Lesung am 25. August im Wasserkraftwerk Haag

Tom Werner erklärt in "Ich müsste mal aufräumen" die Männerwelt - Lesung in Rotenburg

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Tom Werner liest aus seinem Buch "Ich müsste mal aufräumen". 

Rotenburg. Wenn Männer und Frauen zusammen in den Supermarkt gehen, kann das nur schiefgehen – findet jedenfalls Tom Werner. Der 55-Jährige schreibt in seinem Buch „Ich müsste mal aufräumen“ über die Eigenarten von Männern.

Am 25. August kommt der Erfurter um 19.30 Uhr zu einer Lesung in das Wasserkraftwerk Haag in Rotenburg. Der Vorverkauf läuft.

Herr Werner, Sie erklären in Ihrem Buch der Frauenwelt, wie Männer so ticken.

Tom Werner: Genau, da gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das fängt schon beim Stuhlgang an. Den zelebrieren viele Männer mit einer Zeitschrift. Nichts wo man viel lesen muss, eher Auto- oder Sportmagazine. Und 56 Prozent begutachten danach in der Kloschüssel ihren Erfolg. Aber nicht falsch verstehen: Meine Lesung wird alles andere als eine Scheißveranstaltung.

Welche männertypischen Probleme sprechen Sie an?

Werner: Natürlich die allseits bekannte Männergrippe. Wenn meine Frau krank ist, kann sie trotzdem arbeiten. Ich konzentriere mich dann aufs Kranksein. Wir Männer können eben nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen. Und wenn man jenseits der 40 ist, kommen diese schrecklichen Besuche beim Urologen... Ich erkläre den Frauen, was da so abläuft.

Ihre Lesung richtet sich also ausschließlich an Frauen?

Werner: Nein, auf keinen Fall. Es geht viel um die Dynamiken in einer Partnerschaft, das erinnert die meisten Zuhörer und Leser stark an den eigenen Alltag. Es kommen auch immer mehr Männer freiwillig zu mir. Aber: Die sollten unbedingt über sich selbst lachen können. Und ich übernehme keine Verantwortung, wenn es danach zu Hause Streit gibt mit der Frau.

Das Zusammenspiel von Mann und Frau... sind Sie eine Art zweiter Mario Barth?

Werner: Nein. Wir haben gemeinsam, dass wir viel auf der Bühne unterwegs sind. Für das Stuhlgang-Beispiel habe ich natürlich einen Toilettenstuhl dabei. Aber insgesamt gehe ich das Ganze vielleicht etwas niveauvoller an. Ich kündige meine Pointen auch nicht vorher an.

Sie widmen sich auch dem Gebaren von Teenagern – „Pubeltiere“ nennen Sie die. Haben Sie das von Jan Weilers „Pubertier“ abgekupfert?

Werner: Nein, das Wort habe ich schon vor 30 Jahren in meiner Zeit als Pädagoge verwendet. Und mir ist das L in Pubeltier wichtig, das steht für Liebe. Denn trotz aller Eskapaden lieben wir unsere Kinder ja auch in dieser Lebensphase. Ich bringe den Leuten bei, wie sie die Pubeltiere mit ihren eigenen Waffen schlagen können.

Erzählen Sie.

Werner: Ich habe meinen Sohn mal zum Einkaufen geschickt, als ich krank war. Das Nötigste: Brot, Milch, Eier – das sollte er mitbringen. Er kam zurück mit Haargel und Deo, natürlich nur für sich selbst. Als er dann sein Abendessen verlangt hat („Bei Mama klappt das viel besser!“), habe ich ihm Brotscheiben mit Haargel serviert.

Sie haben mit über 50 Jahren Ihr erstes Buch geschrieben und bei der Leipziger Buchmesse sogar den Lesepreis als bester Nachwuchskünstler bekommen.

Werner: Wenn man als Mann mit 50 Jahren noch mal was Neues ausprobieren möchte, hat man drei Möglichkeiten. Erstens: Man sucht sich eine 30-jährige Frau, das kann dann schnell peinlich werden. Zweitens: Man kauft sich ein Motorrad und fällt damit auf die Nase. Oder drittens: Man schreibt ein Buch.

Wie kam es dazu?

Werner: Ich habe mich viel geärgert, als meine Kinder in der Pubertät waren. Aber anstatt sie anzuschreien, habe ich die Situationen aufgeschrieben. So habe ich das auch bei meiner Frau gemacht. Die Geschichten hatte ich auf drei verschiedenen Laptops, und als ich die mal aufräumen musste, habe ich mich daran gemacht, ein Buch zu schreiben. Daher auch der Titel des Buches.

Vorverkauf: Buchgalerie Berge, Tel. 0 66 23/91 91 61, Kosten: 8,50 Euro, gleicher Preis an der Abendkasse

Zur Person

Tom Werner ist in Göttingen aufgewachsen. Dort studierte der heute 55-Jährige Sozialpädagogik und arbeitete danach als Pädagoge. Nach der Wiedervereinigung zog er 1990 nach Erfurt und leitete in der Automobilbranche Schulungen für Verkäufer. „Ich müsste mal aufräumen“ ist sein erstes Buch, veröffentlicht wurde es 2015. Seit 2016 tourt Werner mit Lesungen durch ganz Deutschland. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

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