Veranstalter wollen Ungeimpfte nicht ausschließen

Friseure im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind gegen 2G

Das Bild zeigt Bärbel Purkl, die ein Haarwaschbecken desinfiziert. Zwischen den Waschbecken ist ein Trennwand aus Plexiglas.
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Keine Chance dem Coronavirus: Hygienetechnisch nochmal aufgerüstet hat auch Bärbel Purkl, die in Bebra den Salon Haareslust betreibt.

2G oder 3G. Für Gastronomen, Friseure und Kulturveranstalter stellt sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg die Frage, wen sie einlassen wollen: Geimpfte, Genesene und auch Getestete?

Hersfeld-Rotenburg – Gibt’s den Haarschnitt, die Kinokarte und den Tisch im Lieblingsrestaurant bald nur noch für Geimpfte und Genesene? Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will Gastronomen, Veranstalter und Friseure künftig selbst entscheiden lassen, ob sie nur geimpfte und genesene Menschen bedienen. Entscheiden sie sich für diese 2G-Regelung, würden sie von Corona-Einschränkungen wie etwa Maskenpflicht und Abstandsregel befreit.

2G oder 3G? Wie sind die Reaktionen im Landkreis?

„Wir sind Gastgeber für alle Menschen“, sagt Holger Reichenauer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Waldhessen (Dehoga), der rund 100 Betriebe im Landkreis vertritt. Die Frage ob 2G oder 3G spalte unter Gastronomen die Gemüter, sagt der Restaurantleiter des Rotenburger Posthotels. „40 Prozent sind für 2G, 40 Prozent dagegen und 20 Prozent sind noch unentschlossen“, schildert Reichenauer das Stimmungsbild der Branche.

Peter Fiebig, Obermeister der Friseurinnung im Landkreis, hat zur 2G-Debatte eine klare Meinung: „Ich bin ganz klar für die 3G-Regel.“ Das sei auch die Meinung vieler anderer Friseure, wie die jüngste Vorstandssitzung der Innung ergeben habe. „Ich möchte niemanden ausgrenzen, der sich nicht impfen lassen will.“ Das komme auch aus wirtschaftlicher Sicht für viele Betriebe nicht infrage. „Niemand kann es sich leisten, einfach so auf einen Teil seiner Kundschaft zu verzichten.“

Auch Kinobetreiber sehen die Bouffier-Pläne skeptisch, über die das Corona-Kabinett Anfang kommender Woche entscheidet. „Wenn wir nur erwachsene Kunden hätten, könnte ich der 2G-Option aus pädagogischen Gründen durchaus etwas abgewinnen“, sagt Matthias Hannske vom Kinocenter Bad Hersfeld. „Aber da auch viele Kinder und Jugendliche zu uns kommen, bevorzugen wir 3G.“ Schüler hätten inzwischen spezielle Test-Hefte, die sie vorzeigen könnten, das klappe einwandfrei.

Der Chef des Bebraer Lokschuppens, Matthias Bähr, will „erst einmal abwarten, was das Corona-Kabinett wirklich beschließt und was das dann auf Kreisebene bedeutet“.

Mercedes Thiel, Geschäftsführerin des Bad Hersfelder Buchcafés, spricht sich für das 3G-Modell aus. „Es gibt ja auch Menschen, die nicht geimpft werden dürfen. Was wird aus ihnen? Wir wollen niemanden ausschließen.“ Ohnehin hätten sich die bestehenden Abstands- und Hygienekonzepte bewährt. (Sebastian Schaffner)

Aktuell kaum Einschränkungen im Landkreis

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 23,3, der niedrigsten in ganz Hessen, gelten im Kreis Hersfeld-Rotenburg derzeit kaum Corona-Beschränkungen. Die 3G-Regel gilt laut der aktuellen Allgemeinverfügung des Landkreises lediglich bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Teilnehmern. Beim Friseur, in der Innengastronomie und in Sportstätten müssen Kunden hingegen derzeit keinen Negativnachweis vorzeigen. (ses)

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