Wasserproblem im Hephata-Projekt

Behinderte in Rotenburg müssen weiter auf Einzug in Wohnheim warten

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Fast fertig, aber noch nicht beziehbar: Der neue Wohnkomplex an der Stadtmauer in Rotenburg. Der Einzugstermin wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Rotenburg. Der Einzug von Menschen mit überwiegend geistigen Behinderungen in das neue Hephata-Wohnheim in Rotenburg verzögert sich erneut. Grund ist ein Wasserproblem.

Das bestätigte Hephata-Pressesprecher Johannes Fuhr auf Anfrage. Das Diakoniezentrum ist Träger des Projektes, das zwei Millionen Euro kosten soll.

Im Aufzugschacht des Gebäudekomplexes ist Wasser aufgetreten. Noch immer sei nicht klar, woher dieses Wasser kommt. „Wir betreiben Ursachenforschung. Solange wir nicht wissen, woher das Wasser kommt, können wir auch den Schaden nicht beheben“, erklärte Fuhr. 

Der Einzugstermin sei deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Man hoffe aber, dass die 14 künftigen Bewohner in diesem Sommer ihr neues Domizil beziehen können. 

Für sie seien individuelle Übergangslösungen geschaffen worden.

Der Einzug in Gebäudekomplex mehrfach verschoben

Grundsteinlegung für den neuen Gebäudekomplex an der Stadtmauer war im August 2016. Schon damals war berichtet worden, dass es Probleme mit Wasser gegeben habe. 

Eigentlich sollte die neue Unterkunft im Herbst 2017 bezogen werden, dann wurde der Termin auf den März 2018 verschoben. Doch auch der kann nicht gehalten werden, was auch von Familien der künftigen Bewohner bedauert wird.

Der Neubau ist Teil eines neuen Konzeptes von Hephata. Demnach leben und arbeiten Menschen mit Behinderungen nicht mehr an zentraler Stelle wie etwa dem Diakoniezentrum in Schwalmstadt, sondern können in ihrer Heimatregion bleiben. 

Sie können selbst entscheiden, wo sie leben möchten – auch eine Folge der UN-Behindertenkonvention, die Inklusion, also den gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderungen zu allen Lebensbereichen, zum Inhalt hat.

Einzelzimmer und ein geteiltes Bad

Kreisweit ist die neue Hephata-Wohnform einmalig. Ähnliche Wohnprojekte gibt es zum Beispiel in Ziegenhain, Schrecksbach und Borken. 

Die 14 künftigen Rotenburger Neubürger bekommen Einzelzimmer, jeweils zwei teilen sich ein Bad. Küche und Wohnzimmer nutzen die Etagenbewohner gemeinsam – wie in einer Familie. 

Tagsüber werden sie in den sozialen Förderstätten in Bebra arbeiten oder zur Tagesbetreuung gehen. In ihrer Freizeit können sie am Rotenburger Vereinsleben teilnehmen, wenn sie möchten.

Um die Menschen kümmern sich Heilerziehungs- und Altenpfleger sowie Hauswirtschafterinnen. Zehn Stellen wurden dafür eingeplant. Leiterin der Einrichtung ist Katharina Voit.

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