Tollwut und Räude schließt der Fachmann aus

Betrunkene Tiere: Anwohner in Lispenhausen sehen torkelnde Füchse

Lispenhausen. Die Füchse sind los, und zwar in Lispenhausen. Ganz bei Sinnen scheinen die Tiere allerdings nicht zu sein. Augenzeugen berichten, dass die Füchse zeitweise torkelnd, wie betrunken, durch die Gärten streifen.

Eins vorweg: „Beschwipst“ scheinen die Füchse durch das gegorene Fallobst aus den Gärten zu sein. Das vermutet zumindest Dr. Dietrich Karpa, Jagdpächter für Lispenhausen. Er ist seit einer Woche an den Füchsen dran. Zuerst war es nur ein Anruf eines Anwohners, der einen Fuchs gesichtet hatte. Mittlerweile sind es unzählige Anrufe geworden und die Rede ist von mehreren Füchsen.

Vor genau einer Woche bekam Karpa den ersten Anruf dazu. Eine aufgeregte Lispenhäuserin hatte einen Fuchs in ihrem Garten sitzen, am hellichten Tag. Der Garten befand sich direkt in der Ortsmitte. Für Füchse sei es eher ungewöhnlich, sich tagsüber in Menschennähe aufzuhalten, meint Karpa. Aber es komme durchaus immer mal wieder vor.

Hatte keine Angst: Der Fuchs machte es sich in einem Lispenhäuser Garten bequem.

In Augenschein genommen, konnte Karpa auf den ersten Blick an dem Tier nichts Ungewöhnliches erkennen. „Der Fuchs sah unauffällig aus“, erklärt der Jagdpächter. Ihn aber vollends für gesund und ungefährlich zu erklären, dass könne Karpa natürlich nicht. Dafür habe er den Fuchs nur kurz sehen können. Außerdem seien noch weitere Jungtiere gesichtet worden. Wie es um die stünde, weiß er nicht. Aber Tollwut und Räude schließe der Fachmann eigentlich aus.

Deutschland gelte seit Jahren als tollwutfrei. Das bestätigt auch Dr. Thomas Berge vom Kreis-Veterinäramt. Und auch die andere hochansteckende Krankheit Räude habe Karpa nicht ausmachen können. Bei Räude sei das Fell des Tieres meist zerrupft, mit kahlen Stellen. Doch die Tiere, die bisher mehrfach in Lispenhausen gesichtet wurden, sollen gesundes, glänzendes Fell haben und gut im Futter stehen.

Was der Jagdpächter jedoch als problematisch ansieht, ist der Fuchsbandwurm. Daher bittet er alle Lispenhäuser dringend, auf Sauberkeit zu achten. Alles, was sich im Garten befindet und vom Menschen genutzt wird, vor allem Fallobst, sollte gründlich gereinigt werden. Damit hätten die Füchse nämlich Kontakt haben können.

Die Tiere einfach erlegen, darf Karpa nicht. Jäger haben innerorts keine Schießerlaubnis. Die einzige, die aktiv werden darf, ist die Polizei. Doch als ein Fuchs vor einer Garage im Ortskern gemeldet wurde, war das Tier schon über alle Berge als der Streifenwagen eintraf. Die Empfehlung des Jagdpächters: Ruhe bewahren.

Den Mut, sich in den Ortskern vorzuwagen, führt Dr. Karpa darauf zurück, dass gerade Paarungszeit ist und sich die Füchse auf „Freiers Füßen“ befinden. Innerorts finden sie reichlich Futter, sei es Obst, Reste im Komposthaufen oder Katzen- und Hundefutter, das draußen verfüttert wird. Wer jedoch einen Fuchs bei sich im Garten entdeckt, der kein Fluchtverhalten zeigt sowie Schaum vorm Maul und kahle Fellstellen hat, der sollte die Polizei zu Rate ziehen. Denn dann sei das Tier ernsthaft erkrankt.

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