Wo der Blues zu Hause ist - Konzert im Kloster Cornberg

Sie spielten Folk und Blues vom Feinsten: Unser Bild zeigt von links Paul Adamaschek, Tom Eriksen, Martin Hutchinson, Klaus Adamaschek (Shiregreen). Foto: Meyer

Cornberg. Ein traumhaft schönes Konzert bereiteten die Musiker Klaus Adamaschek alias Shiregreen, Tom Eriksen und Martin Hutchinson den Zuhörern im Cornberger Kloster am Wochenende.

Die Folkmusik hat Klaus Adamaschek alias Shiregreen schon vor Jahren ins mittlere Fuldatal getragen, als der Rotenburger Lehrer und Liedermacher sein erstes Album aufnahm. Jetzt hat Adamaschek mit Tom Eriksen aus Dänemark und Martin Hutchinson aus Irland zwei weitere Liedermacher in die Region geholt.

Zu dritt bereiteten sie den Zuhörern im Cornberger Kloster am Wochenende ein traumhaft schönes Konzert, geprägt von einfühlsamen Songs, die ganz individuelle Geschichten erzählten, von überragendem Gitarrenspiel, von sehnsuchtsvollem Folk und traurigem Blues und der Spielfreude dreier Männer, die nicht nur die Musik lieben, sondern über die Musik auch Freunde geworden sind. Das erzeugte eine angenehme Atmosphäre, weil man es ihnen das auf der Bühne auch anmerkte.

Raum blieb auch für Solo-Teile der einzelnen Künstler: Eriksens Lied über den drohenden Verlust eines Freundes, „The thin red Line“, ging unter die Haut. Hutchinsons Lied über das Verstehen und Zuhören plätscherte dahin wie ein Bach über die irische Insel, und man wollte gar nicht, dass es endet. Und Hutchinson bewies, dass der Blues in Irland mindestens genauso zu Hause ist wie in den USA, oder aber in Dänemark oder dem mittleren Fuldatal.

Zusammen waren die drei in den zurückliegenden Tagen im Tonstudio und haben mit weiteren Musikern Shiregreens neues Album aufgenommen, das demnächst erscheinen wird. Erstmals singt Adamaschek darauf auf deutsch, und zwar ausschließlich. Die Konzertbesucher erlebten einen Vorgeschmack: Shiregreen erzählt die Geschichte eines Kindersoldaten, träumt sich in Fantasiewelten - und auch durch seine deutschen Lieder fahren Züge als Symbole von Aufbruch und Freiheit.

Neben Paul Adamaschek, der die Liedermacher am Bass und Cajon begleitete, waren zwei weitere Musiker aus Shiregreens Band mit von der Partie: Lukas Bergmann und Sascha Schmitt spielten Geige und Akkordeon und bereicherten die Musik. Zum Ende des mit fast vier Stunden sehr langen Konzerts bewies auch Paul Adamaschek, dass er ein guter Sänger ist, bevor sich die Musiker mit dem Leadbelly-Klassiker „Goodnight Irene“ verabschiedeten.

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