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Frauen-Fußball auf Großbildleinwand: Vorfreude auf die Final-Party in Rotenburg

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Von: Christopher Ziermann

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Daumen drücken: Im Rotenburger Schlosspark wird morgen beim Public Viewing mitgefiebert. Unser Foto zeigt Fans, Mitarbeiter der Sportagentur Speed, freiwillige Helfer der Volleyballabteilung der TG Rotenburg und Geflüchtete aus dem
Ukraine Hilfe- und Kulturverein Bad Hersfeld-Rotenburg, die auch als freiwillige Helfer dabei sind.
Daumen drücken: Im Rotenburger Schlosspark wird morgen beim Public Viewing mitgefiebert. Unser © Christopher Ziermann

Der Frauen-Fußball hat während der Europameisterschaft an Popularität gewonnen – auch in Rotenburg, wo im Schlosspark auch zum Finale am heutigen Sontag, 31. Juli, eines der deutschlandweit sehr rar gesäten Public-Viewing-Events stattfindet.

Rotenburg – „Der Frauen-Fußball hat in den vergangenen Wochen eine neue Aufmerksamkeit bekommen. In ganz Deutschland, aber durch unser Angebot in Rotenburg vielleicht noch ein wenig mehr“, sagt Klaus Hartwig von der Neuensteiner Sportagentur Speed.

Die Entscheidung, zur Europameisterschaft im Rotenburger Schlosspark erstmals auch Frauen-Fußball als Public Viewing zu zeigen, war richtig, ist sich auch Agentur-Chefin Heide Aust sicher. „Da ist was in Bewegung gekommen. Das wird zur Weltmeisterschaft in zwei Jahren nicht wieder eingeschlafen sein“, sagt sie. Während das Interesse in der Vorrunde mit 50 bis 70 Zuschauern noch überschaubar war, waren zum Viertel- und Halbfinale nur noch wenige der 200 Stühle frei. Das erwarten die Veranstalter auch für das morgige Finale, wenn die deutschen Frauen im Wembley-Stadion auf Gastgeber England treffen. Anpfiff ist um 18 Uhr, der Einlass im Schlosspark beginnt um 17 Uhr.

Hartwig sagt über den Zuschauerkreis: „Ich würde sagen, ein Drittel sind Frauen-Fußball-Fans, ein Drittel einfach Fußballfans und ein Drittel findet es wichtig, dass es dieses Angebot gibt und möchte das unterstützen.“ Bei den Events im Schlosspark seien definitiv Leute zu Fans der Frauen-Nationalmannschaft geworden, die diese vorher „gar nicht so richtig auf dem Schirm hatten“.

Er könne sich vorstellen, dass das Frauen-Public-Viewing mit einer Zuschauer-Entwicklung wie im Verlauf dieses Turniers künftig auch wirtschaftlich sein könne. Speed hatte vor der EM klar kommuniziert, dass es mit der Schaffung des Angebots auch darum gehe, ein Zeichen zu setzen. Die Agentur ist aber natürlich keine Wohltätigkeitsorganisation, sondern ein Unternehmen. Auch vor diesem Hintergrund sagt Heide Aust: „Es hat sich gelohnt.“

Wenn man unter die Veranstaltungen seit der Corona-Zeit jeweils für sich genommen einen Strich ziehe, habe ihre Agentur viele Angebote gemacht, die man in normalen Zeiten „betriebswirtschaftlich nicht machen könnte“. Auch das im vergangenen Sommer kurzfristig organisierte Public Viewing zur Männer-EM, bei dem die Corona-Auflagen unter anderem für einen hohen personellen Aufwand sorgten, sei finanziell kein großes Gewinngeschäft gewesen.

„Es geht auch darum, zu zeigen, dass wir noch am Markt sind und die Corona-Krise durchgestanden haben – es gibt genügend Agenturen, die aufgeben mussten. Wir haben gezeigt: Wir sind innovativ, wir können reagieren.“ Außerdem sei Vernetzung wichtig. Speed hat sich eine eigene LED-Wand angeschafft: für die Übertragung von Sportereignissen, aber zum Beispiel auch fürs Autokino. Das technische Equipment wird auch vermietet. In den vergangenen Wochen seien so viele neue Kontakte entstanden, es kamen auch mehrere Mietanfragen für die LED-Wand.

Und zweifelsohne sei der Fan-Kreis des Frauenfußballs gewachsen. „Wir sehen im Schlosspark viele Leute, die sagen: Mensch, das kann man sich richtig gut angucken. Das ist technisch anspruchsvoll, ohne die Schauspielerei und Zeitschinderei, die man vom Männer-Fußball kennt“, sagt Heide Aust.

Von Christopher Ziermann

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