Abschied der Führungsunterstützer von Alheimer-Kaserne

Ein letztes Geschenk vor dem Abzug: Mit der Übergabe der Truppenfahne verabschiedete sich das Führungsunterstützungsbataillon 286 aus der Alheimer-Kaserne. Oberstleutnant Lando Pietsch (links) übergab sie während einer kleinen Abschiedszeremonie vor der Erinnerungswand am Kasernen-Eingang an Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Foto: Gottbehüt

Rotenburg. Eine lockere Zusammenkunft, kein militärisches Antreten - so, als würden sich Freunde  verabschieden. So verlief der endgültige Abschied der Führungsunterstützer von Rotenburg.

Nun hat das Führungsunterstützungsbataillon 286 die Alheimer-Kaserne verlassen.

An der Erinnerungsmauer vor der Kaserne trafen sich Soldaten, Vertreter der Stadt und Unterstützer, die sich für den Erhalt des Standortes einsetzen, zu einer kleinen Abschiedsfeier. Und dass dieser Abschied niemandem leichtfällt, war offensichtlich.

Lexikonwissen:

Die Kaserne im Regiowiki

Obwohl schon seit sechs Monaten gar nicht mehr Kommandeur der Führungsunterstützer, wollte Oberstleutnant Lando Pietsch beim letzten Akt unbedingt dabei sein. Mit seinem Erscheinen zur Fahnenübergabe ist ihm eine Überraschung gelungen. Denn erst tags zuvor war er aus seinem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt.

Darüber freute sich Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald ganz besonders. Ihm überreichte Pietsch als Erinnerungsstück an die Führungsunterstützer die Truppenfahne, die das Bataillon extra für die Stadt besorgt hat. Sie wird in Grunwalds Dienstzimmer einen Ehrenplatz bekommen, sagt er.

„Wir werden nun - so bitter wie das klingt - geordnet den Rückzug antreten“, sagte Pietsch. Die Soldaten hätten sich in Rotenburg sehr wohl gefühlt. „Ich habe auch in meinem Einsatz in Afghanistan regelmäßig die Berichte der HNA gelesen und genau mitbekommen, welche Anstrengungen hier für den Erhalt des Standorts unternommen worden sind“, erklärte Pietsch.

Über 1000 Menschen, die sich im Februar vor der Kaserne eingesetzt haben, und über 5000 Unterschriften gegen Steuerverschwendung seien „Zeugnis des Rückhalts in der Bevölkerung hier. Das macht uns stolz, und das gibt man nur ungern auf“.

Das unterstrich auch Bürgermeister Grunwald. „Die ernst gemeinte Sympathie, die der allergrößte Teil der Rotenburger Ihnen entgegengebracht hat - dass diese in den Herzen mitgetragen wird, ist schön zu wissen“, sagte der Rathauschef. Sein sehnlichster Wunsch sei gewesen, dass die Soldaten einfach hätten bleiben können. „Jeder weiß, dass mein Herz nicht an der Liegenschaft, sondern an den Menschen hier hängt“, sagte Grunwald.

Nun sei die Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wahrscheinlich, und was bleibe, sei eine - intern schon mal Klagemauer genannte - Erinnerungswand am Kasernen-Eingang, „die nun für uns einen Teil der Geschichte der Stadt Rotenburg symbolisiert“, wie Grunwald erklärte.

Den Soldaten gegenüber erneuerte er sein Versprechen, „alle noch mal zu einer Revivalparty einzuladen“, für deren flüssigen Teil er gerne sorgen wolle. Ein genauer Termin werde noch ausgemacht. Und ansonsten gelte: „Das Strandfest am ersten Juliwochenende ist eine Pflichtveranstaltung - aber in zivil.“

Jetzt sind nur noch Feldjäger da

Das Führungsunterstützungsbataillon 286 war der letzte große Verband, der in der Alheimer-Kaserne untergebracht war. Er wurde bereits vorigen Herbst aufgelöst. Nun ist nur noch eine Kompanie Feldjäger in der Kaserne. Die Militärpolizei soll mit ihrem Dienstkommando bis Ende des Jahres nach Fritzlar umziehen.

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