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Corona: Nachfrage nach zweitem Booster im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bislang gering

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Von: Sebastian Schaffner

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Symbolfoto: Hände mit blauen Plastikhandschuhen verabreichen eine Spritze.
Das Interesse an Corona-Impfungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat stark nachgelassen. (Symbolfoto) © HAUKE CHRISTIAN DITTRICH/DPA

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben sich bisher erst 200 Menschen eine vierte Corona-Schutzimpfung geben lassen.

Hersfeld-Rotenburg – Seitdem die Ständige Impfkommission (Stiko) für Menschen über 70 Jahren und Immungeschwächte eine zweite Auffrischungsimpfung empfiehlt, ist die Nachfrage im Kreis Hersfeld-Rotenburg nach der zweiten Booster-Spritze noch recht verhalten. Bislang haben sich erst rund 200 Menschen für die vierte Corona-Schutzimpfung entschieden.

Das geht aus Daten des Landkreises, der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH) und der Arbeitsmedizinischen Untersuchungsstelle in Bad Hersfeld (AUst), einer der größten Betriebsarztpraxen in der Region, hervor.

Auch wenn die Nachfrage nach der vierten Impfung unmittelbar nach der Stiko-Empfehlung vor gut zwei Wochen gestiegen sei, spricht Maike Henning, Leiterin der mobilen Impfteams, von einer derzeit „eingeschränkten Nachfrage“.

Bemerkenswert sei aber der Informationsbedarf bei den Viertimpfungen. „Die Nachfrage nach Beratungsgesprächen ist deutlich höher als bei den vorherigen Angeboten“, sagt Maike Henning.

Grundsätzlich hat die Impfkampagne im Landkreis, einst als „Impf-Turbo“ gestartet, an Tempo verloren. In den vergangenen zwei Wochen haben sich laut einer Statistik des Landkreises bei den mobilen Teams nur noch 350 Menschen für Auffrischungen entschieden. Nach Auskunft der KVH ließen sich in den Hausarztpraxen in den vergangenen 14 Tagen nur noch 1800 Menschen boostern. Zum Vergleich: Im Dezember meldeten die Ärzte rund 10 000 pro Woche.

Die Betriebsärzte der AUst haben ihre öffentliche Impfstraße in Bad Hersfeld gar geschlossen. „Zuletzt kam fast keiner mehr“, berichtet der kaufmännische Leiter, Florian Michl. Sollte die Nachfrage wieder steigen, „können wir sofort wieder von null auf hundert einsteigen“.

Bislang sind nach Angaben von Landkreis, KVH und AUst 70 000 Menschen geboostert. Gemessen an der Gesamtbevölkerung in Hersfeld-Rotenburg (120 000 Einwohner) entspricht das einer Auffrischungsimpfquote von gut 58 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte mehr als die hessenweite Booster-Rate, die laut RKI bei 54 Prozent liegt. (Sebastian Schaffner)

Vorerst nur über 70-Jährige und Geschwächte

Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit gut zwei Wochen eine zweite Auffrischungsimpfung. Allerdings nur für Menschen ab 70 Jahren, Pflegeheimbewohner und Personen mit Immunschwäche – und frühestens drei Monate nach dem Booster. Daten aus Israel deuten allerdings auf einen geringen Zusatznutzen beim Schutz vor Omikron hin. Diese Daten sprechen laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach „eher gegen eine vierte Impfung für alle“. (dpa/ses)

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