Alter Traktor wird restauriert: Tüfteln am Mühlen-Taxi

Zwei Hobby-Bastler am Werk: Florian (links) und Simon Heusner bereiten einen Massey Ferguson, Baujahr 1966, in Eigenleistung auf. Der Grund: viele gemeinsame Erlebnisse mit dem Traktor. Foto: Künemund

Erkshausen. Florian und Simon Heusner aus Erkshausen restaurieren einen 50 Jahre alten Traktor.

„Wenn dieser Traktor, genannt Mühlen-Taxi, alle seine Geschichten von den Fahrten zwischen Bauernhof und Mühle aufschreiben würde, käme ein dickes Buch heraus“ - das sagt der 22 Jahre alte Florian Heusner aus Erkshausen über seinen Massey Ferguson, Baujahr 1966, den er mit Bruder Simon (17) in mühsamer Kleinarbeit restauriert.

Warum? „Das ist eigentlich ganz einfach, ich habe in meiner Jugendzeit immer auf einem Bauernhof im Dorf gearbeitet. Senior-Chef Karl-Adolf Hildebrandt fuhr den Traktor, bis der Motor kaputt ging“, so Florian Heusner. Und mit dem mittlerweile verstorbenen Senior-Chef und dessen Traktor habe er so einiges erlebt oder vom Landwirt erzählt bekommen. „Das Fahrzeug hat sich bei seinen Fahrten während eines Unfalls dreimal überschlagen, es stand in Flammen und wurde von einem Bullen die Böschung runtergeschubst“, sagt Heusner.

Fast 50 Jahre lang hätten zunächst Karl-Adolf Hildebrandts Vater und schließlich er selbst den Massey Ferguson gefahren. „Anfang 2013 wollte er ihn abgeben. Aber der Trecker gehört einfach nach Erkshausen und nicht irgendwo anders hin“, berichtet der 22-Jährige. Nach der Frage, ob er ihn kaufen könne, hätte Hildebrandt ihm das Mühlen-Taxi geschenkt.

„Seitdem basteln mein Bruder und ich daran“, sagt Florian Heusner. Viele Stunden, vor allem am Wochenende, hat der Auszubildende zum Werkzeugmechaniker mit seinem Bruder, der eine Lehre zum Konstruktionsmechaniker absolviert, in die Reparaturarbeiten gesteckt.

„Handwerkliches Geschick ist genauso wichtig wie Geduld“, sagen die beiden. Bei mancher Arbeit seien sie kurz davor gewesen, alles hinzuschmeißen. „Aber dann haben wir die Sache ruhen lassen und immer alles irgendwann hinbekommen“, erklärt Florian Heusner.

Die Fertigkeiten haben sich die Brüder im Internet angelesen, die Ersatzteile von einer Firma in Bischhausen bezogen. „Da ist auch einiges an Geld reingeflossen, aber das ist es uns wert, es macht großen Spaß. Unsere Kumpels fragen immer interessiert nach und gucken, wie weit wir sind“, sagt Simon Heusner.

Getriebe, Tank, Kühler, Lichtmaschine, Luftfilter und viele andere Dinge haben die beiden Jungs schon ausgetauscht. Nun fehlt vor allem noch die Elektrik. „Anschmeißen werden wir ihn im Winter erstmals. Geplant ist, ab dem Frühsommer 2016 auf der Straße fahren zu können“, sagt Florian Heusner. Wohin? „Zu Oldtimer-Treffen vielleicht oder einfach mal durchs Dorf zum Genießen“, blickt der Hobby-Bastler voraus.

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