbindung um 20.37 Uhr ab Obersuhl nach Bad Hersfeld eingeführt, über Heringen und Friedewald.

Linie 331 (Obersuhl-Kleinensee-Heringen): Montag bis Freitag werden auch außerhalb der Schulzeit sowie an Sonn- und Feiertagen regelmäßige Verbindungen angeboten. Damit besteht ein verbessertes Angebot an Busverbindungen nach Kleinensee und Raßdorf. Zusätzlich gibt es Fahrten zum Bahnhof in Obersuhl.

Linie 335 (Philippsthal-Heringen): In Röhrigshof bietet diese Linie an der Haltestelle Werk Hattorf Anschlüsse an die Bäderlinie 300. Aus Richtung Heringen kommend besteht Montag bis Freitag alle zwei Stunden eine Umstiegsmöglichkeit zur Linie 300 nach Bad Salzungen.

Linie 339 (Friedewald-Bad Hersfeld): Auf dieser AnrufSammel-Taxi-Linie besteht zwischen Bad Hersfeld und den Ortsteilen der Gemeinde Friedewald nun täglich ein ausgeweitetes Fahrtenangebot.

Linie 340 (Philippsthal-Hohenroda-Schenklengsfeld-Bad Hersfeld): Montag bis Freitag wird zwischen Bad Hersfeld, Schenklengsfeld und Ransbach nun ein Stundentakt angeboten. Ab Ransbach fahren die Busse alle zwei Stunden abwechselnd weiter nach Oberbreitzbach und Mansbach oder nach Ausbach. Die Spätverbindung um 22.27 Uhr ab Bad Hersfeld besteht nun auch an Sonn- und Feiertagen. Zur Schulzeit gibt es eine neue Verbindung um 6.50 Uhr ab Philippsthal nach Schenklengsfeld. Diese Fahrt sowie die beiden Rückfahrten ab Schenklengsfeld um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr werden zusätzlich über Unterneurode und Gethsemane geführt.

Linie 341 (Hohenroda-Friedewald-Schenklengsfeld): Montag bis Freitag gibt es nun Verbindungen zur Grundschule in Friedewald. Damit verbessert sich an Schultagen das Busangebot in die Ortsteile der Gemeinde Friedewald.

Linie 345 (Schenklengsfeld-Bad Hersfeld): Wegen geringer Nutzung gibt es die Linie nur noch zu Schulzeiten. Dafür gibt es nun neue Verbindungen nach Bad Hersfeld mit der Anruf-Sammel-Taxi-Linie 349.

Linie 349 (Hohenroda-Schenklengsfeld-Bad Hersfeld): Zwischen Bad Hersfeld und den Ortsteilen der Gemeinde Schenklengsfeld besteht täglich ein ausgeweitetes Fahrtenangebot.

Linie 380 (Bad Hersfeld-Niederaula-Kirchheim): Die Fahrt aus Bad Hersfeld nach Kirchheim beginnt 5 bis 15 Minuten später. Alle Busse fahren nun auch über Beiershausen. Die letzte Verbindung Montag bis Freitag um 19.18 Uhr ab Kirchheim endet nun in Niederaula, dort besteht Anschluss an die Linie X33

Linie 391 (Niederaula-Breitenbach/H.): An Schultagen wird morgens eine neue Verbindung aus den Ortsteilen der Gemeinde Breitenbach am Herzberg nach Niederaula angeboten, wo nach der Ankunft um 6.40 Uhr Anschluss an die Linie 380 besteht. An Schultagen gibt es neue Rückfahrten ab Niederaula nach Breitenbach um 14.03 Uhr und um 16.03 Uhr. (Christopher Ziermann)

RE5 fährt an Heinebach vorbei

Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke bedauert es, dass der RE5 nicht in Heinebach hält und es somit dort beim Stundentakt bleibt. Er und andere Akteure in der Gemeinde hatten bereits im Sommer darauf gedrängt, dass der Expresszug auch in Heinebach hält.

Im Juli waren NVV-Geschäftsführer Steffen Müller und Dr. Stefan Klein (Bereichsleiter Verkehrsangebot Bahn) zu Gesprächen in Alheim. „Wir haben deutlich gemacht, dass der Expresszug ein sehr gutes Zeichen ist, aber in dieser Form noch nicht ausreicht“, sagt Lüdtke. Er betont, dass es ihm dabei nicht nur um Heinebach und die Gemeinde Alheim gehe, sondern um die gesamte „Pro Region Mittleres Fuldatal“ (Bebra, Rotenburg, Alheim, Morschen, Ludwigsau) und die Zubra-Kommunen – also den gesamten Wirtschaftsraum bis nach Wildeck. „Wir sind eine aufstrebende Region und müssen es schaffen, für Menschen attraktiv zu sein, die zum Beispiel in Kassel arbeiten. Dafür wäre ein Halbstundentakt für alle Halte des Cantus zwischen Fulda und Melsungen wünschenswert.“

Bei den Gesprächen mit den NVV sei ihm gesagt worden, dass man nun erst mal sehen müsse, wie das Angebot des RE5 angenommen werde. Es sei möglich, dass die Vorschläge in Zukunft noch berücksichtigt würden.

Auch in der Gemeindepolitik in Morschen ist der Halbstundentakt, der dort ebenso wenig wie in Heinebach gilt, Thema. Die FDP bringt dazu einen Antrag in der nächsten Sitzung ein.

Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV, sagt auf Nachfrage, dass beim neuen RE5 auch die verkürzte Fahrtzeit für die Mittelzentren Bebra, Rotenburg und Melsungen entscheidend seien. Ein zusätzlicher Halt würde nicht nur eine Minute kosten, sondern drei bis sieben. „Die Strecke zwischen Fulda und Kassel ist sehr stark befahren, auch vom Güterverkehr. Da gibt es viele Dinge zu berücksichtigen.“ (czi)

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