Fünf Impfstraßen in der Göbel Hotels Arena

Corona-Impfzentrum in Hersfeld-Rotenburg soll in sechs Tagen einsatzbereit sein

Die Göbel Hotels Arena auf dem Rodenberg in Rotenburg - hier der Blick auf den Haupteingang sowie die Stadt Rotenburg im Hintergrund - soll zum Corona-Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg werden.
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In der Göbel Hotels Arena auf dem Rodenberg in Rotenburg entsteht das Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. 1000 Menschen sollen dort jeden Tag geimpft werden.

Am 11. Dezember soll das Corona-Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in der Göbel Hotels Arena fertig sein. Vieles steht fest, vieles noch nicht. Die ersten Antworten.

Hersfeld-Rotenburg - Die Landesregierung hatte die 21 Kreise und fünf kreisfreien Städte in Hessen dazu aufgerufen, bis Freitag, 11. Dezember, Betriebsbereitschaft herzustellen. Unsere Fragen und Antworten geben einen Überblick, was zum Ablauf und zur Organisation schon fest steht - und was noch nicht.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen?
„Wir gehen fest davon aus, am 11. Dezember die Einsatzbereitschaft des Zentrums an das Land melden zu können“, sagt Pelle Faust, Sprecher des Landkreises. Allerdings ist nach wie vor unklar, wann die ersten Spritzen gesetzt werden. Noch hat die EU keinen Impfstoff zugelassen.
Betreiber des Impfzentrums wird das Bad Hersfelder Klinikum sein. Was ist derzeit die größte Herausforderung?
Die größte Aufgabe besteht darin, genügend medizinisches Personal zu finden. „Durch die kommunale Trägerschaft des Klinikums wird eine besonders enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglicht“, so Faust. Logistisch die größte Herausforderung ist laut dem Kreis-Sprecher der kurzfristige Aufbau der Impfstraßen. Geplant sind davon bis zu fünf, in denen im Schichbetrieb täglich von 7 bis 22 Uhr geimpft werden soll. „Wie in der Flüchtlingskrise 2015/16 haben uns zahlreiche Angebote zur ehrenamtlichen Unterstützung beim Aufbau und der Organisation des Zentrums erreicht. Daher werden wir auch diese Herausforderung meistern.“
Täglich sollen 1000 Menschen in der Hotels Arena geimpft werden. Wie viele Mitarbeiter werden dafür benötigt?
Die Verantwortlichen schätzen, dass alles in allem 60 Menschen gebraucht werden, um die geplante Impfanzahl zu bewältigen, davon allein 30 bis 40 medizinische Fachkräfte – pro Tag wohlgemerkt. Laut Pelle Faust sollen auch die heimischen Hausärzte in die größte Impfaktion der jüngeren Vergangenheit eingebunden werden.
Hat das Klinikum schon ausreichend Mitarbeiter gefunden?
Nein. „Es wird weiterhin nach Personal gesucht“, teilt Klinikumsprecher Werner Hampe mit. Es gebe zwar bereits zahlreiche Interessenten, „für eine stabile Besetzung werden jedoch noch weitere Beschäftigte eingestellt werden müssen.“ Interessierte können sich per E-Mail ans Klinikum wenden: impfen-hefrof@klinikum-hef.de.
Steht inzwischen fest, wer das Zentrum leiten soll?
Jein. Fakt ist: Für die Planung und Organisation ist der Fachdienst Gefahrenabwehr der Kreisverwaltung zuständig, für den Impfschutz grundsätzlich der Fachdienst Gesundheit. Betrieben wird das Zentrum dann vom kommunalen Klinikum. Ihm obliegt im laufenden Betrieb sowohl die organisatorische als auch ärztliche Leitung. Welche Person an der Spitze des Impfzentrums steht, darüber gibt es vorerst keine offizielle Aussage aus dem Landratsamt. Nach Informationen unserer Zeitung soll der frühere Geschäftsführer des Klinikums, Martin Ködding, die Leitung übernehmen.
Wer haftet eigentlich, wenn bei einer Impfung etwas passiert?
Diese Frage lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig klären, sagt Kreis-Sprecher Faust: „Eine endgültige Aussage zur Beantwortung dieser Frage durch das Land Hessen steht noch aus“, teilt er auf Nachfrage mit.
Der Impfstoff muss – zumindest über längere Zeiträume – bei äußerst niedrigen Temperaturen gelagert und transportiert werden, je nach Hersteller bei bis zu minus 70 Grad. Wie soll dieses Problem in der Göbel Hotels Arena gelöst werden?
Der Landkreis hat die Beschaffung sogenannter Medikamentenkühlschränke „in ausreichender Stückzahl“ beauftragt, wie Pelle Faust mitteilt. Diese Spezialgeräte verfügen über eine Temperaturkontrolle, um den Verlauf der Temperatur lückenlos nachweisen zu können. „Der Umgang mit den Impfstoffen wird über die Klinikum-Apotheke geregelt“, sagt der Kreis-Sprecher.
Wie sollen Menschen zum Impfzentrum kommen, die kein Auto haben? Plant der Landkreis beispielsweise damit, Busse einzusetzen?
Auch das ist noch nicht final geklärt. Der Landkreis prüft allerdings derzeit, ob Verbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs hinauf zum Rotenburger Rodenberg ausgeweitet werden können.
Neben dem Impfzentrum sollen auch mobile Impfteams aufgebaut werden. Wie viele sind geplant und wo werden sie eingesetzt?
Nach Auskunft des Kreissprechers sollen nach aktuellem Planungsstand drei mobile Impfteams im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ausschwärmen, um in Alten- und Pflegeheimen Menschen zu impfen, die nicht mehr aus eigener Kraft nach Rotenburg fahren können.
Muss man sich zum Impfen anmelden?
Nein. Bund und Länder legen fest, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden sollen. Diejenigen, denen die höchste Priorität zugeschrieben wird, werden „über die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert“, heißt es dazu auf der Internetseite der Hessischen Landregierung.

(Sebastian Schaffner)

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