Flüchtlinge in Rotenburg: Minister stellt sich Fragen der Bürger

Die Unterbringung von Flüchtlingen in der Rotenburger Alheimer-Kaserne, die ab 1. August als Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) dienen wird, ist am Donnerstag Thema einer Bürgerversammlung.

Auch Hessens Sozialminister Stefan Grüttner wird sich den Fragen der Rotenburger stellen.

Noch im Sommer soll die Kaserne mit 600 Flüchtlingen teilbelegt werden. Ende Juli werden Betten und Spinde in die Kaserne geliefert, am 1. August treffen die ersten Flüchtlinge ein. Das erklärte die Pressesprecherin des Sozialministeriums, Esther Walter, auf Anfrage. Die Flüchtlinge haben unterschiedliche Nationalitäten und religiöse Zugehörigkeit. Familien und Einzelpersonen werden kommen.

Die zusätzliche EAE soll zur Entlastung der überfüllten Gießener Einrichtung dienen. Dass die Flüchtlinge kommen werden, war bereits länger bekannt. Allerdings war man in Rotenburg davon ausgegangen, dass dies erst nach dem vollständigen Abzug der Bundeswehr im April 2016 sein würde. Somit wäre ausreichend Zeit gewesen, Verwaltung und Bevölkerung der Stadt auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten. Aufgrund der rasant steigenden Zahl von Menschen, die in Deutschland um Asyl bitten, einigten sich Bund und Land allerdings sehr schnell auf die Umnutzung der Kaserne.

Auch im Rotenburger Rathaus wird mit Hochdruck gearbeitet, um den schnellen Start der Flüchtlingsunterkunft positiv zu gestalten. Unter anderem bemüht man sich um die Finanzierung von Streetworkern, die als Bindeglied zwischen Flüchtlingen und Stadt arbeiten sollen. Bürgermeister Christian Grunwald geht davon aus, dass es zur Versammlung einen Riesenansturm geben wird. Viele Rotenburger fühlen sich von den Ereignissen überrollt. „Wir hoffen, dass in der Bürgerversammlung konkrete Informationen gegeben werden, die zur Versachlichung beitragen“, sagt Grunwald.

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