Erkältungswelle überrollt den Kreis

Hersfeld-Rotenburg. Im gesamten Landkreis wird geschnieft, gekrächzt und gehustet - und zwar weit mehr als üblich in dieser Jahreszeit. Das haben Hausärzte und auch die Krankenkasse AOK registriert.

Die Patienten leiden nicht an der klassischen Influenza, also einer schweren Virusgrippe, gegen die üblicherweise geimpft werden soll. Vielmehr sind es grippale Infekte, die den Menschen aktuell zusetzen, berichten übereinstimmend der Sprecher der Rotenburger Hausärzte, Dr. Wilfried Rank, und sein Bad Hersfelder Kollege Dr. Martin Ebel. Letzterer spricht von einem regelrechten „Cluster“, einer Ballung von Krankheitsfällen, die die Ärzte derzeit in Anspruch nehmen. Er und auch Dr. Rank vermuten, dass der Wetterwechsel von schmuddelig-lauwarm auf plötzlich kalt eine Ursache der Krankheitswelle ist. Offenbar habe das zu Anpassungsschwierigkeiten geführt.

Eine enorme Zunahme an Krankmeldungen, viel höher als im vergleichenbaren Zeitraum der Vorjahre, hat man auch bei der AOK registriert, erklärte deren Sprecher Stephan Gill. Zahlen gibt es zwar noch nicht, dafür aber entsprechende Berichte von erfahrenen Mitarbeitern

Wer schwere körperliche Arbeit zu leisten hat, sollte auf jeden Fall bei einem grippalen Infekt zu Hause bleiben, sind sich die Ärzte einig. Anders ist es bei leichten körperlichen Tätigkeiten, die vor allem Denk- und Entscheidungsleistungen fordern. „In so einem Fall ist es oft Ermessenssache, ob man vom Arbeitsplatz weg bleibt“, sagt Dr. Ebel. Grundsätzlich sei es besser, sich ein paar Tage zurückzuziehen, um dann wieder mit voller Kraft arbeiten zu können.

Wer zur Arbeit gehen muss, sollte Distanz zu seinen Kollegen halten, ganz häufig die Hände waschen und aufs Händeschütteln möglichst verzichten. Denn das sei hauptverantwortlich für „Bazillenaustausch“.

Von Silke Schäfer-Marg

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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