Mit Beginn der Winterzeit

Gefahr von Wildunfällen steigt: Polizei mahnt Autofahrer zu besonderer Vorsicht

Wildwechsel: Zu dieser Jahreszeit ist besondere Vorsicht gefragt.
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Vor allem in der Abenddämmerung und im Morgengrauen besteht erhöhte Wildwechselgefahr, die Gefahr von Unfällen steigt. In der dunklen Jahreszeit ist daher beim Autofahren besondere Vorsicht gefragt.

Mit Beginn der Zeitumstellung fällt die Hauptverkehrszeit häufig in die Dämmerung. Dadurch steigt auch die Gefahr von Wildunfällen, die Tiere sind zu dieser Zeit besonders aktiv.

Hersfeld-Rotenburg - Wenn an diesem Wochenende die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt werden und die Winterzeit beginnt, hat das auch Auswirkungen für Autofahrer im Kreis. Weil es morgens früher hell und abends früher dunkel wird, fällt die Hauptverkehrszeit in die Dämmerung. Damit steigt die Gefahr, dass ein Reh oder ein anderes Wildtier plötzlich auf der Straße steht – die Tiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Autofahrer sollten daher besonders aufpassen, mahnt die Polizei.

In jeden vierten Verkehrsunfall ist ein Wildtier verwickelt – so die Bilanz aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt gab es 2019 in Osthessen 3043 Wildunfälle – 156 mehr als im Jahr zuvor. Auch 2020 liege die Zahl im unteren vierstelligen Bereich, teilt das Polizeipräsidium Osthessen auf Anfrage mit.

„Draufhalten, wenn sich ein Zusammenprall nicht vermeiden lässt“

„Wildwechsel-Warnschilder stehen nicht ohne Grund“, betont Wilfried Marchewka, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hersfeld. Vor allem an Waldstücken komme es häufig vor, dass Wildtiere über die Straße laufen. An erster Stelle stehe: die Geschwindigkeit reduzieren. Wer mit 80 statt 100 Stundenkilometern fahre, verkürze den Anhalteweg bereits um 25 Meter. Außerdem komme ein Tier selten allein, warnt Uwe Adam, Zweiter Vorsitzender der Jägervereinigung Rotenburg. Hat also etwa ein Reh gerade die Straße überquert, sei die Gefahr nicht vorüber und die Wahrscheinlichkeit hoch, dass weitere Tiere folgen.

Steht das Wild bereits auf der Fahrbahn, sollten Autofahrer sofort abbremsen, hupen und das Fernlicht ausschalten, da das Tier sonst geblendet im Lichtkegel stehen bleibe. Wenn sich ein Zusammenprall nicht vermeiden lässt: „Immer draufhalten, nicht ausweichen und das Lenkrad gerade halten“, rät Uwe Adam. So könnten wenigstens Personenschäden vermieden werden. Ist ein Wildtier verletzt, muss zudem die Polizei verständigt werden.

Zum richtigen Verhalten nach Wildunfällen gibt es auch einen Ratgeberfilm des Landesjagdverbands, der Polizei Mittelhessen, des ADAC Hessen-Thüringen und des Jagdverein Hubertus. Er ist auf dem Youtube-Kanal des ADAC Hessen-Thüringen zu finden.

Von Lea-Sophie Mollus

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