Sie übernimmt Verantwortung

Engagiert aus Heimatliebe: Sylvia Schellhase ist neue Ortsvorsteherin in Atzelrode

Unter der Dorflinde am Dorfgemeinschaftshaus: Atzelrodes Ortsvorsteherin Sylvia Schellhase kümmert sich auch um die Vermietung des Hauses. Hier ist auch der Platz, wo es freies Wlan gibt.
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Unter der Dorflinde am Dorfgemeinschaftshaus: Atzelrodes Ortsvorsteherin Sylvia Schellhase kümmert sich auch um die Vermietung des Hauses. Hier ist auch der Platz, wo es freies Wlan gibt.

Für Sylvia Schellhase bedeutet ihr Amt nicht, Politik zu machen. „Ich würde eher sagen, ich übernehme Verantwortung für unser Leben im Dorf“, sagt die neue Ortsvorsteherin von Atzelrode.

Atzelrode - Bei der Kommunalwahl mit dem System Kumulieren und Panaschieren konnte die 53-Jährige die mit Abstand meisten Stimmen auf sich vereinen. In Atzelrode war eine freie Wählerliste angetreten, der Ortsbeirat hat sieben gewählte Mitglieder. 127 Wahlberechtigte gibt es dort, 78 haben ihre Stimmen abgegeben. Sylvia Schellhase hat 112 Stimmen bekommen. Ortsbeiratsarbeit ist für sie Teamarbeit, alle ziehen mit.

Sie folgt auf Karl-Friedrich Schnaar, der mehrere Amtsperioden Ortsvorsteher im 165-Seelen-Dorf war, dem auch noch der Wohnplatz Wüstefeld zugeordnet ist. Auch sie hatte zuvor schon im Ortsbeirat mitgearbeitet. Ein Leben ohne Ehrenamt ist für die Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern und einer weiteren Tochter kaum vorstellbar.

„Ich habe schon immer mitgearbeitet“, sagt Sylvia Schellhase, die aus Mönchhosbach stammt und nach dem Besuch der Realschule in Sontra eine Ausbildung zu Industriekauffrau absolviert hatte. Ihren Mann Thomas, einen Atzelröder, hat sie 1986 in der Bebraer Disco Hippo kennengelernt. Schon 1987 zog das Paar zusammen, zunächst nach Hergershausen, dann nach Heinebach und schließlich nach Atzelrode. Nachdem sie schon als Jugendliche im Jugendrotkreuz und in der Konfirmandenbetreuung aktiv war, setzte sie sich auch in ihrer neuen Heimat ein. 18 Jahre schon ist sie im Kirchenvorstand, engagiert sich zudem in der Spinnstube, einem Zusammenschluss von Frauen, die das soziale Leben im Dorf organisieren: Seniorennachmittag, Osterfrühstück, Ehemaligentreffen, Adventsfeiern oder Koch- und Backaktionen, sogar hin und wieder einen Trauerkaffee organisieren die 15 Dorfbewohnerinnen.

Sylvia Schellhase ist immer mittendrin. „Ich bin gerne hier und engagiere mich deshalb.“ Beruflich arbeitet sie an zwei Stellen, im Bereich Buchhaltung und in der Seniorenbetreuung im Altenheim. Und obendrein ist sie noch stolze Oma. „Etwas zu wenig Luft“ für sich selbst bleibe da, konstatiert sie. Aber es ist keine Beschwerde. Im Gegenteil: Sylvia Schellhase wirkt zufrieden und entspannt. Zu tun bleibt im Ortsbeirat genug: Die Überflutung im Ahrtal hat gezeigt, dass mit kleinen Bächen nicht zu spaßen ist. Der, der erst ab Atzelrode zum Mündersbach wird und im darüberliegenden Wald entspringt, wird in eine Verrohrung gezwungen. Er bringt bei Regen jedoch Schlamm und Geröll mit, was zusätzlich die Rohre verstopft. „Hier suchen wir eine Lösung“, sagt Schellhase. Im Rathaus sei das Problem bereits bekannt.

Auch für die Busanbindung wird eine andere Lösung gewünscht. Noch immer fährt ein großer Bus ins Dörfchen, weil Atzelrode eben Teil einer Linie ist, die in manchen Bereichen gut ausgelastet ist. Das Straßennetz im Dorf, wo der Bus auch wenden muss, leide jedoch unter dieser Belastung. „Da wünschen wir uns eine bessere Lösung.“

Für kleine Nachbarschaftsdienste will die Ortsvorsteherin jetzt erst mal die Liste aktualisieren, in der sich alle eingetragen haben, die zu Einkäufen oder Arztbesuchen andere Atzelröder mitnehmen würden. Man hilft sich im Dorf.

Von Silke Schäfer-Marg

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