Eltern und Lehrer kritisieren widersprüchliche Regeln

Corona-Zoff vor Schulbeginn in Hessen - Kreis Hersfeld-Rotenburg will neue Tablets anschaffen

Das Foto zeigt einen Klassenraum mit leeren Tischen und Stühlen.
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Symbolbild Schulbeginn

Am 17. August beginnt in Hessens Schulen der Unterricht wieder. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sollen zusätzliche Tablets künftig das digitale Lernen unterstützen.

Hersfeld-Rotenburg – Masken, geteilte Klassen, Einbahnregelungen in den Schulgebäuden, regulierter Besuch von Toiletten und weitere Corona-Sicherheitsvorkehrungen werden passé sein, wenn am Montag, 17. August, in Hessen das neue Schuljahr beginnt.

Als rechtliche Grundlage für den Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen „haben wir die Möglichkeit geschaffen, von der Einhaltung des Mindestabstands abzuweichen“, erklärte dazu Kultusminister Alexander Lorz. Einschränkungen wird es lediglich im Sport- und im Musikunterricht geben. Schüler dürfen etwa vorerst nur im Freien zusammen singen.

Gar nicht einverstanden mit der Wiedereinführung des Präsenzunterrichts und der Aufhebung der Sicherheitsabstände ist der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth aus Lohfelden (Kreis Kassel): „Es ist nicht richtig, die Schulen für alle wieder zu öffnen, so als sei alles in Ordnung.“ Stattdessen wünscht er sich Unterricht in kleinen Gruppen, „gekoppelt an einen qualifizierten Fernunterricht“.

Weil das Ministerium weiterhin einen Mindestabstand von 1,5 Metern bei allen Besprechungen, Konferenzen und schulbezogenen Veranstaltungen empfiehlt, werden die Einschulungsfeiern für die Erstklässler und ihre Familien diesmal anders aussehen als sonst. Gefeiert wird an den Grundschulen mehrmals in kleinen Gruppen, in jeweils anderer Zusammensetzung. Kein Verständnis für diese „abstrusen und widersprüchlichen Regeln“ hat Grundschullehrerin Katja Groh von der Bildungsgewerkschaft GEW: „Das ist in sich völlig unlogisch. Wir werden große Erklärungsnot bekommen, das den Kindern nahezubringen.“

Um die Schulen für den digitalen Unterricht in Pandemie-Zeiten fit zu machen, hat der Kreis Hersfeld-Rotenburg für die 48 Schulen zusätzliche Tablets bestellt. Kreissprecher Pelle Faust spricht von einer Zahl „im dreistelligen Bereich“. Die Finanzierung und Verteilung dieser Geräte sei aber noch nicht geklärt, zudem gebe es Lieferschwierigkeiten. „Sobald wir die Tablets erhalten haben, verteilen wir sie in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt an die Schulen und beschaffen weitere Geräte“, so Landrat Dr. Michael Koch. (Christina Hein und Sebastian Schaffner)

Schulen entscheiden selbst über Mund-Nase-Schutz 

Eine Woche vor Schulstart gibt es keine hessenweite Regelung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Schulgebäuden. Die Schulleitungen sollen selbst entscheiden. Das Land Hessen will zunächst schauen, wie es in anderen Bundesländern läuft – um dann gegebenenfalls kurzfristig Vorgaben zu machen.

Von Christina Hein Und Sebastian Schaffner

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