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Fulda-Ufer: Arbeiten für Stadtumbau in Rotenburg beginnen 2023

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Von: Christopher Ziermann

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Blick auf die Freitreppe: So soll das Fulda-Ufer nach der Umgestaltung aussehen. Von Sitzgelegenheiten auf Höhe des Restaurants Bacco blickt man auf die große Freitreppe vor der ehemaligen Hafenbar.
Blick auf die Freitreppe: So soll das Fulda-Ufer nach der Umgestaltung aussehen. Von Sitzgelegenheiten auf Höhe des Restaurants Bacco blickt man auf die große Freitreppe vor der ehemaligen Hafenbar. © BBZ Landschaftsarchitekten

Das Rotenburger Fulda-Ufer bekommt ein ganz neues Gesicht. Die Planungen für den Stadtumbau wurden ausgeweitet, allerdings verschiebt sich der Baustart auf 2023.

Rotenburg – Das Berliner Unternehmen BBZ Landschaftsarchitekten hat am Donnerstag die Stadtverordneten über den aktuellen Planungsstand informiert. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Skatepark unter der Brücke der Städtepartnerschaften und die Reaktivierung eines Altarms der Fulda am Wehr vorbei.Außerdem ist die von Bürgern gewünschte Hundebadestelle nun Bestandteil des Konzepts – das sich aber nach wie vor in Details noch ändern kann, wie BBZ-Geschäftsführer Timo Herrmann betonte.

Der ursprünglich für dieses Jahr anvisierte Baustart verschiebt sich allerdings auf 2023. „Es sind umfangreiche Abstimmungen mit zahlreichen Behörden wie Hessen Mobil, dem Wasser- und Schifffahrtsamt und Naturschutz nötig“, erklärt Torben Schäfer, Geschäftsführer der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft (MER). Außerdem liege zum Beispiel in der Fulda ein Telekom-Kabel, das erst noch lokalisiert werden müsse.

Größte Neuerung ist bekanntlich die Freitreppe am Neustadt-Ufer vor der ehemaligen Gaststätte Hafenbar, die einen neuen Besitzer hat. Der Abstand der Treppe zur Alten Fuldabrücke vergrößert sich im Vergleich zur Ursprungs-planung, damit der Blick auf die Fachwerkfassade nicht durch die Insel versperrt wird. Die Stufen sollen eine Höhe von 45 Zentimetern haben, mit Laufstufen im mittleren Bereich. Die Treppe mündet in ein Uferpodest, das auch barrierefrei für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen erreichbar ist. Direkt vor der Treppe ist Platz für die Außengastronomie des neuen Besitzers der Hafenbar.

Aufenthaltsplatz mit Skater-Anlage unter der neuen Fuldabrücke

Im Bereich unter der Brücke der Städtepartnerschaften ist ein Aufenthaltsplatz vorgesehen, der insbesondere für Jugendliche gedacht ist. Dort soll eine Skater-Anlage entstehen. Auch ein neuer Kiosk mit Toiletten bekommt hier seinen Standort, mit Ausleihmöglichkeiten für Stand-Up-Paddles und Kanus. Des Weiteren ist an diesem Ort auch die Hundebadestelle geplant sowie ein Schwalbenhaus. Vor der Mikwe entsteht ein Kinderspielplatz, der mit Sand und Holz gestaltet wird.

Vor der Mikwe, dem jüdischen Museum, in Rotenburg ist unter der Brücke eine Skater-Anlage geplant.
Vor der Mikwe, dem jüdischen Museum, in Rotenburg ist unter der Brücke eine Skater-Anlage geplant. © Christopher Ziermann

Stark verändern wird sich auch das Gesicht des Neustädter Platzes vor dem Neustadt-Eckchen. Die dortigen Parkplätze weichen für Außengastronomie und Fahrradständer. Hier sollen auch neue Bäume gepflanzt werden. Der „Imbiss zur Alten Fuldabrücke“, das betonte Herrmann erneut, bleibt erhalten, wird aber einige Meter nach hinten versetzt. Auf dem Platz werden auch Leitungen für Strom und Wasser verlegt, die bei Festen genutzt werden können. Die Fläche wird mit verschiedenen Arten von Naturstein neu gepflastert.

Das Altstadt-Ufer bleibt „landschaftlicher und ruhiger“, erklärte der BBZ-Geschäftsführer. Unter anderem wird zum Schutz der Tiere gänzlich auf Beleuchtungselemente verzichtet. Die Baumreihe, die flussabwärts der Neuen Fuldabrücke vor ein paar Jahren gepflanzt wurde, wird noch ausgebaut. Die große Holzterrasse des Restaurants Bacco bleibt erhalten. Außerdem gebe es für den Gastronom die Möglichkeit, davor einen Strand anzulegen. Zwischen Holzterrasse und Fulda – auch das ist neu – sind nun ebenfalls Sitzstufen als Aufenthaltsmöglichkeit Teil des Konzepts.

Fulda-Altarm unterhalb des Wehres soll reaktiviert werden

Das Unternehmen BBZ arbeitet bei der Konkretisierung der Umgestaltung des Fulda-Ufers eng mit der MER und dem Rotenburger Rathaus zusammen. Von Christian Offer, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, und dem Wasserbau-Experten Heinrich Wacker kam zum Beispiel die Anregung, unterhalb des Wehres einen Altarm der Fulda zu reaktivieren. Um diesen zu speisen, wird ein Gerinne, also ein kleiner künstlich angelegter Wasserlauf, mit Pflastersteinen am Wehr vorbei ausgebaut, um auch bei niedrigem Pegel diesen Bereich im Sommer mit Wasser zu versorgen. Er ist als Spielbereich für Kinder gedacht. Damit genügend Wasser fließt, sind noch Details zu klären. Das Gerinne mündet direkt unterhalb der Alten Fuldabrücke in den Altarm.

Hier entsteht ein Gerinne, das einen reaktivierten Altarm der Fulda speisen soll, der direkt unter der Brücke beginnt.
Hier entsteht ein Gerinne, das einen reaktivierten Altarm der Fulda speisen soll, der direkt unter der Brücke beginnt. © Christopher Ziermann

Die Kosten von 5,5 Millionen Euro werden laut MER-Geschäftsführer Schäfer mit Geld aus dem Stadtumbau gedeckt – zwei Drittel stammen aus Förderprogrammen. Diesen Anteil will die MER mit der Bewerbung bei einem weiteren Förderprogramm ausbauen. Dann wäre mehr Geld für andere Projekte in der Innenstadt übrig. Dem Wettbewerb der Planungsbüros waren Investitionen von 1,75 Millionen Euro zugrunde gelegt worden – der Betrag diente aber schon damals nur als eine Orientierung. Die Bauvorhaben sind seither stark ausgeweitet worden. (Christopher Ziermann)

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