Bekifft im Mädchenklo: Rotenburger Schule beginnt Suchtpräventionstage

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Tatort Schule: An der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg begann die Drogenprävention mit einer inszenierten Razzia. Eine Schauspielerin, die eine Drogensüchtige spielte, wurde vor den Augen der Schüler von der Polizei abgeführt.

Rotenburg. Immer wieder hat die Polizei in der Region mit Drogen zu tun: Am Dienstag waren die Rotenburger Polizisten Kay Gerden und Matthias Sippel an der Jakob-Grimm-Schule im Einsatz.

Eine junge Frau wurde am Morgen unter Drogeneinfluss in der Mädchentoilette gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Die Beamten nahmen die Ermittlungen auf. Nach vier Stunden die Auflösung: Alles nur Theater. Die Inszenierung war der Auftakt für die ersten Präventionstage zum Thema Drogen an der Rotenburger Schule.

Inszenierte Ermittlungen: Polizeibeamter Kay Gerden (von links) befragte die Schüler Renke Weers und Rieke Hangen.

„Drogen können ein Problem sein, und mit einer solchen Inszenierung erzielen wir die richtige Wirkung. Es hat einen besseren Effekt als jeder Vortrag“, berichtet Polizist Matthias Sippel. Tatsächlich waren die Jugendlichen beeindruckt. In der ersten großen Pause fahren die beiden Polizisten auf den Schulhof. Dort empfängt sie Gymnasialzweigleiter Michael Koslowski, führt sie zu der Mädchentoilette. Viele Schüler folgen, versuchen das Gespräch der Männer zu belauschen. Erfolglos. „Jetzt gibt’s Ärger“, ruft ein Schüler. „Die haben ‘ne Pistole“, flüstert eine Schülerin. Kein Schüler weiß, was los ist. Es kursieren Gerüchte. Es geht um Drogen.

Die Polizisten schauen sich den Tatort an, an dem am Morgen die Frau zusammengebrochen war und dann im vom Krankenwagen abgeholt wurde. Der Spürhund Yep wird in die Toilette geführt, bellt. Ein Polizist bringt ein Polizeisiegel an der Mädchentoilette an.

Minuten später wieder ein Aufruhr. Die beiden Polizeibeamten führen eine Frau in Handschellen ab. Eine Schülerin erkennt die junge Frau, die mit gesenktem Kopf neben einem der Beamten läuft: „Sie ist in unseren Unterricht geplatzt, hat nach ihrem Dealer Mark gefragt, der schlechten Stoff verkauft hätte.“

Die Beamten ermitteln weiter, befragen die Schüler, die die Frau unter Drogeneinfluss in der Toilette antrafen. „Sie war nicht ansprechbar, redete wirres Zeug und nahm uns gar nicht wahr“, erzählt die Schülerin Rieke Hangen den Polizeibeamten. Sie war eine der Schülerinnen, die als Mitglied der Theater-AG in die Inszenierung eingebunden waren. Vor den Augen ihrer Mitschüler wurde sie auf den Flur geholt und musste die Ereignisse am Morgen schildern.

„An unserer Schule sind eventuell Jugendliche, die es betreffen könnte“, berichtet Gymnasialzweigleiter Koslowski. Deshalb wurde etwas inszeniert, mit dem Schüler und Lehrer wachgerüttelt werden. „Die Drogenproblematik spielt in Rotenburg eine große Rolle, und es liegt deshalb nahe, dass auch unsere Schule davon betroffen sein könnte“, erzählt Schulsozialarbeiterin Thora Maentel-Pogodsky. Mit der Inszenierung hatten die Verantwortlichen versucht, den Ernstfall zu zeigen.

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