Kommunen können auf bewährte Kräfte bauen

Für die Bundestagswahl stehen in Hersfeld-Rotenburg ausreichend Wahlhelfer bereit

Das Bild zeigt zwei Männer, die eine gelbe Mülltonne mit zahlreichen Wahlscheinen auf einen Tisch auskippen.
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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg scheinen ausreichend ehrenamtliche Wahlhelfer zur Verfügung zu stehen. Das Bild ist ein Symbolbild.

In vielen Kommunen werden für die Bundestagswahl noch Wahlhelfer gesucht. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg scheinen jedoch ausreichend Ehrenamtliche zur Verfügung zu stehen.

Hersfeld-Rotenburg – Auch die aufwendige und anstrengende Kommunalwahl im März hat offenbar ehrenamtliche Wahlhelfer nicht von ihrem Einsatz für die Demokratie abgehalten: Es gibt auch zur Bundestagswahl am 26. September keinen akuten Personalmangel in den Wahlvorständen. Das zeigt eine stichprobenartige Abfrage in den Kommunen.

Praktisch alle können auf einen festen Stamm zurückgreifen. Aber Corona spielt auch hier eine Rolle: „Einzelnen, oftmals älteren Wahlhelfern ist das dauerhafte Tragen einer FFP-2- oder OP-Maske über einen mehrstündigen Einsatz im Wahllokal nicht möglich“, sagt etwa Heringens Wahlleiter Kai Adam. In Heringen werden pro Wahl etwa 100 Helfer benötigt. Versucht wird deshalb zum Beispiel in Bad Hersfeld, eher jüngere Wahlhelfer einzusetzen. Allein in der Kreisstadt mit ihren 32 Wahlbezirken werden 256 Helfer benötigt, berichtet Wahlleiter Fabian Claus. Dieser Stamm setzt sich aus Verwaltungsmitarbeitern und Mitgliedern der städtischen Gremien zusammen. Auch in Bebra engagieren sich vor allem ehrenamtliche Mandatsträger, berichtet Wahlleiterin Isabel Steinbach. 188 Helferinnen und Helfer werden dort pro Wahl benötigt. Ortsbeiräte reichten beim Wahlamt auch Helferlisten ein. Dass sich einzelne Bürger freiwillige melden, sei eher die Ausnahme, stellt Steinbach fest. Sie freut sich über ein „äußerst zuverlässiges“ Stammpersonal. Die Zahl der Briefwahlbezirke ist in Bebra von sieben auf neun erhöht worden.

Zuverlässige und einsatzfreudige Wahlhelfer sind auch in Rotenburg bei jeder Wahl dabei, berichtet Stadtsprecherin Annika Ludwig. Absagen gebe es tatsächlich nur in Notfällen. Deshalb sei auch das rechtlich mögliche Instrument einer Geldbuße noch nie eingesetzt worden. Heringes Wahlleiter Kai Adam sieht eine Sanktion auch als schlechtes Signal an. Derartige Ehrenämter sollten freiwillig ausgeübt werden.

Ein Ehrenamt, das verpflichtet

Wahlhelferinnen und -helfer sind ehrenamtlich tätig und werden in den Wahlvorständen eingesetzt. Sie sorgen für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl. Sie überprüfen die Wahlberechtigung aufgrund des Wählerverzeichnisses und vermerken die Teilnahme. Sie geben Stimmzettel aus und die Wahlurne frei für den Einwurf. Am Ende des Wahltages ermitteln sie das Ergebnis. Bürger sind zur Mithilfe bei Wahlen verpflichtet. Sie bekommen laut Kreiswahlleiterin Andrea Möller eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro pro Tag, die Wahlvorstandsvorsitzenden erhalten 35 Euro.

In Alheim helfen auch Abiturienten

Zur Bundestagswahl im September haben die Kommunen aktuell keine Probleme, eine ausreichende Zahl von Wahlhelfern zu rekrutieren. Das bestätigt auch Kreiswahlleiterin Andrea Möller aus dem Werra-Meißner-Kreis. Der ist federführend bei dieser Wahl im gemeinsamen Wahlkreis. Bei ihr seien keine entsprechenden Meldungen eingegangen.

In der Gemeinde Friedewald werden 48 Wahlhelfer benötigt, die in zwei Schichten eingesetzt werden. In einer Kartei mit Namen von potenziellen Wahlhelfern befinden sich 150 Namen, erklärte Bürgermeister Dirk Noll. Dennoch werde es in kleinen Ortsteilen zunehmend schwerer, die Vorstände zu besetzen.

Einen neuen Weg neben den bewährten Arten zur Rekrutierung hat die Gemeinde Alheim gefunden: In den Briefwahlvorständen werden neben den erfahrenen Wahlhelfern auch Abiturienten beziehungsweise Oberstufenschüler eingesetzt. „Die haben sich ganz riesig gefreut, dass sie helfen durften, und fanden die Arbeit spannend“, berichtet Katharina Weller von der Gemeindewahlleitung. Es seien am Rande gute Gespräche, zum Beispiel über politische Willensbildung, geführt worden. „Außer bei der Kommunalwahl. Da blieb wegen der vielen Briefwahlunterlagen kaum Zeit zum Reden“, sagt Weller.

Die Idee, Schüler einzubinden, ist von Gemeindevertretungsvorsitzendem Marc Heinzerling gekommen. Er ist auch Oberstufenleiter an der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg. Im Übrigen sind die Alheimer Ortsvorsteher eng ins Wahlgeschehen eingebunden und suchen sich in der Regel ihre Wahlhelferteams selbst. Auch Fraktionen benennen Menschen, die in der Regel in Briefwahlvorständen eingesetzt werden. Absagen gibt es deshalb kaum, sagt Weller.

Ähnlich erlebt es auch Heringens Wahlleiter Kai Adam: „Da wir im Vorfeld über die Parteien, Wählergruppen sowie Ortsbeiräte entsprechende Nominierungen einholen und bereits durch diese Gruppierungen abzuklären ist, ob die genannten Personen an dem Wahltag das Wahlehrenamt ausüben können, erhalten wir nur vereinzelte Absagen“, stellt er fest. Die Wahlen können kommen. (Silke Schäfer-Marg)

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