Standort am Schlosspark

Wohnraum für Studenten: Bebraer Investor will Rotenburger Feuerwehrhaus kaufen

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Bald Geschichte: Das Rotenburger Feuerwehrgerätehaus zwischen Schlosspark und Müdershäuser Straße soll verkauft werden. Im Juli wird das neue Gerätehaus am Breitinger Kirchweg bezogen.

Was ersetzt das Rotenburger Feuerwehrgerätehaus am Schlosspark? Ein Investor aus Bebra will Wohnraum für Studenten schaffen. Am heutigen Donnerstag entscheidet das Parlament. 

Zwischen 40 und 60 Wohneinheiten für Studierende der Verwaltungsfachhochschule oder ein kleines Gartencenter mit Café? Zwei Angebote von Bebraer Investoren haben sich zur Nachnutzung des Feuerwehrgerätehauses am Rotenburger Schlosspark herauskristallisiert.

Der Magistrat empfiehlt das Projekt Studentisches Wohnen und damit den Verkauf an die Seilerweg GbR, die durch Marcus Weber und Martin Richardt vertreten ist. Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Dienstag bei Enthaltung der SPD, die für Nachverhandlungen plädiert hatte, ebenfalls den Verkauf von Gebäude und Grundstück an die Seilerweg GbR empfohlen. Am heutigen Donnerstag entscheiden die Stadtverordneten.

Auf 298 000 Euro wurde der Verkehrswert des Grundstücks taxiert. Die GbR hatte rund 213 000 Euro geboten plus die Option, einen Parkplatz für etwa 50 Fahrzeuge auf der gegenüberliegenden Fuldaseite, in der Nähe der Plätze des Posthotels, zu bauen. Sollte die Stadt keinen Parkplatz wollen oder – so deutete es sich im Ausschuss an – genehmigt bekommen, würde die GbR noch einmal 90 000 Euro nachlegen.

SPD will nachverhandeln

SPD-Fraktionsvorsitzender Sebastian Münscher meinte, das Geld reiche nicht, man solle nachverhandeln. Allerdings konnte er auf Nachfrage von CDU-Fraktionsvorsitzendem Jonas Rudolph keine konkrete Zahl nennen, auf die verhandelt werden sollte. Wilfried Ross (UBR) fasste nach einigem Hin und Her zusammen: „Wir entscheiden nur, wollen wir ein Angebot annehmen oder nicht. Irgendwann ist Ende Gelände.“ Und zwar mit allen möglichen Überprüfungen und Überlegungen, wie auch zuvor Andreas Börner (CDU) meinte: „Wir brauchen den Mut, einfach zu entscheiden. Wenn wir ewig prüfen, wendet sich ein Investor ab.“

Den zweiten Interessenten, Gärtnermeister Stefan Dunst, der den Bau eines Pflanzenzentrums im Stil einer kleinen gemütlichen Einkaufsgärtnerei mit Café sowie Praxisräumen im Obergeschoss vorhatte, wollen die Rotenburger Kommunalpolitiker allerdings nicht vergrätzen. Ihm soll bei der Suche eines geeigneten Geländes in Rotenburg geholfen werden, hatte die CDU beantragt.

Fräulein Glitzer zieht nicht in die ehemalige Heienbachschule

Allerdings: Gewerblich nutzbare Flächen sind in Rotenburg nicht mehr einfach zu haben. Das ist auch ein Problem von Gina Dahmen, die als „Fräulein Glitzer“ Kinderbetreuung bei Stadt-, Firmen- und Familienfesten übernimmt. Dahmen wollte einen Großteil der ehemalige Heienbachschule kaufen und dort auch einen zusätzlichen festen Standort für ihr Unternehmen einrichten. Gedacht war zum Beispiel an zwei Escaperooms für Kinder und Werkstatttage für Jung und Alt. Außerdem wollten sie und ihr Mann aus zwei Klassenräumen eine Wohnung machen.

Der Magistrat hat den Antrag von Gina Dahmen abgelehnt, weil eine Reihe von Vereinen in der alten Heienbachschule ihr Domizil hat und dort auch Volkshochschulkurse stattfinden, wie Bürgermeister Christian Grunwald erklärte. Dahmen erklärte, dass ihr Konzept den Vereinen nur eingeschränkten Raum für andere Aktivitäten lassen würde. So könne die Turnhalle nur zeitweise Vereinen überlassen werden. Zu den Vereinen gehören die Rotenburger Schlossgeister, die gleich mehrfach wöchentlich und in unterschiedlichen Zusammensetzungen proben, der Theaterverein Kulisse, der Modellbauclub und die VSG Bebra-Rotenburg.

Auch für Dahmen blieb vorerst der Trostpreis, dass sie bei der Suche nach passenden Räumen unterstützt werden soll. Endgültig entscheidet heute das Stadtparlament.

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