Maximal 15 Schüler

Eltern und Schüler der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg fordern halbe Klassengrößen

Sie fordern Veränderung: Mitglieder der Schulkonferenz der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg haben für ihre Initiative eine Mehrheit bekommen. Unser Bild zeigt von links das Mitglied der Schulkonferenz Markus Paul, Schülersprecher Elias Teichmöller und Calantha Siel, ehemalige Schülersprecherin und Mitglied der Schulkonferenz.
+
Sie fordern Veränderung: Mitglieder der Schulkonferenz der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg haben für ihre Initiative eine Mehrheit bekommen. Unser Bild zeigt von links das Mitglied der Schulkonferenz Markus Paul, Schülersprecher Elias Teichmöller und Calantha Siel, ehemalige Schülersprecherin und Mitglied der Schulkonferenz.

Eltern und Schüler der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule sind sich einig: Das hessische Kultusministerium soll die maximale Anzahl von Schülern pro Klasse an Schulen auf 15 begrenzen.

Rotenburg – Das fordern gewählte Vertreter. Dass in kleinen Gruppen besser gelernt werden kann, dass Lehrkräfte Kinder und Jugendliche besser fördern können, wenn sie sich um 15 statt um 30 kümmern, ist keine neue Erkenntnis. Generationen von Lehrkräften und Eltern haben das schon gefordert.

„Aber damals gab es noch keine Digitalisierung“, sagt Schulelternbeiratsvorsitzender Jörn Ewald. Während des Wechselunterrichts in der Pandemie habe sich gezeigt, dass der Stoff schneller und intensiver mit der Hälfte der Schüler zu bearbeiten sei. „Aus der Lehrerschaft kamen Signale, dass sie besser auf die Schüler eingehen können“, berichtet Ewald. Man könne auf jeden einzelnen Schüler eingehen und ihn persönlich ansprechen. Auf diese angemessene Art zu unterrichten solle nicht mehr verzichtet werden.

„Es macht auch gar keinen Sinn, nicht die beste Methode für uns zu wählen“, sagt Schülersprecher Elias Teichmöller. „Wir sind die Zukunft. Man muss bestrebt sein, uns den höchstmöglichen Stand des Wissens zu vermitteln. Das hilft dem ganzen Land.“

Digitalisierung könnte bei der Umsetzung helfen

Mithilfe der Digitalisierung könnte das auch umgesetzt werden, ist Schulelternbeiratsvorsitzender Ewald sicher. Damit würde auch das Argument beseitigt, dass es weder genügend Lehrkräfte noch Räume für eine Verkleinerung der Klassen gebe. Zwar gebe es bereits jetzt Lehrermangel, „aber wenn wir nicht anfangen, Verbesserungen zu fordern, wird sich nichts ändern.“

Markus Paul, von Hause aus Sozialpädagoge und Mitglied der Schulkonferenz, mahnt allerdings an, das soziale Lernen nicht zu vergessen, das ebenfalls in kleinen Gruppen besser erfahren würde. Seine Vorstellungen gehen daher noch ein wenig weiter: Schule sollte auch Lebensort sein, der den ganzen Tag über Platz für neues Wissen, aber auch für Sozialtraining lässt, fordert er.

„Warum sollte die Regierung gerade bei der Bildung sparen“, fragt Schülerin Calantha Siel. „Was wir lernen, ist das, worauf unsere künftige Gesellschaft aufbaut.“ Siel hält ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue Schule, die mehr als Stoff vermittelt und durch den Blick auf einzelne Schüler Probleme früher erkennen und durch das Vertrauensverhältnis besser ausräumen kann.

Schülersprecher: Wollen wir in der Bildung zurück in die alte Normalität?

Eine Rückkehr zur Normalität werde häufig beschworen. „Aber wollen wir denn in der Bildung zurück in diese alte Normalität?“, fragt Elias Teichmöller. Besser sei es, eine innovative Schule zu schaffen und die aktuelle Krise als Chance für die Bildung nutzen.

Mit ihrem Schritt in die Öffentlichkeit wollen sie „der Funke sein, der das Feuer für eine andere Bildungslandschaft entfacht“, sagt Elias Teichmöller. Die Schülerschaft sei gut vernetzt über das Internet, jetzt gelte es, den Prozess weiter voranzutreiben. „Durch permanentes Piksen können wir etwas verändern.“ (Silke Schäfer-Marg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.