Sender wirft der Stadt Geschacher mit Not der Flüchtlinge vor

Empörung über Beitrag des HR zum Asylheim in Rotenburg

Starke Bildsprache: So beginnt der Beitrag der Hessenschau über die Rotenburger Forderungen zur Erstaufnahmeeinrichtung in der Alheimer-Kaserne. In einem dunklen Zimmer wird Geld über den Tisch gereicht. Darauf steht ein kleines Fußballfeld – Symbol für den Sportplatz auf dem Kasernengelände, für den sich die Stadtverordneten Kunstrasen und Flutlicht wünschen. Screenshot: Hessischer Rundfunk

Rotenburg. Die Rotenburger wollen dafür bezahlt werden, dass sie Flüchtlinge bei sich aufnehmen. Diesen Vorwurf erhebt der Hessische Rundfunk in einem Fernsehbeitrag.

In der Stadt sorgt der Bericht für Empörung.

Die Hessenschau hat am Donnerstag eine Resolution der Stadtverordneten aufgegriffen. Sie haben 17 Forderungenfür ein gutes Zusammenleben mit den Flüchtlingen in der der Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in der Alheimer-Kaserne erhoben (wir berichteten). Am Ende der Liste geht es auch um dritte Fuldabrücke, Stadtentwicklung und den Kasernen-Sportplatz.

Kommentar zum Thema

Kommentar zum Asylheim-Bericht des HR: Fehlendes Handwerk

„Die Stadtverordneten fordern unverhohlen vom Land Geld dafür, dass Rotenburg Flüchtlinge aufnimmt“, kommentiert der HR. Kein Wort dazu, dass es um alte, vom Land längst akzeptierte Forderungen zur Verkehrsanbindung der Kaserne geht und der Sportplatz „zur Nutzung für die Bewohner der HEAE“ gedacht ist, so die Resolution.

Ein Fernsehbeitrag müsse eben verkürzen, sagt der Leiter des HR-Studios Wiesbaden, Thomas Kreutzmann, auf Nachfrage. Seine Redaktion habe die Resolution aufgegriffen, weil sie in der Landesregierung diskutiert werde. Davon gehe eine hessenweite Beispielwirkung aus. Belegen kann er diese Einschätzung nicht. Es seien Informationen aus Regierungskreisen.

Hier sehen Sie die Resolution.

Bürgermeister Christian Grunwald, der beim HR selbst zu Wort kommt, ist enttäuscht, dass der öffentlich-rechtliche Sender so verkürzt berichte und Meinungsmache betreibe: „Die laufen in einer fragilen Stimmungslage mit der brennenden Fackel ins Munitionslager.“ Dabei seien alle Forderungen legitim und stünden im Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterkunft. Auch Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch ist entsetzt: „Wir werden als raffgierig dargestellt.“ Der Beitrag sei kommentierend, gibt Kreutzmann zu: „Fernsehen ist eben ein plakatives Medium.“

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