Fraktion beantragt Resolution 

CDU-Fraktion Rotenburg: Keine Schnellbahntrasse im Fuldatal

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Die geplante Strecke Fulda-Gerstungen soll die vorhandenen Fernverkehrsstrecken verbinden. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg soll ein ICE-Halt entstehen. unser Symbolbild zeigt einen ICE bei München.

Der Suchkorridor für die geplante Neubaustrecke der Bahn Fulda-Gerstungen soll nicht in Richtung Norden ausgeweitet werden. Das fordert die Rotenburger CDU-Fraktion.

Eine entsprechende Resolution legt die Fraktion zur nächsten Sitzung des Stadtparlaments am kommenden Donnerstag vor.

Mit einer solchen Entscheidung könnte allerdings auch ein möglicher ICE-Haltepunkt in Bebra gestorben sein. Die Bebraer Ortsgruppe der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hatte einen Antrag auf Erweiterung des Suchkorridors im April bei der DB Netz eingereicht. Vorsitzender Thomas Mühlhausen hatte dafür geworben von der Schnellfahrstrecke im Bereich Neuenstein-Mühlbach zum Besengrund auszufädeln und durch den Stock in einem Bogen auf die bestehende Strecke Kassel-Guntershausen-Bebra einzuschwenken. Dieser Vorschlag wird nach Angaben einer Bahnsprecherin zur Zeit noch geprüft. Frühestens beim nächsten Beteiligungsforum am 3. Dezember in Bad Hersfeld könnte eine Entscheidung mitgeteilt werden.

Fest steht, dass im Kreis Hersfeld-Rotenburg eine Haltestelle für die neue Trasse eingerichtet werden soll. Im Gespräch sind Bad Hersfeld und eine Art Halt „auf der grünen Wiese“ bei Mecklar.

Im Resolutionstext der Rotenburger CDU-Fraktion heißt es, man spreche sich ausdrücklich für einen Halt im Landkreis aus, favorisiere jedoch keinen Vorschlag. Die Bahn wird aufgefordert, bei der Planung die geringsten Widerstände für Menschen und Natur zu berücksichtigen. Eine Trassenführung durch das Fuldatal zwischen dem Silberberg (ehemalige Alheimerkaserne) und dem Stadtteil Lispenhausen werde abgelehnt. „Der Einschnitt in die Natur und die gleichzeitige Mehrbelastung für die Bevölkerung überwiegen einem möglichen ICE-Halt in Bebra, der durch diese Variante in den Fokus gerückt wäre“, heißt es.

Die CDU erinnert in dem Zusammenhang auch an die vier Tiefbrunnen der Stadtwerke im Bereich Silberberg, die die Bevölkerung mit Frischwasser versorgen und die sie gefährdet sieht. 

Ein ICE-Halt in Bebra durch die neue Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen sieht der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Börner als charmante Idee an, allerdings müsse man abwägen, wie hoch die Kosten dafür seien. Börner bezieht sich dabei weniger auf die finanziellen als auf die ökologischen Kosten und die Auswirkungen einer Schnellbahntrasse auf die Bürgerinnen und Bürger des Fuldatals bei Rotenburg. Seine Fraktion erinnert auch an eine mögliche Gefährdung der Trinkwasserversorgung, weil die Tiefbrunnen durch den Bau beeinträchtigt werden könnten. Der gesamte Bereich Silberberg ist Trinkwasserschutzgebiet. Bei Lüdersdorf hat auch die Stadt Bebra vier Tiefbrunnen. Für Stadtwerkechef Herbert Höttl sind solche Details derzeit noch weit weg. Grundsätzlich werde er sich jedoch allem widersetzen, was die Trinkwasserversorgung in Bebra gefährden würde, erklärte er. Er sei auch sicher, dass so geplant würde, dass es zu keiner Gefährdung käme. Nach Ansicht von Fachleuten wären ohnehin umfangreiche Probebohrungen im Vorfeld einer möglichen Trassenführung nötig. GDL-Chef Thomas Mühlhausen ist sich sicher, dass die Bahn aufgrund ihrer großen Erfahrung im Tunnel- und Brückenbau mit dieser Thematik routiniert umgehen kann. Durch den GDL-Vorschlag werde der Bereich Silberberg ohnehin nur ganz am Rande berührt.

Die Resolution der CDU-Fraktion sieht vor, dass der Magistrat sich bei den zuständigen Stellen der Bahn noch vor dem nächsten Beteiligungsforum gegen die von der GDL vorgeschlagenen Trassenvariante aussprechen soll. Der Magistrat wird gleichzeitig aufgefordert bereits jetzt bei Bahn und NVV für eine enge Anbindung des Bahnhofs Rotenburg an den neuen ICE-Halt im Landkreis zu werben. Die Junge Union Rotenburg dagegen sieht in einem ICE-Halt in Bebra große Chancen für Pendler und junge Leute in der Region. Sie wirbt für einen gemeinsamen Einsatz von Rotenburg und Bebra für den ICE-Halt in Bebra. Sie hatte sich mit dem künftigen Bürgermeister von Bebra, Stefan Knoche, getroffen und sich für eine bessere Zusammenarbeit der beiden Nachbarstädte ausgesprochen, erklärte Vorsitzender Luis Beisheim in einer Pressemitteilung.

Hintergrund

Das Mammut-Bahnprojekt Fulda-Gerstungen soll als Teil des Korridors Frankfurt-Erfurt die vorhandenen Fernverkehrsstrecken verbinden. Zusätzliche Kapazität und Fahrzeitreduzierungen sollen erreicht werden. Die bestehende Strecke Fulda-Bebra soll entlastet werden. Derzeit sollen geeignete Trassenverläufe ermittelt werden. Die Bahn übt sich dabei auch im Bürgerdialog durch Beteiligungsforen. Fünf haben bereits stattgefunden.

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