Auto umfuhr Festgesellschaft und brauste entgegen der Einbahnstraßenrichtung

Steinweg-Eröffnung in Rotenburg mit drastischem Beispiel

Ein Jahr lang war der Steinweg in Rotenburg Baustelle, nun ist die Umgestaltung abgeschlossen.
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Ein Jahr lang war der Steinweg in Rotenburg Baustelle, nun ist die Umgestaltung abgeschlossen. Zur Wiedereröffnung gab es einen kleinen Festakt.

Reden, Sekt und gute Wünsche - der Steinweg in Rotenburg wurde am Samstag nach einjähriger Bauzeit symbolisch wiedereröffnet. Dabei gab es einen kleinen Zwischenfall.

Rotenburg - Es hätte kaum einen drastischeren Beweis dafür geben können, dass der Steinweg in Rotenburg zurecht zumindest zeitweise für den Autoverkehr geschlossen werden soll: Als die umgestaltete Straße am Samstagvormittag mit einem kleinen Festakt eröffnet wurde, umfuhr ein Auto aus Richtung alter Fuldabrücke die wartende Menschengruppe vor dem Steinernen Haus und brauste entgegen der Einbahnstraßenrichtung in die bereits jetzt verkehrsberuhigte Zone.

Die überrumpelte Festgesellschaft schnappte kollektiv nach Luft. Bürgermeister Christina Grunwald nannte den Fahrer „eiskalt“. Bislang ist der Fahrer noch unbekannt, deshalb konnte noch nicht Anzeige erstattet werden. Für die Erneuerung des Steinwegs wurden 360 000 Euro ausgegeben, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 120 000 Euro, berichtete der Bürgermeister. Er sprach von der besonderen Bedeutung der Straße, die wegen des Leerstands auch gern mal als Sorgenkind der Stadt gesehen wurde. Dass es auch die Rotenburger durch ihr Kaufverhalten ein wenig selbst in der Hand haben, wie es um die Zukunft der Innenstadt bestellt ist, sagte Staatsminister Michael Roth: Onlinehandel sei zwar bequem, aber eine Abstrafung der Heimat, meinte er. Belebte Innenstädte seien Orte der Begegnung und des Austauschs. Die vergangenen eineinhalb Jahre unter Corona seien deshalb eine Katastrophe für Städte gewesen.

Positiv zum Stadtumbau und äußerten sich auch andere Gäste wie CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt und Landrat Torsten Warnecke, der Karl-Heinz Lies eine Stracke überreichte. „Kalle“ Lis gehört zu denen, die sich ehrenamtlich für die Stadt und den Stadtumbau engagieren, sei es als Vorsitzender des Vereins Gemeinsam in Rotenburg oder in der Lokalen Partnerschaft (Lopa), der Gruppe, in der die Bürgerschaft am Umbau beteiligt ist.

MER-Geschäftsführer Torben Schäfer dankte ebenfalls der Lopa und allen, die bislang am Stadtumbau mitgewirkt haben. Er stand mit seinem Team anschließend für Fragen zu Verfügung und präsentierte erstmals Grafiken, die zeigen, wie das Fuldaufer künftig aussehen soll – ein weiterer Baustein im Stadtumbauprogramm für mehr Lebensqualität in Rotenburg.

Von Silke Schäfer-Marg

Der Stadtumbau geht weiter: Nach den Ansprachen am Steinweg präsentierte MER-Geschäftsführer Torben Schäfer die Entwürfe für die Neugestaltung des Fuldaufers.

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