Rundgang mit besonderer Beleuchtung

Fünfte Rotenburger Entdeckernacht: Viel Unentdecktes liegt auf dem Weg

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Empfing die Gäste in der Mikwe mit Fettenbrot (von links): Monika Knierim, Helga Schlein und Leonard Heimbuch.

Rotenburg. Schon zum fünften Mal fand am Wochenende in Rotenburg die Entdeckernacht statt. Ein Rundgang von der Kirche bis zum Hexenturm.

Ein bisschen ist die Entdeckernacht wie der Nikolausabend: Gebückte Gestalten gehen durch Gassen und Gänge. Ohne Zipfelmütze zwar, aber wie beim Nikolaus in der frohen Erwartung, etwas Neues zu entdecken und etwas Leckeres zu erhaschen.

Erstaunlich viele Rotenburger sind auf Tour. Wer vom Dickenrück kommt, sieht bei der katholischen Kirche erste Entdeckerfackeln. Annelie Hopt geleitet ihre Gäste ins Innere des von vielen Kerzen stimmungsvoll erleuchteten und von sphärischen Klängen durchfluteten Gotteshauses. Das Kreuz hinter dem Altar ist erst in blaues, dann grünes und rotes Licht getaucht. Veranstaltungstechniker Axel Deubener eröffnet durch sich immer wieder neu überlappende Schatten noch nie entdeckte Perspektiven. Eine in der Kaserne untergebrachte Gruppe syrisch-orthodoxer Christen ist begeistert, und auch Peter Erbe und Christian Offer sind angetan von der einzigartigen Atmosphäre. Zum Abschied gibt’s Waffeln und Kräuterschnaps.

Durch den Schlosspark geht’s zur Bibliothek im Schloss, in der vor knapp 200 Jahren die erste katholische Kapelle errichtet wurde. Stadtführerin Christa Proske berichtet aus alten Zeiten, Elsbeth Aubel und Christine Adam vom Alheimer-Verein verwöhnen die Gäste mit Schokoladenpudding und Quarkkeulchen.

An der Turbine: Das Wasserkraftwerk Haag war eine der Stationen der 5. Rotenburger Entdeckernacht. Auch Besucherin Gabriela Eichwede bestaunte die Anlagen, die aus dem Fluss der Fulda Strom erzeugen. Fotos: Apel

Dann ist das Kreisheimatmuseum dran: Dieter Liebhäuser und Franz Mansky verweisen auf die laufende Ausstellung der Kunst-AG von Lothar Kolb. In knapp 100 Minuten haben sie schon weit über 100 Besucher gezählt: „Manche gehen bis ganz nach oben!“ Manche lassen sich auch von Stadtführerin Ursula Nonn „nur“ über die spannende Geschichte des „Hauses der Prinzen“ informieren. Wie Carolin und Nina Mattfeld aus Hannover, die durch Zufall auf die Entdeckernacht aufmerksam geworden sind. 

Unterwegs wird diskutiert, ob die Kürbissuppe besser schmeckt als die Turbinensuppe im Wasserkraftwerk Haag. Letztere liegt vorn, aber sie ist auch ausgelöffelt, als Heidelberger VdK-Mitglieder staunend beobachten, wie man in einer alten Mühle Strom macht. Conny Haag-Lorenz ist zufrieden.

Im Kellergewölbe des Steinernen Hauses informiert Stadtführerin Irmtraud Fleischhut, und in der Mikwe sind zeitweise so viele Besucher, dass sie wie Streichhölzer stehen müssen.

Deshalb schnell zur Jakobikirche, wo Pfarrer Michael Dorfschäfer von Dekanin Gisela Strohriegl geerntete und von ihm selbst zu Jakobi-Gelee verarbeitete Quitten anbietet - und zum Hexenturm, in den man sich ganz schön tief zu Kerstin Schulz hineinbücken muss. Schlusspunkt soll der Festsaal des alten Rathauses sein, wo es neben Informationen von Nachtwächter Theo Drude sehr leckere, von Waltraud Ring-Körtel geprägte und vom Verein Gemeinsam in Rotenburg servierte Käsehäppchen gibt. Und jede Menge Unentdecktes. Wie überall bei der Entdeckernacht.

Von Wilfried Apel

Entdeckernacht in Rotenburg

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