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Branchentreffen in Rotenburg: Hessens Tourismus fehlt das Personal

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Von: Gudrun Schankweiler-Ziermann

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Auf einer Tafel vor einem Restaurant wird nach Mitarbeitern für den Service- und Küchenbereich gesucht. Die Gastronomie kämpft mit Personalmangel.
Nicht nur in der Gastronomie wird nach mehr als zwei Jahren Corona fast fieberhaft Personal gesucht. Die Tourismusbranche in Hessen hat während der Pandemie etwa jeden fünften Mitarbeiter eingebüßt. (Symbolbild) © dpa/Jens Büttner

Die Tourismusbranche in Hessen hat seit Corona-Beginn etwa 20 Prozent ihrer Mitarbeiter verloren. Bei einem Treffen in Rotenburg nannten Vertreter Chancen und Herausforderungen.

Rotenburg – Hessens Tourismusbranche beschäftigt etwa 44 000 Menschen weniger als noch vor der Pandemie. Diese Zahl wurde während des Branchentreffens der Grimmheimat Nordhessen gestern in Rotenburg genannt.

170 Menschen aus dem Tourismus hatten sich am Montag in der Göbel Hotels Arena zum Austausch getroffen, den der Projektleiter der Grimmheimat, Markus Exner, moderierte. In der Gesellschaft sind die nordhessischen Landkreise und die Stadt Kassel mit ihren touristischen Arbeitsgemeinschaften organisiert, so etwa die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal, der Naturpark Knüll und das Rotkäppchenland.

Mit 7,7 Millionen Übernachtungen spiele der Tourismus in der Grimmheimat eine große Rolle, sagte Landrat Torsten Warnecke (SPD), der den Zusammenschluss lobte. 2,3 Milliarden Euro setze die Branche in Nordhessen jährlich um, 50 000 Arbeitsplätze hingen direkt am Tourismus. Keine Lockdowns mehr und die Unterstützung der Politik war daher auch der dringliche Wunsch von Oliver Kasties vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

Landkreisübergreifende Zusammenschlüsse in Nordhessen

Die „Grimmheimat Nordhessen“ unterteilt sich in touristische Arbeitsgemeinschaften, etwa die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal, und starke eigenständige touristische Städte wie Bad Hersfeld. Die Arbeitsgemeinschaften sind oft landkreisübergreifende Zusammenschlüsse. Die Aktivitäten der Grimmheimat werden durch das Regionalmanagement Nordhessen koordiniert. Auf allen Ebenen bringen sich Hoteliers, Gastgeber, Gastronomen und Freizeitbetriebe ein.

Kai Georg Bachmann, Geschäftsführer des Regionalmanagements Hessen, sprach vom Tourismus als Wirtschaftsmotor und Lebensraumgestalter. Eine Region, die für Touristen attraktiv ist, sei es auch für die dort lebenden Menschen und für gesuchte Arbeitskräfte. Während bei der Gründung der Koordinationsstelle vor 20 Jahren das Problem Arbeitslosigkeit hieß, gebe es heute genug Arbeit und die Mitarbeiter fehlten.

Der in der Tourismusbranche bekannte Hotelier und Blogger Marco Nussbaum stellte in einem Vortrag seinen Ansatz vor, wie Mitarbeiter für die Tourismusbranche zurückgewonnen und gehalten werden könnten: Er zahle seinen Beschäftigten ein Drittel mehr Gehalt als üblich und übertrage ihnen zudem mehr Verantwortung, um sie an das Unternehmen zu binden. Nussbaum prognostizierte zudem, es werde künftig eine Verschiebung vom Massentourismus hin zum „sinnvollen Reisen“ geben.

Auch Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald sieht einen hohen Bedarf, Urlaub zu machen und sich dazu nicht unbedingt ins Flugzeug zu setzen: „Malediven oder Machtlos – beide rücken da eng zusammen.“ Grunwald sieht darin auch eine Chance für die nordhessische Grimmheimat. (Gudrun Schankweiler-Ziermann)

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