Abrissantrag muss folgen

Ehemaliges Kreisaltenzentrum Rotenburg verkauft: Nur Beurkundung fehlt noch

Schandfleck: Seit 2007 steht das ehemalige Kreisaltenzentrum in Rotenburg leer und verfällt.
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Schandfleck: Seit 2007 steht das ehemalige Kreisaltenzentrum in Rotenburg leer und verfällt.

Über die Höhe des Kaufpreises macht der Landkreis keine Angaben.

Rotenburg – Notariell beurkundet ist der Vertrag noch nicht, doch haben sich eine Investorin aus Bebra und der Landkreis offenbar über den Kauf/Verkauf des ehemaligen Kreisaltenzentrums am Emanuelsberg in Rotenburg schriftlich festgelegt. Vereinbart wurde zum Beispiel, dass die Käuferin das heruntergekommene Gebäude binnen zwölf Monaten ab Erteilung der Abrissgenehmigung tatsächlich abreißen muss. Das geht aus einer Antwort hervor, die der Landrat schriftlich gegenüber der AfD-Fraktion im Kreistag gegeben hatte.

Ein vollständiger Abrissantrag wiederum muss demnach binnen dreier Monate nach Beurkundung des Kaufvertrags bei der zuständigen Behörde gestellt sein, sonst werde eine Vertragsstrafe fällig. Insgesamt sind laut Schreiben des Landrats mehrere Vertragsstrafen für verschiedene Fristen festgelegt worden.

Für Eintragungen und Löschungen im Grundbuch hat der Kreis 1120 Euro ausgegeben. Über die Höhe des Kaufpreises machte Kreissprecher Pelle Faust gegenüber unserer Zeitung keine Angaben.

Die drängendste Frage für alle Rotenburger ist die nach der Zukunft des 16 Hektar großen Geländes oberhalb der Stadt. Dazu gibt es jedoch noch keine Aussagen. Die Investorin hatte gegenüber unserer Zeitung um Geduld gebeten, bis der Vertrag notariell beurkundet sei. Erst dann werde sie sich äußern. Ein Termin beim Notar, der für die sechste Kalenderwoche geplant war, wurde aus Krankheitsgründen verschoben.

Seit zwei Jahren gibt es bereits einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan bei der Stadt Rotenburg. Dadurch könnte sich das aufwendige Verfahren abkürzen lassen, hieß es zuletzt bei der Stadt. Die Zuwegung zum benachbarten Schwesternwohnheim und zum Kreiskrankenhaus sollte erhalten bleiben, heißt es.

Das ehemalige Kreisaltenzentrum steht seit 2007 leer. Die Bewohner waren damals in eine neue Einrichtung in der Stadtmitte umgezogen. Die Immobilie auf dem Emanuelsberg, damals Kratzberg, verfällt seitdem. 2014 hatte die Bebraer Horo-Gruppe die Immobilie für einen symbolischen Preis von drei Euro erworben, um sie zu entwickeln und neu zu bebauen. Allerdings hielt die Gruppe die Vertragsbedingungen nicht ein. So klagte der Kreis auf Rückübertragung.

Von Silke Schäfer-marg

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