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Sechsstelliger Spenden-Betrag für Lispenhausen

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Von: Christopher Ziermann

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Vor allem der Verkauf des Vereinsheims „Sängers Einkehr“ hat dafür gesorgt, dass der aufgelöste Eisenbahnerchor Lispenhausen noch ein Vermögen in sechsstelliger Höhe hat.
Vor allem der Verkauf des Vereinsheims „Sängers Einkehr“ hat dafür gesorgt, dass der aufgelöste Eisenbahnerchor Lispenhausen noch ein Vermögen in sechsstelliger Höhe hat. © Herbert Vöckel

Geld soll für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt werden

Lispenhausen – Die bedauernswerte Auflösung des Eisenbahnerchores 1891 Lispenhausen hat für die Dorfgemeinschaft einen unverhofften Geldsegen zur Folge. Der Verein hat sich in seiner Satzung dazu verpflichtet, sein Vermögen im Falle einer Vereinsauflösung für soziale und gemeinnützige Zwecke im größten Rotenburger Ortsteil zu verwenden. Vor allem durch den Verkauf des Vereinsheims handelt es sich dabei um einen „niedrigen sechsstelligen Betrag“, teilen die beiden Liquidatoren Hans Wagner und Andreas Behrens nun mit.

Hans Wagner Liquidator Eisenbahnerchor
Hans Wagner Liquidator Eisenbahnerchor © Schäfer-Marg, Silke

Zuletzt war im Vereinsheim „Sängers Einkehr“ in der Schulstraße vor Beginn der Corona-Pandemie geprobt worden. Danach kam das Vereinsleben trotz einiger Versuche nicht wieder in Gang. In ihrer letztjährigen Jahreshauptversammlung traf der Verein deshalb schweren Herzens die Entscheidung, sich mit Wirkung zum 30. Juni 2022 aufzulösen.

Derzeit läuft das Liquidationsjahr. Die Liquidatoren Hans Wagner und Andreas Behrens sind nun damit beschäftigt, den Verein abzuwickeln. Dabei war die Verwertung des vereinseigenen Heims der Hauptanteil der Abwicklung. Ein Käufer ist bereits gefunden, die Immobilie ist übergeben. Sie gehört nun der Firma VTW Immo GmbH des Heinebachers Tim Simons.

Simons gehörte schon zuvor das benachbarte Haus, in dem früher die Schreinerei Engel beheimatet war. Es wird derzeit als Lagerhalle genutzt. Im Sängerheim ist die Bar noch vorhanden und soll auch erst mal bleiben. Das Inventar wie Stühle und Tische haben andere Lispenhäuser Vereine übernommen. Simons möchte eigene Stühle und Tische aufstellen und die Räume zunächst zum Beispiel für Feiern oder Gruppenaktivitäten vermieten, sagt er unserer Zeitung. Eine Gruppe von Lispenhäuser Eltern will das Sängerheim zum Beispiel demnächst regelmäßig nutzen. Langfristig will Simons beide Liegenschaften zusammenlegen und auch Wohnraum schaffen. „Die Pläne dafür sind aber noch nicht ganz ausgereift“, sagt er.

Nach dem Verkauf des Vereinsheims, der Auflösung aller Verbindlichkeiten und allen Inventars hat der Verein nun ein Barvermögen, das er ab Ende Juli 2023 für soziale Zwecke verwenden muss. Die Liquidatoren Wagner und Behrens bitten dafür explizit um nachhaltige Vorschläge der bisherigen Mitglieder des Vereins und weiterer Einwohner Lispenhausens. Auch mit dem Ortsbeirat und dem Magistrat der Stadt will man nun ins Gespräch kommen, Vorschläge sollen aber auch aus der Bevölkerung heraus kommen.

„Wir wünschen uns etwas Nachhaltiges. Am liebsten etwas Bauliches, das wirklich der Allgemeinheit dient. Ich zerbreche mir schon den Kopf, aber bisher ist mir noch nichts eingefallen“, sagt Hans Wagner. Es könne zum Beispiel so etwas wie ein Wassertretbecken sein – dann müssten aber auch Folgekosten und Wartung berücksichtigt werden. „Also am besten etwas Wartungsfreies“, sagt Wagner.

(Christopher Ziermann)

Foto: Silke Schäfer-Marg/Ar

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