Bürger-Herz, UBH und UBR kritisieren Klinikum-Führung

Bürger-Herz, UBH und UBR: Neues Bündnis will in den Kreistag in Hersfeld-Rotenburg

Tim Schneider von der Initiative Bürger-Herz (von links), Hans-Jürgen Schülbe (Unabhängige Bürger Bad Hersfeld) und Wilfried Roß (Unabhängige Bürger Rotenburg) präsentierten bei der Gründungspressekonferenz für eine neue Bürgerliste für den Kreistag in Hersfeld Rotenburg ein Banner mit der Aufschrift „HKZ und Klinikum retten!“.
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Wollen ab sofort zusammenarbeiten: Tim Schneider von der Initiative Bürger-Herz (von links), Hans-Jürgen Schülbe (Unabhängige Bürger Bad Hersfeld) und Wilfried Roß (Unabhängige Bürger Rotenburg), hier nach der Gründungspressekonferenz am späten Donnerstagnachmittag vor der Stadthalle in Bad Hersfeld.

Die Unabhängigen Bürger Bad Hersfeld (UBH) und Rotenburg (UBR) sowie die Initiative Bürger-Herz gründen eine Bürgerliste. Ihr Ziel: der Kreistag und die Rettung des Klinikums.

Hersfeld-Rotenburg – Der Anspruch des neuen Bündnisses ist so klar formuliert wie selbstbewusst: Es will bei der Kommunalwahl im März in den Kreistag einziehen – und dann Klinikum und HKZ retten. So kündigte es die neue Bürgerliste bei der Gründungspressekonferenz in der Bad Hersfelder Stadthalle an.

„Wir wollen der Politik des Wortbruchs und der Verschwendung von Millionen von Steuergeldern ein Ende setzen“, sagte Tim Schneider (41), Gründer von Bürger-Herz. Ursache für die wirtschaftliche Krise des Klinikums Hersfeld-Rotenburg seien nicht nur landes- und bundespolitische Rahmenbedingungen, wie von den Verantwortlichen dargestellt, sagte Schneider: „Wir glauben, es liegt auch am Missmanagement und der mangelnden Steuerfähigkeit des Aufsichtsrats“. Vorsitzender des Gremiums ist Landrat Dr. Michael Koch (CDU).

Neues Bündnis: Warum verlagert man nicht die Kardiologie nach Rotenburg?

Als Konsequenz aus der anhaltenden Schieflage des kommunalen Klinikverbundes hatte die Gesellschafterversammlung unter anderem die Verlagerung der Akutmedizin des HKZ von Rotenburg ans Bad Hersfelder Klinikum beschlossen. „Wir wollen den Spieß umdrehen“, sagte UBH-Chef Hans-Jürgen Schülbe (76), der sich für ein Fachzentrum im bestehenden HKZ ausspricht: „Warum verlagert man nicht die Kardiologie vom Klinikum nach Rotenburg? Dann bräuchten wir auch keinen millionenschweren Neubau in Bad Hersfeld.“

Hintergrund: Zwei Wählergemeinschaften und eine Initiative

Bislang waren die Unabhängigen Bürger Bad Hersfeld (UBH) und Rotenburg (UBR) lediglich in den jeweiligen Stadtparlamenten vertreten: Die UBH stellt in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung vier von 39 Sitzen, die UBR hat im Rotenburger Parlament sechs von 30 Sitzen. Die von den Brüdern Tim und Benjamin Schneider gegründete Initiative Bürger-Herz hatte unter anderem im September eine Menschenkette für den HKZ-Standort Rotenburg organisiert.

Das neue Bündnis, das sich Unabhängige Bürgerliste (UBL)/Bürger-Herz nennt, kritisiert, dass Alternativen zum geplanten Radikalumbau im Klinikum nicht geprüft worden seien. Schülbe: „Wir bieten eine Alternative an.“

Schneider als Spitzenkandidat, Schülbe als Fraktionschef

Wilfried Roß (57) von der UBR wies darauf hin, dass die parteiunabhängige Allianz sich auch um andere Themen kümmern wolle: „Wir möchten ein Sprachrohr für alle Bürger im Landkreis sein.“

Das Trio ist überzeugt, „dass die Interessen vieler Bürger nicht mehr von den Parteien im Kreistag wahrgenommen werden.“ Deshalb wolle sich das neue Bündnis als weitere politische Kraft etablieren. „Ich gehe davon aus, dass wir nach der Kommunalwahl eine anerkannte, größere Kraft im Landkreis sein werden“, sagte Schülbe, der von Schneider für die Listenwahl am 26. September als potenzieller Fraktionsvorsitzender vorgeschlagen wird. Schneider selbst soll als Spitzenkandidat in die Wahl gehen. (Sebastian Schaffner)

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