Neuer Termin 2024

Bahnsteig-Ausbau erneut verschoben: Fahrgäste in Lispenhausen müssen weiter warten

Hier hat sich nichts getan: Das Foto ist fünf Jahre alt, die Hängepartie um den Bahnsteig in Lispenhausen geht erneut in die Verlängerung. Ortsvorsteher Peter Müller (Mitte) hilft Eric Hofmann und Tochter Mia im Buggy beim Einsteigen.
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Hier hat sich nichts getan: Das Foto ist fünf Jahre alt, die Hängepartie um den Bahnsteig in Lispenhausen geht erneut in die Verlängerung. Ortsvorsteher Peter Müller (Mitte) hilft Eric Hofmann und Tochter Mia im Buggy beim Einsteigen.

Zu früh gefreut: Der Ausbau des Bahnsteigs in Lispenhausen, der eigentlich im nächsten Jahr beginnen sollte, wird erneut verschoben. Auf 2024, wie Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald eher beiläufig erfahren hat.

Lispenhausen - Der neue Termin geht aus einem Schreiben hervor, das der Nordhessische Verkehrsverbund von der Bahn-Gesellschaft DB Station und Service bereits im April erhalten hatte. Darin wurde angekündigt, dass auch die Stadt eine Kopie des Schreibens erhalten sollte. „Das ist aber nicht geschehen“, sagte ein erboster Grunwald am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss.

Eigentlich hatte sich Grunwald für den Einsatz des NVV für eine barrierefreie Unterführung im Bahnhof Rotenburg bedanken wollen. Immerhin steht das Projekt jetzt in einer im November geschlossenen Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Hessen, der Bahn und den Verkehrsverbünden NVV und RMV. Demnach wäre Planungsbeginn für den Umbau in Rotenburg und dem Einbau von zwei Fahrstühlen 2025. Im Mailverkehr mit dem zuständigen NVV-Mitarbeiter wurde Grunwald bekannt, dass es mit dem Bau in Lispenhausen erneut kurzfristig nichts wird.

Wie sehr man sich auf solche Vereinbarungen verlassen kann, wissen die Lispenhäuser schon lange und jetzt wieder aktuell: 2006 war der Bahnsteig in Richtung Fulda erneuert und barrierefrei gestaltet worden. 2008 sollte Gleiches in Richtung Kassel geschehen. Das ist bis heute nicht passiert. Mal lag es an der Technik, mal am Güterverkehr, mal an der Lage dieser Verkehrsstation, wie der Bahnsteig offiziell heißt. Wenn man von dort in die Cantus-Bahn einsteigen will, muss man einen sehr großen Schritt machen und fast einen halben Meter überwinden. Um den Cantus zu verlassen, muss man springen – unzumutbar für ältere Fahrgäste und Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren.

Der Ortsbeirat kämpft seit Jahren, auch von den Stadtverordneten gab es Resolutionen. Vor zwei Jahren wurde das Projekt dann eingetütet. Die Stadt hat inzwischen eine benachbarte Fläche gekauft, um dort 2022 einen Park- und Ride-Parkplatz zu errichten. In Lispenhausen steigen viele Pendler, auch aus dem Haselgrund, in die Cantus-Bahn.

Lispenhausens Ortsvorsteher Peter Müller ist zutiefst enttäuscht: „Ich bin sprachlos. Schon wieder ein Aufschub. Wir wirken ja langsam lächerlich mit unseren Sitzungen, Entwürfen und Appellen. Aber wir werden wohl nochmal an die Bahn schreiben müssen.“

Von der Bahn gab es bis Redaktionsschluss keine Auskunft. Im Schreiben an den NVV heißt es, der Terminplan sei sehr ambitioniert gewesen und könne leider nicht eingehalten werden. Dabei hätten mehrere Faktoren eine Rolle gespielt, nicht nur Corona und das zweijährige Planfeststellungsverfahren.

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Von Silke Schäfer-Marg

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