Frühjahrsputz mal anders:

Geschwisterpaar sammelt säckeweise Müll in Lispenhausen

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Starke Aktion: Seit drei Wochen suchen Lennox (8) und seine Schwester Hannah Schönemann (10) jeden Tag Abfall in Lispenhausen. An nur einem Nachmittag haben sie diese vier Säcke mit Müll gefüllt.  

Mit Greifzangen, Tüten, Handschuhen und einer Schubkarre ziehen die Geschwister Lennox und Hannah Schönemann seit drei Wochen täglich durch Lispenhausen.

Sie wollen zum Nachdenken anregen und sammeln den von Fremden achtlos weggeworfenen Müll auf. Und der positive Nebeneffekt: Die triste Corona-Zeit ist nicht mehr so langweilig wie vorher und wird dazu noch sinnvoll genutzt.

Die Idee, auf die Suche nach Müll zu gehen, bekam der 8-jährige Lennox, als er im Internet stöberte und sich über die Umwelt informierte. „Ein Zigarettenstummel kann 40 Liter Wasser verseuchen“, sagt der Grundschüler und staunt. Daraufhin schnappte er sich seine Schwester Hannah und sie marschierten los.

Die Ausbeute der Beiden war schon nach den ersten Sammelstunden riesig. „Wir haben Dosen, Kronkorken, T-Shirts, Pfand- und Glasflaschen gefunden. Sogar Handtücher, eine kurze Hose und eine kaputte Angel“, sagt Hannah. Lennox ergänzt: „Wenn jeder seinen Abfall einfach in einen Mülleimer werfen würde, dann hätten wir jetzt nicht so viel Arbeit.“

Besonders traurig macht die Beiden, dass oftmals neben dem vielen aufgesammelten Müll ein Abfalleimer steht. „Die vollen Müllsäcke waren teilweise so schwer, dass wir sie zu zweit tragen mussten. Deshalb nehmen wir jetzt immer eine Schubkarre mit“, berichtet die 10-jährige Hannah. Dass die Kinder den Abfall seit Mittwoch nicht mehr mit einer alten Grillzange aufheben müssen, das haben sie Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald zu verdanken. „Er kam am Mittwoch vorbei und hat den Kindern eine Ausrüstung zum Müllsammeln geschenkt. Und er hat uns zugesichert, dass der ganze Unrat von der Stadt abgeholt wird. Denn wir wussten gar nicht mehr wohin mit den vielen Säcken“, sagt Elfi Schönemann, Mutter des fleißigen Geschwisterpaars. „Ich finde das Engagement großartig. Lennox und Hannah packen in dieser schwierigen Zeit ganz einfach selbst an und setzen sich für die Umwelt und die Allgemeinheit ein“, sagt Christian Grunwald.

„Auch Leute auf der Straße finden unsere Aktion super“, freut sich Lennox. Doch besonders stolz sind natürlich auch seine Eltern. „Ich finde es unglaublich, dass sie selber auf diese Idee gekommen sind. Sie können einigen Erwachsenen ein Vorbild sein“, sagt Elfi Schönemann.

In den nächsten Tagen wollen Hannah und Lennox sich den Dorfbereich von den Bahnschranken bis zur Hauptstraße vornehmen. „Und wir bekommen Unterstützung von meiner Freundin“, sagt Hannah. Denkbar wäre, dass sich auch noch weitere Kinder der Aktion anschließen. „Dann sollten wir uns in Gruppen aufteilen“, überlegt Lennox.

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