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Christian Seckler leitet die Bundespolizeischule in Rotenburg

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Von: Christopher Ziermann

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Aus Alt mach Neu: Der Arbeitsauftrag für Christian Seckler als Leiter der Bundespolizei in Rotenburg ist auch auf diesem
Aus Alt mach Neu: Der Arbeitsauftrag für Christian Seckler als Leiter der Bundespolizei in Rotenburg ist auch auf diesem © Christopher Ziermann

Christian Seckler geht gern neue Wege. Der 41-Jährige leitet seit Oktober die Bundespolizeiausbildungsstätte in der ehemaligen Alheimer-Kaserne und ist damit genau am richtigen Ort gelandet.

Rotenburg – „Rotenburg ist keine Standard-Dienststelle. Hier ist alles im Fluss, hier entwickelt sich was. Wir bauen auf dem Gelände im laufenden Betrieb und stellen trotzdem die Ausbildung sicher – ohne Qualitätsverluste. Das ist extrem reizvoll“, sagt der Polizeirat.

Der gebürtige Baden-Badener hat sich bereits zu Beginn seines Berufslebens um eine Stelle bemüht, bei der er viel selbst entscheiden musste. Er trat nach dem Abitur die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr an und kam in die Panzeraufklärung. „Der Kommandeur sagt: Ich möchte Informationen zu einem Sachverhalt. Dann fahren zwei Fahrzeuge los und man muss selbst schauen, wie man den Auftrag ausführt“, erklärt der heute 41-Jährige. In diesem Rahmen kam der Süddeutsche bereits 2002 erstmals beruflich nach Nordhessen – während der ersten drei Bundeswehr-Jahre war er in der Husarenkaserne in Sontra stationiert.

Endgültig verlegte er seinen Lebensmittelpunkt 2011 in die Region, als er am Truppenübungsplatz Wildflecken Ausbildungsoffizier im Ausbildungszentrum der Vereinten Nationen wurde. Seckler zog nach Geisa bei Hünfeld, wo seine Frau herkommt. Dort lebt das Ehepaar noch heute.

Manche Häuser aus der Bundeswehrzeit müssen aber auch noch abgerissen werden

„Ich stehe um 5 Uhr auf und habe dann eine Stunde Fahrtzeit zur Arbeit. Das ist heimatnah. Ich genieße die tolle Zusammenarbeit mit den Kollegen sehr und habe keine Bestrebungen, hier schnell wieder wegzugehen“, sagt Seckler.

Der 41-Jährige, der übrigens auch mit seiner Frau gerade ein Haus baut, ist in Rotenburg ebenso sehr als Bauleiter gefragt wie in seinem eigentlichen Tagesgeschäft als Leiter der Ausbildungsstätte. So ist zum Beispiel die eine Hälfte der alten Sporthalle bereits ein nagelneuer Trainingsraum, in dem die Bundespolizeischüler Zugriffstechniken üben. Die andere Hälfte ist hingegen noch Baustelle. Im Rahmen der Ausbildung werden immer wieder Alltagssituationen geübt, zum Beispiel in Flugzeugen oder Bahnwaggons. Dafür sind Kulissen nötig, die besonders im zweiten Ausbildungsjahr wichtig werden. Außerdem bekommt das Gebäude demnächst ein neues Dach.

„Alles, was bestandsfähig ist, wird saniert“, betont Seckler. Manche Häuser aus der Bundeswehrzeit müssen aber auch noch abgerissen werden – darunter das alte Wirtschaftsgebäude neben der Mensa. Dort sollen Lehrsäle gebaut werden. Derzeit wird für den Unterricht unter anderem ein mehrstöckiger Container-Bau genutzt. Bislang unbewohnt sind die alten Offizierswohnungen direkt an der Dickenrücker Straße, doch auch dort wird schon bald saniert.

Das frühere Bundeswehr-Gelände sei für die Zwecke der Bundespolizei hervorragend geeignet

Seckler ist nicht trotz, sondern wegen der vielen Herausforderungen begeistert vom Ausbildungsstandort Rotenburg. „Es gibt überall die Möglichkeit, zu gestalten. Das fängt schon bei kleinen Dingen an, wenn man zum Beispiel überlegt, wo man Trainingskulissen wie einen Grenzkontrollschalter hinstellt.“ Das frühere Bundeswehr-Gelände sei für die Zwecke der Bundespolizei hervorragend geeignet. So werde zum Beispiel die alte Standortschießanlage genutzt. Der Wald biete sich für das Üben von Personensuchen an und sei auch schon Kulisse für Teambuilding gewesen – etwa Orientierungsmärsche. Dabei bekommen die Schüler eine Landkarte mit einem Punkt, den sie ohne weitere Hilfen finden müssen.

„Die besonderen Gegebenheiten in Rotenburg schweißen uns zusammen. Das gilt nicht nur für unsere Anwärter, sondern für alle 650 Mitarbeiter. Wenn ich in die Lehrgruppen hineinhöre, ist die Stimmung wirklich gut“, betont Christian Seckler.

Zur Person

Christian Seckler (41) ist in Baden-Baden aufgewachsen und hat dort an einem Wirtschaftsgymnasium Abitur gemacht. 2002 begann er seine Offizierslaufbahn in der Husarenkaserne Sontra. Das Pflichtstudium absolvierte er im Fach Betriebswirtschaftslehre in Hamburg.

Auslandseinsätze absolvierte Seckler in Afghanistan und zweimal bei multinationalen Übungen der Vereinten Nationen in der Mongolei, wo er beim zweiten Mal die deutsche Delegation leitete. 2014 wechselte Seckler zur Bundespolizei. Der 41-Jährige ist verheiratet. In seiner Freizeit reist er gerne und fährt Ski und Motorrad. 

(Christopher Ziermann)

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