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Baustelle Haselgrund: Rotenburgs Bürgermeister kritisiert illegale Autofahrten

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Von: Christopher Ziermann

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Wo der Radweg so eng ist, dass nicht einmal ein Fahrrad und ein Kleinbus aneinander vorbeikommen, steht derzeit auf Höhe der Mühle zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel eine Bedarfsampel. Das nutzen auch Autofahrer für illegale Fahrten.
Wo der Radweg so eng ist, dass nicht einmal ein Fahrrad und ein Kleinbus aneinander vorbeikommen, steht derzeit auf Höhe der Mühle zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel eine Bedarfsampel. Das nutzen auch Autofahrer für illegale Fahrten. © Christopher Ziermann

Der Radweg zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel wird derzeit von vielen Haselgrundern für Autofahrten genutzt. Das kritisiert Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald.

Lispenhausen/Schwarzenhasel – Und er weist darauf hin, dass die Einhaltung der Regeln nun auch verstärkt kontrolliert wird. Dazu stimmen sich Polizei und Ordnungsamt ab. „Die Kollegen haben eigentlich Besseres zu tun“, sagt Grunwald, der aus seinem Ärger keinen Hehl macht. Der Radweg war zunächst nur als Ausweichstrecke für Rettungsfahrzeuge und Busse angedacht gewesen, während die Landesstraße saniert wird. Eine bereits angekündigte Sperrung für Radfahrer während der monatelangen Baustellenzeit war kurzfristig, auch nach Protest in der Bevölkerung, doch nicht inkraft getreten – wir berichteten.

„Man reicht den kleinen Finger und die Leute greifen nach dem ganzen Arm. Mit welcher Dreistigkeit und Selbstverständlichkeit sich hier einige über die Regeln hinwegsetzen – das ist schon außergewöhnlich“, sagt Grunwald. Das sei nicht in erster Linie ein Problem der Stadt oder von Hessen Mobil – sondern gefährlich für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, also Fußgänger und Radfahrer.

Dem Bürgermeister fehlt jegliches Verständnis für die Regelbrecher. Die Menschheit, die im Auto sitze, habe offenbar nie Zeit. Das zeige sich auch immer wieder an den ständigen Diskussionen um Parkplätze im Innenstadtbereich. Der Weg in den Haselgrund sei über die für Autos freigegebene Umleitung „handgestoppte viereinhalb Minuten“ länger als üblich, aus dem Haselgrund hinaus dauere es über den Alheimer eben etwas länger.

„Das hat etwas mit Selbstdisziplin zu tun, sich diese Extra-Minuten jetzt einzuplanen. Das kann man den Leuten auch abverlangen.“ Er weist noch mal daraufhin, dass unter den motorisierten Fahrzeugen ausschließlich Busse und Rettungsfahrzeuge den Radweg benutzen dürfen. Auch keine Paketdienste, Zulieferer von örtlichen Gewerbetreibenden und Taxis – außer den Anruf-Sammel-Taxen, die auf der Buslinie verkehren.

„Verstöße werden sanktioniert. Klipp und klar: Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Grunwald. Das Ordnungsgeld beträgt 55 Euro. Man kontrolliere möglichst engmaschig, könne aber nicht rund um die Uhr vor Ort sein. Wenn sich die Situation nicht bessere, müsse man das Konzept noch einmal überdenken. „Dann würde es zu weiteren Einschränkungen kommen und viele würden unter dem Verhalten weniger leiden.“ (Christopher Ziermann)

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