CDU: Einkaufsmarkt in Lispenhausen muss in die Mitte

Auf diesem Grundstück am Ortsrand möchte ein Investor einen Netto-Markt errichten. Archivfoto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Die Pläne für den Bau eines Supermarktes in Lispenhausen stoßen offenbar nicht auf ungeteilte Begeisterung. In der CDU-Fraktion des Stadtparlamentes sieht man den gewählten Standort am Ortsausgang in Richtung Rotenburg kritisch.

"Ein Einkaufmarkt in Lispenhausen wäre für alle Menschen ein Gewinn“, erklärte Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph, der selbst aus Lispenhausen stammt. „Aber dieser Einkaufmarkt muss sowohl zu Fuß und mit dem Fahrrad als auch mit Rollator und Kinderwagen gut erreichbar sein. Wir bezweifeln, dass dies bei einem Standort am Ortsausgang direkt an der Bundesstraße gegeben ist.“

Zudem müsse man mit Blick auf die bestehenden Märkte in Rotenburg auch die Einzelhandelssituation im gesamten Stadtgebiet betrachten. Man sei zwar für freien Wettbewerb, doch im schlimmsten Fall, bei der Insolvenz eines Marktes, hätte die Stadt ein großes, leer stehendes Gebäude ohne Verwendung.

Auch die CDU-Mitglieder im Ortsbeirat seien sich einig, dass ein Supermarkt ein Gewinn für Lispenhausen wäre. Aber sie meinten, der gehöre in die Ortsmitte, sagte Rudolph. In der Ortsbeiratssitzung vor gut zwei Wochen hatten allerdings alle CDU-Vertreter bis auf Günter Münch für die Pläne des Investors gestimmt.

Lispenhausens Ortsvorsteher Manfred Knoch, der sich seit Jahren um die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes in Lispenhausen bemüht und dazu auch viele - vergebliche - Gespräche mit Grundstückseignern geführt hat, plädiert für die Einberufung einer Bürgerversammlung, in der die Problematik objektiv beleuchtet werden könne und den Bürgern alle Informationen zur Verfügung gestellt werden. Zu einer Bürgerversammlung müsste Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch einladen.

Ortsvorsteher Knoch hatte an der Diskussion und Abstimmung im Ortsbeirat nicht teilgenommen, weil sein Wohnhaus direkt an das Grundstück grenzt, das der Investor bebauen will. Mit seiner Abwesenheit wollte er einem möglichen Vorwurf der Befangenheit von vornherein ausschließen - wir berichteten.

Bürgermeister Christian Grunwald erklärte, diese wichtige Entscheidung für Lispenhausen und die Stadtentwicklung müsse von der Stadtverordnetenversammlung getroffen werden. Sie müsse das entsprechende Bauleitverfahren einleiten. Der Investor hatte in einem Schreiben an die Stadt noch einmal um eine klare Unterstützung seines Projektes gebeten.

Die Stadtverordneten tagen am Donnerstag 18. Dezember. Dann soll das Thema auf die Tagesordnung, kündigte Grunwald an. Bereits zwei Tage vorher, am 16. Dezember, befassen sich die Ausschüsse damit. In dieser öffentlichen Sitzung soll der Investor sein Projekt vorstellen, sagte Grunwald.

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