Fußballschule von Real Madrid: Nachwuchs-Ronaldos trainieren in Rotenburg

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Hala Madrid: Den Schlachtruf des Rekordmeisters probten die Kinder, hier mit Trainer Dominic Reinold, nach jeder Trainingsstation.

Rotenburg. Die wichtigste Regel nennt Dominic Reinold seinen Schützlingen noch vor der ersten Ballberührung: „Wer diskutiert, verliert!"

Diskutieren, hadern, meckern - das will der Trainer der Real-Madrid-Fußballschule auf keinen Fall sehen. Fünf Tage lang, noch bis Freitag dieser Woche, sind Reinold, Checoach Michael Dämgen und drei weitere Trainer auf dem Wittich in Rotenburg und vermitteln 86 Kindern nicht nur Fertigkeiten am Ball und Spaß, sondern auch „soziales Verhalten“. Das betont Cheftrainer Dämgen, früher selbst Fußballprofi unter anderem bei Bayer Uerdingen. „Das sind die Werte, die Real Madrid vorlebt“, erklärt Dämgen. „Es geht um Respekt, um Disziplin. Darum, dass der stärkere Fußballer dem schwächeren hilft.“

All das klappt vorzüglich, wie der Ex-Profi findet. Übungen zur Ballbehandlung, taktische Kniffe und natürlich auch das Spiel als solches stehen auf dem Programm. Übungen ohne Ball gibt es nicht. Wer am Ende auf sich aufmerksam macht - durch Leistung und auch durch soziales Verhalten -, der kann an einem regionalen Auswahlcamp teilnehmen.

Natürlich dabei: „Cristiano Ronaldo“ und „Gareth Bale“.

Mit Feuereifer sind die Jungen und Mädchen bei der Sache. Die kleinen Ronaldos und Bales, Benzemas und Kroos’, James’ und Sergio Ramos’, sie kommen nicht nur aus Rotenburg und Bebra, sondern aus dem Raum Bad Hersfeld und aus Thüringen. Auch Jungen aus Kassel und Berlin haben den Weg an den Wittich gefunden, weiß Dirk Müller vom SV Rotenburg. Er hatte den Kontakt zur Real Madrid Clinics, der offiziellen Stiftung des spanischen Vorzeigeklubs in Deutschland, aufgenommen. Michael Dämgen lobt Müllers Engagement und Organisation.

Und freut sich, dass Dirk Müller und zwei weitere Jugendtrainer des SVR die Chance nutzen, mit den Trainern der Fußballschule zusammen die Jungen und Mädchen zwischen sechs und 13 anzuleiten: „Davon haben doch auch die Trainer etwas“, meint Dämgen.

Punkt zwölf Uhr sind die Übungen zunächst beendet. Mittagessenszeit. Gekocht haben die Mitarbeiter des Jugendhofs Hersfeld-Rotenburg - nach Anregungen aus der Fußballschule übrigens. An der Tomatensoße ist keine Sahne, Rohkost steht auf dem Speiseplan - gesunde Ernährung ist für die Nachwuchssportler gefragt.

Bälle zusammenlegen 

Das Spiel im Blick: Michael Dämgen, ehemaliger Bundesliga-Profi und Chefcoach im Camp, mit seinen Schützlingen.

Die sollen übrigens auch nicht alle auf einmal zum Essen stürzen. „Erst die, die Ronaldo und Bale auf dem Trikot stehen haben“, ordnet Michael Dämgen an. Das sind die Jüngeren.

Zuvor werden die Hütchen auf dem Rasen zusammengestellt, die Bälle eingesammelt und nebeneinander gelegt. Erst dann ist Pause. Disziplin muss sein. Das will Real Madrid vorleben.

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