DRK-Kreisverband: Neuer Vorstand muss Altlasten beseitigen

+
Viel Arbeit liegt vor ihnen: Der neue geschäftsführende Vorstand des DRK-Kreisverbandes Rotenburg muss die Organisation in ruhiges Fahrwasser bringen. Unser Bild zeigt von links Vorsitzenden Björn Weber, Schatzmeister Alexander Stephan und den zweiten Vorsitzenden Lasse Ellenberger.

Rotenburg. Björn Weber, Lasse Ellenberger und Alexander Stephan wissen, dass sie sich keine leichte Aufgabe aufgebürdet haben.

Die drei bilden den neue geschäftsführenden Vorstand des DRK-Kreisverbandes Rotenburg. Die Männer sind praxis-gestählt. Sie arbeiten seit Jahrzehnten für das Rote Kreuz - haupt- oder ehrenamtlich.

Ein Novum: Mit den Rettungsassistenten Lasse Ellenberger und Alexander Stephan sind zwei Angestellte des Kreisverbandes praktisch in die Arbeitgeber-Position gewählt worden. Die Kreisversammlung hatte das im Februar mit der erforderlichen Drei-viertel-Mehrheit genehmigt. Vorsitzender Björn Weber arbeitet hauptamtlich als Facharzt für Anästhesie im Klinikum in Eisenach, war ehrenamtlich aber Kreisverbandsarzt.

Interessenskonflikte befürchtet zweiter Vorsitzender Lasse Ellenberger nicht: „Dass hauptamtliche Mitarbeiter auch in einem Vorstand arbeiten, ist in der Wirtschaft nichts Ungewöhnliches. Wir alle, Vorstand, Kreisversammlung und Mitarbeiter, wollen erfolgreich für den Verband arbeiten und die Arbeitsplätze sichern.“

Dass der neue Vorstand aus Rotkreuzlern von der Jugend an besteht, dass alle aus der Praxis kommen, wertet Ellenberger als weiteren Vorteil. „Das macht es uns leichter, den Mitarbeitern auch unbequeme Entscheidungen zu vermitteln.“

Auch Unbequemes vermitteln 

Vorsitzender Björn Weber spricht durchaus von einem Vertrauensvorschuss, den das Team durch seine langjährige Arbeit erhalten hat. Unbequeme Entscheidungen waren und sind nötig: 3,1 Millionen Euro betragen die Verbindlichkeiten des Kreisverbandes gegenüber den Kostenträgern, den Krankenkassen, aktuell. Die Summe ist aufgelaufen, weil in der Vergangenheit mehr Rettungseinsätze gefahren wurden, als mit den Kassen jährlich vereinbart waren. Das zunächst von den Kassen gezahlte Geld hätte zum großen Teil zurückgezahlt werden müssen. Das war jedoch nicht geschehen.

Schon der vorherige Vorstand hatte mit den Kassen einen Rückzahlungmodus vereinbart, der sich über sieben Jahre erstrecken soll. Für 2015 seien bereits Budget und Einsatzzahlen seitens der Kassen erhöht worden. Alles, was der Kreisverband nicht aus diesem Budget verbraucht, wird zur Rückzahlung verwendet.

Insgesamt muss der Verband sparen. Die Mitarbeiter im Rettungsdienst verzichten bereits auf alle Leistungen, die ihnen nach einer Betriebsvereinbarung zugestanden hatten, und erhalten ausschließlich Tarifleistungen. Insgesamt gibt es beim Kreisverband 107 Beschäftigte. Auch der DRK-Landesverband unterstützt den Kreisverband finanziell, erklärte der Vorsitzende.

Er setzt auf Transparenz, auf umfassende Information der Mitarbeiter, damit diese Vorschläge zur Optimierung von Arbeitsabläufen und weitere Änderungen mit dem Ziel, zu sparen, mittragen. Ein besseres Arbeitsklima, davon ist Lasse Ellenberger überzeugt, werde auch dazu beitragen, den Krankenstand der Mitarbeiter zu senken. Sie hätten in der Vergangenheit unter Unsicherheiten gelitten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.