Unkomplizierte Registrierung bei DKMS

Lispenhäuser Eugen Schneider braucht eine Stammzellenspende: Aufruf von Vereinen

Gemeinsam für Opa Eugen – so heißt die Online-Aktion der DKMS. Das Bild zeigt den an Leukämie erkrankten Eugen Schneider mit seinem Enkel Luan Ocean.
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Gemeinsam für Opa Eugen – so heißt die Online-Aktion der DKMS. Das Bild zeigt den an Leukämie erkrankten Eugen Schneider mit seinem Enkel Luan Ocean.

Mit einer Welle der Hilfsbereitschaft reagieren Vereine und Einzelpersonen auf die Nachricht, dass Eugen Schneider an Leukämie erkrankt ist.

Rotenburg/Bebra – Der 63-Jährige, der mit seiner Frau in Bebra wohnt und den Großteil seines Lebens in Lispenhausen verbracht hat, war früher Trainer im Frauenfußball, unter anderem beim SCL und dem ESV Hönebach, und gehört noch heute der Feuerwehr Lispenhausen an.

Sportler und Feuerwehrkameraden, Freunde und Bekannte lassen sich derzeit bei der DKMS zur Stammzellenspende registrieren und fordern die Spendenutensilien an. „Das geht ganz einfach und kostet nichts“, sagt zum Beispiel SCL-Vorsitzender Manuel Bachmann, der bereits sein Testpäckchen zurück an die DKMS gesendet hat. Rotenburgs Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut und Lispenhausens Wehrführer Jens Mackel werben ebenfalls auf allen Plattformen der Feuerwehren dafür, dass sich Kameraden typisieren lassen.

Zwei enge Freundinnen der Familie, Alexandra Woscheck und Julia Fernau, haben die Online-Typisierung bei der DKMS organisiert und rühren die Werbetrommel dafür in sozialen Medien und demnächst auch mit Flyern und Plakaten. Sie bemühen sich auch, so sagt Alexandra Woschek, die Familie ein bisschen zu entlasten.

Eugen und Gabi Schneider haben zwei Kinder und sind vor zwei Jahren Großeltern von Enkel Luan Ocean geworden. Bereits vor elf Jahren hatte Eugen Schneider die Diagnose Hodenkrebs bekommen.

„Es war für alle das Gefühl von Todesangst, als wenn einem jemand den Boden unter den Füßen wegzieht und man von jetzt auf gleich seinen ganzen Lebenshalt verliert“, berichtet Gabi, seine Frau. Es war ein langer und steiniger Weg, aber mit dem Rückhalt der Familie und seiner Freunde besiegte er den Krebs. Es folgten ein paar unbeschwerte Jahre. Vor wenigen Wochen erhielt Eugen Schneider die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Die Krankheit soll durch die Chemotherapie der vorausgehenden Krebserkrankung ausgelöst worden sein. Jetzt kann nur eine Stammzellenspende Eugen Schneider retten. Um einen geeigneten Spender finden zu können, sollten sich möglichst viele Menschen bei der DKMS-Online-Aktion registrieren lassen. Normalerweise, so sagt auch der Rotenburger Stadtbrandinspektor, würde man eine öffentliche Aktion organisieren. In Corona-Zeiten geht das nicht. Deshalb muss jeder für sich an der Aktion teilnehmen.

Die Pandemie erschwert derzeit auch das Leben von Eugen Schneider zusätzlich. Er vermisst seine Familie. Seine Frau darf ihn derzeit nur alle zwei Wochen für jeweils eine halbe Stunde besuchen. Mit Telefonaten und Videoanrufen hält die Familie Kontakt. Aufgeben ist für Eugen keine Option.

Eugen Schneider hat viele Unterstützer. Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald appelliert: „Es ist eine Frage der Ehre und des Zusammenhalts, sich registrieren zu lassen.“ Bebras Ehrenbürger Wolfgang Schneider hat die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen.

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Eugen und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über dkms.de/eugen die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden. (Silke Schäfer-Marg)

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