Wochenendporträt

Elmar Vogel aus Iba ist neuer Leiter der Polizeistation Rotenburg

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Seit Anfang Februar im Amt: Elmar Vogel ist neuer Leiter der Polizeistation Rotenburg. Der 55-Jährige aus dem Bebraer Stadtteil Iba ist in der Region vor allem in Fußballerkreisen bekannt. 

Rotenburg. Schichtdienst, Überstunden, zunehmende Aggressivität beim täglichen Gegenüber – was spricht eigentlich dafür, heute noch Polizeibeamter zu werden?

„Es ist einer der interessantesten Berufe, die ich mir vorstellen kann“, sagt Elmar Vogel. Der 55-Jährige ist seit 1. Februar neuer Leiter der Polizeistation Rotenburg.
Er hat seinen beruflichen Wechsel vom Großhandelskaufmann zur Polizei nicht bereut. „Man lernt unglaublich viel fürs Leben“, sagt der gebürtige Ibaer, der sich über seine neue Position freut. „Für mich war das Angebot, die Rotenburger Dienststelle zu leiten, fast so etwas wie ein Sechser im Lotto.“ Der heimatverbundene Vogel erkennt eine große Wertschätzung und auch einen Vertrauensvorschuss in der neuen Position.

Seine neuen Kollegen, von denen er schon viele vorher kannte, haben ihn gut aufgenommen, findet Vogel und fühlt sich willkommen. „Ich muss das Rad hier nicht neu erfinden. Mit dem, was wir hier haben, kann man gut arbeiten“, sagt er. Der neue Mann an der Spitze weiß natürlich um die hohe Grundbelastung seiner Mitarbeiter. Er setzt auf offene Gespräche im Umgang mit ihnen.

Angriff gegen Rechtsstaat

Vogel ist ein erfahrener Beamter. Was ihn besorgt, ist die zunehmende Aggressivität gegenüber Polizeibeamten, die sich auch in körperlichen Attacken zeigt. „Für mich endet die Toleranz hier. Ein Angriff gegen einen Polizisten ist auch ein Angriff gegen den Rechtsstaat.“

Auch Straftaten gegen ältere Menschen, zum Beispiel der Enkeltrick mit all seinen unschönen Varianten zählen für ihn zu den „feigsten Verbrechen“, weil sie sich gegen schwächere Menschen richten. Vogel will eng mit der Kripo zusammenarbeiten, um solchen Straftaten zu begegnen.

Der neue Dienststellenleiter ist vor allem in Fußballerkreisen bekannt. Schon als kleiner Junge fing er in Iba an zu kicken, hatte im Verlauf seiner Sportlerlaufbahn auch Angebote von hochklassig spielenden Vereinen, die allerdings ein schon professionelles Trainingsverhalten einforderten. „Mein Vater wollte mich dabei unterstützen“, sagt Elmar Vogel. „Ich musste mich entscheiden.“ Doch sein Vater sei dann verstorben. „Das war ein herber Einschnitt. Man wird auf einen Schlag erwachsen.“ Vogel spielte beim FV Bebra und beim ESV Ronshausen – so lange es gesundheitlich passte.

Den Kopf frei bekommen

Nach einer Rücken-OP schwenkte der noch immer sportlich aktive Beamte um zum Laufen, Fahrradfahren und Schwimmen. Das Laufen in den heimischen Wäldern, die unkomplizierte Art, den Kopf frei zu bekommen, ist einer der vielen Vorteile des Lebens in unserer Region. „In einer Stadt könnte ich nicht wohnen“, sagt Elmar Vogel. Vogelgezwitscher statt Fluglärm – das macht auch das Leben hier für ihn zu einem Sechser im Lotto.

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