Nähen statt fernsehen

Anke Hanstein organisiert Rotenburger Kunsthandwerkermarkt

An der Nähmaschine ist Anke Hanstein in ihrem Element: Hier entstehen ihre wunderschönen Patchwork-Arbeiten. Foto: Hefter

Rotenburg. Wenn am Samstag, 14. Februar, die ersten Besucher beim Rotenburger Kunsthandwerkermarkt eintreffen, hat Anke Hanstein schon ein gehöriges Arbeitspensum hinter sich.

Die Lispenhäuserin ist seit fünf Jahren Organisatorin des Marktes, bei ihr laufen alle Fäden zusammen. „Ich habe zuverlässige Helfer. Sonst wäre das nicht zu schaffen“, berichtete die 48-Jährige.

Die Vorbereitungen, so berichtet Anke Hanstein, ziehen sich über das ganze Jahr. Bei ihr gehen die Anmeldungen der Kunsthandwerker ein, sie verteilt die Tische, sammelt die Standgelder ein. Weil der Platz maximal für 30 bis 35 Anbieter reicht, können nicht alle Interessenten berücksichtigt werden. Es gibt eine Warteliste. „Wir achten darauf, dass das Angebot möglichst breit gefächert ist und auch neue Kunsthandwerker hinzukommen“, erläutert Hanstein.

Geworben wird über die Kreisgrenzen hinaus, Besucher kommen zum Beispiel auch aus Kassel. Um den Kontakt zwischen den Ausstellern zu fördern, geht man am Samstagabend gemeinsam essen.

Zusätzliche Arbeit bekommt sie durch ihren Einsatz bei „WuWis“. Der Verein, dem Hanstein als Kassiererin angehört, bietet während des Marktes Verpflegung an, um Spenden für afrikanische Waisen zu sammeln. Pro Markt werden 80 Bleche Kuchen verkauft, die Freiwillige spenden.

Seit Ende der 80er-Jahre 

Den Kunsthandwerkermarkt gibt es in Rotenburg seit Ende der 1980-er Jahre, initiiert von einem Frauenteam um Barbara Eimer. Der Markt fand viele Jahre in der Höberück-Schule statt. Anke Hanstein war als Ausstellerin dabei. Als die ehemalige Schule abgerissen wurde, stand die Veranstaltung vor dem Aus. Bestärkt von anderen Kunsthandwerkern ergriff Anke Hanstein die Initiative und übernahm 2010 die Organisation. Mit der Fertigstellung des Bürgersaals löste sich das Raumproblem.

Patchwork hat Anke Hanstein vor über 20 Jahren für sich entdeckt, als sie an einem Kurs der Volkshochschule teilnahm. „Seither bin ich infiziert“, sagt sie. Bald gab sie selbst Kurse, und seit mehreren Jahren betreibt sie ihrem Haus einen kleinen Laden für Patchwork-Stoffe und Zubehör. Mehrmals im Jahr ist sie auf Märkten und Messen dabei. Entwürfe von ihr werden in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Um ihr Arbeitspensum zu schaffen, hat sie Prioritäten gesetzt: „Zuerst kommen meine Kinder und meine Arbeit bei der Sparkasse“, betont Hanstein. Abends einfach nur fernsehen, ist nicht ihr Ding. „Dann setze ich mich lieber an meine Nähmaschine“.

Von Susanne Hefter 

Termin: Der nächste Rotenburger Kunsthandwerkermarkt findet am kommenden Wochenende, 14. und 15. Februar, im Bürgersaal am Bahnhof statt. Er ist am Samstag und am Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Über 30 Kunsthandwerker werden ihre selbst gemachten Produkte anbieten. Für Verpflegung sorgt der Verein WuWis.

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