Monatliches Angebot

Kurs beim DRK-Kreisverband: Wenn ein Kind verletzt ist 

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Wiederbelebung eines Babys – beziehungsweise in diesem Fall einer Puppe: Kursleiter Lasse Ellenberger mit (von links) Jana Aschenbrenner, Julia Wilhelm und Marina Silbermann. Foto: Achim Meyer

Rotenburg. Was tun, wenn sich das eigene Kind verletzt oder wenn es plötzlich Atemnot hat? Der DRK-Kreisverband Rotenburg bietet den Kurs Erste Hilfe am Kind an. Wir waren dabei.

Die Situation, die hier simuliert wird, mag man sich in der Realität gar nicht vorstellen: Leblos liegen zwei Babys in weißen Hemden nebeneinander auf einem Tisch. Zum Glück handelt es sich bei den Babys um Puppen, Requisiten des Kurses „Erste Hilfe am Kind“, den der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes anbietet.

Zehn Frauen sind dafür ins Hebammenhaus Storchenwiese in Rotenburg gekommen, alles Mütter bis auf eine Frau, die ihr erstes Kind gerade erwartet. Einen ganzen Tag lang widmet sich Lasse Ellenberger, Ausbildungsleiter im Kreisverband, den Teilnehmerinnen. Es geht um Unfallverhütung und das richtige Verhalten im Notfall: Wie reagiere ich, wenn sich das Kind verletzt oder etwas verschluckt hat, wenn es plötzlich unter Atemnot oder Bauchschmerzen leidet oder sich möglicherweise vergiftet hat.

Immer wieder ermuntert Ellenberger die Teilnehmerinnen dazu, eigene Ideen und Erfahrungen einzubringen, überlässt die Wiederbelebungsversuche an einer Puppe zunächst der Intuition der Frauen. Den Umgang mit dem Defibrillator erlernen sie, indem sie ihn ausprobieren. Diese Vermittlungsmethode, bei der die Teilnehmer zu Aktivität und Mitdenken angeregt werden, bewähre sich, erklärt Ellenberger. Gelerntes bleibe so besser in Erinnerung.

Ellenberger wünscht, dass insgesamt mehr Menschen und auch Väter den Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Aber: Die Motivation sei grundsätzlich groß, gehe es doch um das eigene Kind. Das bestätigt auch die 34-jährige Julia Wilhelm, die vor 16 Jahren letztmals an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnahm und jetzt einen elf Monate alten Sohn hat. „Er steckt sich regelmäßig etwas in den Mund“, sagt sie. Im Kurs lernt sie, das Kind über ein Bein zu legen und mit einem Klaps zwischen die Schulterblätter dazu zu bringen, etwas Verschlucktes wieder auszuspucken.

Außerdem hat sie gelernt, dass man den Kopf von Babys im Gegensatz zu dem von Erwachsenen bei der Wiederbelebung nicht überstrecken darf. Marina Silbermann hat erstmals von der sogenannten Gift-Hotline für Notfälle gehört. „Hoffentlich werden wir nichts von dem hier Gelernten gebrauchen müssen“, sagt die 27-jährige Jana Aschenbrenner. Lasse Ellenberger ist wichtig, Eltern durch den Kurs nicht zu verunsichern. „Sie sollen nicht übervorsichtig sein, damit die Entwicklung des Kindes nicht gehemmt wird.“ Was die Unfallverhütung angehe, gebe es keine Patentlösung. Wichtig sei, dass Eltern dazu angeregt würden, aufmerksam zu sein und über Dinge nachzudenken, die eine Gefahr darstellen könnten.

Der Kurs „Erste Hilfe am Kind“ findet in monatlichem Abstand an verschiedenen Orten im Kreisverband statt. Die nächsten Termine sind der 27. Oktober (Obersuhl) und der 1. Dezember (Rotenburg). Die Teilnahme kostet 35 Euro. Außerdem bietet das DRK Erste-Hilfe-Kurse für Kinder an. Kontakt:ausbildung@drk-kv-rotenburg.de, Telefon: 0 66 23/9 23 50.

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