Bestattung im Wald bei Rotenburg: Jetzt soll verhandelt werden

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Erinnern mit Aussicht: Der neu angelegte Friedpark auf dem Friedhof Dickenrück wird bereits gut angenommen. Nicht nur Rotenburger wählen ihn als letzte Ruhestätte. Rund um die Bäume können die Urnen beigesetzt werden. Namenstafeln an den Stelen neben den Bäumen erinnern an die Verstorbenen. diskutiert wird, ob ein Bestattungswald eine Konkurrenz für den Friedpark werden könnte.

Rotenburg. Erst im September werden Rotenburgs Stadtverordneten darüber entscheiden, ob im Wald des ehemaligen Bundeswehrgeländes Bestattungen möglich sein sollen.

Das hat der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag einstimmig empfohlen.

Zuvor hatten Forstdirektor Christoph Goebel, der Leiter des Bundesforstbetriebes Schwarzenborn, und Matthias Budde von der Ruheforst GmbH das Projekt vorgestellt. Der Bundesforstbetrieb vertritt den Bund, der Eigentümer des Waldes ist.

Ruheforst ist wie Friedwald in Ludwigsau ein Unternehmen, das Bestattungswälder in Zusammenarbeit mit Forstbetrieben betreibt und sie bundesweit bewirbt. Der Magistrat hatte das Projekt zunächst abgelehnt mit Hinweis auf den neuen, aber schon gut genutzten Friedpark auf dem Dickenrücker Friedhof. Durch den Bestattungswald entstehe eine Konkurrenzsituation, heißt es in der Vorlage.

Die Stadt hat die Planungshoheit und muss deshalb die Zustimmung erteilen. Sie wäre Träger des Projektes, finanzielle Nachteile entstünden ihr nicht, erklärte Forstdirektor Goebel. In jedem Fall würde sie durch eine prozentuale Beteiligung an den Grabstättengebühren finanziell profitieren. Wie hoch der Anteil ist, welche Aufgaben die Stadt noch übernehmen könnte - darüber soll zunächst verhandelt werden.

Das Waldgebiet oberhalb der ehemaligen Alheimer-Kaserne bleibt im Besitz des Bundes. Es soll auch im Zuge einer möglicherweise anderen Nutzung der Kaserne als der jetzigen als Flüchtlingsunterkunft nicht verkauft werden, erklärte Forstdirektor Goebel weiter.

Es geht um eine gut 17 Hektar große Fläche auf dem ehemaligen Standortübungsplatz in der Nähe des Naturdenkmals „Zwölf Apostel“. Im Rathaus hat man Bedenken, dass die Nutzung der Fläche als Bestattungswald möglicherweise einer späteren zivilen Nachnutzung des Bundeswehrgeländes im Wege stehen würde. Doch das gesamte Waldgebiet des Standorts bleibt offenbar ohnehin außen vor: Der Bund will es ökologisch aufwerten und als Ausgleichfläche für Bauprojekte nutzen, erläuterte Goebel.

Bürgermeister Christian Grunwald äußerte sich pragmatisch: Wenn die Waldflächen ohnehin der Stadt nicht mehr zur Verfügung stehen, könnte sie zumindest ihren Anteil am Geschäft bekomme, meinte er.

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