500 Asylanten könnten in die Alheimer-Kaserne

500 Asylanten könnten in die Alheimer-Kaserne

Rotenburg. Das Land Hessen prüft die Einrichtung eines Erstaufnahmelagers für Flüchtlinge in der Alheimer Kaserne in Rotenburg.

Über diese Pläne informierte am Donnerstag die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Sie beruft sich auf Informationen aus der Abteilung Migration beim Regierungspräsidium Gießen.

Aktualisiert um 18.50 Uhr.

Das dortige Erstaufnahmelager ist bereits jetzt völlig überfüllt. Das Land sucht deshalb dringend Ausweichkapazitäten. In der komplett sanierten Kaserne könnten rund 500 Flüchtlinge Aufnahme finden. „Es ist noch nichts entschieden“, sagte Künholz unserer Zeitung. Dies sei aber wohl nur eine Frage der Zeit, denn Hessen rechnet angesichts der weltweiten Krisenherde mit einer Verdopplung der Zahl der Asylsuchenden auf 40.000 im kommenden Jahr. „Wir haben die ethische und humanitäre Verpflichtung, unseren Teil zur Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe zu leisten“, stellte die Sozialdemokratin klar.

Künholz lobte ausdrücklich die Bemühungen von CDU-Bürgermeister Christian Grunwald, der im Präventionsrat bereits über die Absichten des Landes informiert hat und eine Integration der Menschen ohne soziale Konflikte anstrebt, sollte die Wahl auf Rotenburg fallen.

Es sei allerdings „starker Tobac“, dass das Land immer mehr Behörden und Fachkräfte aus dem Landkreis abziehe, und im Gegenzug immer mehr Flüchtlinge hier unterbringen will, kritisierte Künholz. Wenn die Pläne so umgesetzt werden, müsste sich Rotenburg vermutlich von der Hoffnung auf eine anderweitige zivile Nachnutzung verabschieden. Auch die dritte Fulda-Brücke werde dann sicher nicht gebaut. Künholz stellte deshalb eine Reihe von Forderungen an das Land auf.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt, die sich ebenfalls stark für die Alheimer-Kaserne engagiert, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass noch keine abschließende Entscheidung über die Unterbringung gefallen sei.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald ist „mehr als befremdet“ über die Informationspolitik von Erster Kreisbeigeordneter Elke Künholz. Ohne Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort betreibe sie „wahlkampftaktische Effekthascherei“. Fakt sei: Bei der Entscheidung für die Einrichtung eines Erstaufnahmelagers in der Alheimer-Kaserne hätten das Regierungspräsidium in Gießen, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und die Stadt Rotenburg als planende Behörde den Hut auf. Die Bima habe deutlich gemacht, dass die Kaserne aktuell nicht zur Verfügung stehe, weil sie noch militärisch genutzt werde. Eine Doppelnutzung sei ausgeschlossen. Und der Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, Dr. Wolfgang Dippel, habe erklärt, die Kaserne sei zwar geeignet, aber nur eine von mehreren möglichen Objekten. (kai/sis)

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