Erfolgsmodell für Schülerbildung endet

Aus für "Praxis und Schule" im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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Die letzte PuSch-Klasse im Kreis: Die Schüler mit Lehrerinnen und vorn mit Bootchen Sozialarbeiterin Iris Schulte mit Schüler Justin. Im Hintergrund zwischen  Hauptschulzweigleiterin Heike Schiller und Laila Winter.

Hersfeld-Rotenburg. Das Programm galt als letzte Chance für Jugendliche im Landkreis, die sich der Schule längst verweigert hatten.

Über Praxis und Schule, kurz PuSch, haben Jugendliche den Hauptschulabschluss geschafft und sich Ausbildungsplätze erkämpft, die selbst nicht mehr an einen Erfolg geglaubt hatten. Jetzt beendet auch die Jakob-Grimm-Schule (JGS) ihr Engagement für PuSch.

Das Prinzip: Die Jugendlichen erhalten 21 Unterrichtsstunden in der Woche an drei Tagen und leisten an zwei Tagen in Betrieben Praktika ab. Neben dem Unterricht in einer Klasse von 13 Schülern erhalten sie eine umfassende sozialpädagogische Betreuung. Die Schüler absolvieren die Klassen 8 und 9 und müssen ihre Abschlussarbeiten mit den anderen Hauptschülern der Schule schreiben.

Betreuung halbiert

Weil sich die Rahmenbedingungen massiv verändert haben, muss die JGS jetzt aufgeben, bedauert Hauptschulzweigleiterin Heike Schiller. Vor zwei Jahren war das erfolgreiche Vorgängermodell Schule und Betrieb (SchuB) nicht nur in PuSch umbenannt, sondern auch verschlechtert worden. Wesentlicher Einschnitt: Die sozialpädagogische Betreuung wurde von 20 auf zehn Stunden wöchentlich halbiert.

Außerdem waren die Zugangsbedingungen verschärft worden. Hinzu kam, dass andere Schulen in Zeiten schrumpfender Schülerzahlen ihre Hauptschüler nicht mehr an die PuSch-Klassen abgeben mochten, wie das Betreuerteam in Rotenburg, Lehrer Mario Flegel und Sozialpädagogin Iris Schulte, feststellen musste.

Während man in Bad Hersfeld an der Gesamtschule Obersberg diesen Wechsel schon nicht mehr mitmachte, hatte die JGS noch einmal um einen neuen Jahrgang gekämpft. Der Preis: Die Schule selbst zahlte zehn zusätzliche Stunden sozialpädagogischer Betreuung. Schüler aus dem gesamten Kreis konnten davon profitieren. 

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