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Bilanz des vergangenen Jagdjahres: Mehr Wildschweine und Rotwild erlegt

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Von: Carolin Eberth

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Wachsende Bestände, mehr Zahlungen bei Wildschäden und mehr Abschüsse bei Wildschweinen und anderen Tieren. Die Bilanz des vergangenen Jagdjahres liegt vor.

Rotwild
1166 Stück Rotwild wurden im vergangenen Jagdjahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erlegt. Das sind 111 Tiere mehr als im Vorjahr und fast 700 Stück mehr, als noch vor zehn Jahren. © Carolin Eberth

Hersfeld-Rotenburg – Im Landkreis ist die Zahl der bei der Jagd erlegten Tiere im vergangenen Jagdjahr deutlich gestiegen und auch die Zahlungen für Wildschadenersatz sind in die Höhe geschossen. Laut der von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises herausgegebenen Streckenliste sind im vergangenen Jagdjahr, das vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 ging, in den heimischen Wäldern 4409 Wildschweine erlegt worden, 853 mehr als im Vorjahr (plus 24 Prozent).

„Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) hatten wir die Jagdpächter und Eigenjagdbesitzer im Landkreis wiederholt aufgefordert, Wildschweine im Rahmen der gesetzlich zulässigen Möglichkeiten intensiv zu bejagen“, sagt Michael Gauler von der Jagdbehörde.

Steigerungen sind auch beim Rotwild und Rehwild zu erkennen. Es wurden 1166 Stück Rotwild, 111 mehr als im Vorjahr, und 5177 Rehe erlegt, im Jahr davor waren es noch 99 Tiere weniger.

Auch die Waschbärplage lässt in der Region nicht nach: 1270 Exemplare wurden im Jagdjahr 2021/22 erlegt. Das bedeutet erneut eine Zunahme in einem Jahr um 20 Prozent.

Gründe für die steigenden Populationen seien laut Gauler zum Beispiel, dass sich für Reh- und Rotwild die Äsungs- und Lebensraumbedingen durch den naturnahen Waldbau verbessert haben. Der Waschbär hingegen habe keine natürlichen Feinde, weshalb sich die Tiere immer weiter vermehren würden.

Bei anderen Arten ist die Abschusszahl jedoch auch gesunken, wie beispielsweise beim Hase: 30 Tiere wurden im Jagdjahr 2020/21 erlegt, im vergangenen Jahr nur 15. „Dass die Zahl der erlegten Hasen gesunken ist, hat mehrere Gründe. Hier werden zum einen die vorhandenen Tiere geschont, zum anderen hat das schlechte Wetter dafür gesorgt, dass viele Jungtiere gestorben sind. Außerdem hat der Hase im Gegensatz zum Wildschwein, Reh- oder Rotwild mehr Fressfeinde“, sagt Gauler.

Durch die steigenden Populationen sind laut Jagdbehörde auch die Zahlungen für Wildschadenersatz gestiegen. „Das liegt auch daran, dass es teurer geworden ist, Wildschäden wie beschädigte Wiesen wiederherzustellen. Hinzu kommt, dass auch die Kosten für die Erzeugung und Ersatzbeschaffung von Feldfrüchten nicht unerheblich gestiegen sind.“ Das Geld, das die Jagdpächter für Schäden zwischen Mai 2021 und Januar 2022 an die Grundbesitzer zahlen mussten, liegt bei rund 142 500 Euro. Im Jahr davor waren es knapp 130 000 Euro.

Abschuss von Rotwild wurde drastisch erhöht

Von den Jagdbehörden werden Abschusspläne erstellt, die die Anzahl der zu erlegenden Tiere regeln. Diese Vorgaben müssen vom Jäger erfüllt werden und werden jährlich neu erstellt. Beim Reh- und Rotwild werden die Abschusszahlen seit Jahren drastisch erhöht, um die Bestände zu reduzieren. Vor zehn Jahren wurden 500 Stück Rotwild im Kreis erlegt. Im Vergleich zu 2021/22 ist das eine Erhöhung um 133 Prozent. (ebe)

(Carolin Eberth)

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