Sorge um Blutreserven

DRK plant vor Weihnachten zusätzliche Blutspendetermine im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Teamleiter Remi Hiseni zeigt beim Blutspende-Termin in der Schildehalle einen Blutbeutel.
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Kann Leben retten: Beim Blutspende-Termin in Bad Hersfeld in der Schilde-Halle zeigt Remi Hiseni vom DRK-Blutspendedienst einem Blutbeutel

Noch sind die Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg ganz gut mit Blutkonserven versorgt. Doch über Weihnachten könnte es kritisch werden.

Hersfeld-Rotenburg – Während die Blutversorgung im ersten Lockdown kritisch war, sieht es jetzt deutlich besser aus. Das sagen Dr. Martin Grapengeter vom Klinikum Bad Hersfeld und Dr. Reiner Sitzler vom Kreiskrankenhaus Rotenburg auf Anfrage unserer Zeitung. Sorgen bereitet allerdings die Weihnachtszeit.

Ohne zusätzliche Spendetermine komme man mit den Vorräten nicht über die Feiertage, sagt Udo Sauer vom DRK-Blutspendedienst Baden Württemberg-Hessen. An Feiertagen und in den Ferien seien es ohnehin schon immer weniger Spender – die Pandemie könnte die Situation noch verschärfen, sagt auch Chefarzt Grapengeter. Die Vorräte reichen einige Tage, da aber zum Beispiel die Thrombozyten, also die Blutplättchen, nur etwa vier Tage haltbar sind, müssen kurz vor Weihnachten noch einmal Spendermine stattfinden.

Dr. Martin Grapengeter, Chefarzt Klinikum Bad Hersfeld

Das Risiko, sich bei einem Blutspendetermin anzustecken, sei laut Grapengeter sehr gering. Gerade die medizinischen Bereiche seien im Hinblick auf das Infektionsrisiko so sicher wie kaum ein anderer Ort. „Wir leisten die höchstmögliche Sicherheit“, sagt Christine Schuster vom DRK-Blutspendedienst. Sie hofft auch in der Weihnachtszeit auf viele Spender.

Maximal 37,5 Grad Celcius Körpertemperatur dürfen die Spender haben, andernfalls werden sie gar nicht erst hineingelassen. Außerdem müssen sie ihre Hände desinfizieren und bekommen einen Einweg-Mund-Nasen-Schutz, den sie die ganze Zeit über tragen müssen. Die Ärzte weisen im Vorgespräch darauf hin, dass im Falle innerhalb von fünf Tagen auftretenden Fiebers oder eines positiven Covid-19-Tests sofort die DRK-Hotline angerufen werden muss, um mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen. Durch die Terminreservierung kann außerdem genau festgestellt werden, wer wann und wie lange vor Ort war.

Laut Blutgruppen-Barometer auf der Internetseite des DRK-Blutspendedienstes liegen die Vorräte aller Blutgruppen im unteren Bereich. Vor allem bei den Blutgruppen Null Rhesusfaktor negativ und positiv ist die Versorgungslage kritisch.

Blut spenden trotz Corona - so war es in der Schilde-Halle

Die Blutspendetermine laufen derzeit unter etwas anderen Umständen ab. Wir waren in der Schilde-Halle in Bad Hersfeld dabei.

Es erklärt sich von selbst, dass auch während des coronabedingten Teillockdowns Blutkonserven benötigt werden. Für das Deutsche Rote Kreuz bedeutet das: höherer Arbeitsaufwand. Es müssen Terminlokale gefunden werden, die groß genug sind, um die Abstandsbestimmungen einzuhalten. Mitarbeiter und Spender müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Spender im Vorfeld Termine reservieren. Für alle eine Umstellung, aber keine Unmöglichkeit.

Statt der warmen Mahlzeit nach der Spende gibt es jetzt Lunchpakete to go, was Jürgen Trapp vom DRK sehr bedauert und auch für ihn mehr Aufwand bedeutet. Er hofft, bald wieder in die DRK-Geschäftsstelle am Seilerweg zurückkehren und dort in seiner Küche wieder warme Speisen zubereiten zu können. Trotzdem hat das Ganze auch einen positiven Aspekt für ihn: Durch die Termine weiß er genau, wie viele Spender kommen und kann dementsprechend die Lunchpakete packen.

Auch für die ehrenamtlichen Helfer kommen Aufgaben dazu: Sie müssen Desinfektionsspender aufstellen, diese regelmäßig auffüllen und die Liegen nach jedem Spender desinfizieren. Es ist aber nicht alles schlecht.

Durch die Terminreservierungen und die festgelegten Spenderzahlen entsteht weniger Druck. Das durchgängige Masketragen ist hingegen mit mehr Anstrengung verbunden, findet Christine Schuster, Teamleiterin des Blutspendedienstes. An der eigentlichen Blutabnahme hat sich nichts geändert. „Man kann ja keine Nadel mit eineinhalb Metern Abstand reinstechen“, sagt Remi Hiseni, Teamleiter des DRK-Blutspendedienstes.

154 Menschen sind zur jüngsten Blutspende in die Schilde-Halle in Bad Hersfeld gekommen. 16 davon waren Erstspender – laut Udo Sauer, Werbereferent des DRK-Blutspendedienstes eine hervorragende Zahl.

Die 52-jährige Susanne Wenzel hat an dem Abend in der Schildehalle zum ersten Mal ihr Blut gespendet. Sie war mit ihrer Arbeitskollegin, der 26-jährigen Denise Klöpfel vor Ort. Für beide ist klar, dass sie auch trotz Corona spenden wollen.

„Die Leute, die das Blut brauchen, können ja auch nichts für Corona“, sagt Klöpfel. Bis auf das Masketragen gebe es für die Kolleginnen keinen Unterschied zu Terminen unter normalen Umständen. Allgemein sei die Angst vor einer Ansteckung bei den Spendern bei dieser zweiten Welle wesentlich kleiner als bei der ersten, so Hiseni. „Es kann uns überall treffen, einen hundertprozentigen Schutz gibt es einfach nicht“, sagt Christina Schuster. Die Ehrenamtlichen müssten einfach auch auf das Pflichtbewusstsein der Spender vertrauen und auf die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen achten. (Lea-Sophie Mollus)

Die nächsten Termine

1. Dezember: Obersuhl, Bürgerhaus, 15.45 bis 19.45 Uhr,

4. Dezember: Weiterode, Ellis Saal, 15.45 bis 20 Uhr

8. Dezember: Bad Hersfeld, Schilde-Halle, 15.45 bis 19.45 Uhr

11. Dezember: Rotenburg, Bürgersaal, 16 bis 20 Uhr

16. Dezember: Mansbach, 15.45 bis 19.45 Uhr

21. Dezember: Philippsthal, Kreuzberghalle, 15.45-19.45 Uhr

23. Dezember: Niederjossa, Bürgerhaus,15.45 bis 19.45 Uhr

Anmeldung: drk-blutspende.de/blutspendetermine ( lea)

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