Projekt könnte auf der Kippe stehen

Gemeinde Alheim sorgt sich um Windpark bei Licherode

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Windkraft am Rehkopf: Zwischen Licherode im Nordwesten, Oberellenbach und Sterkelshausen im Nordosten sowie Ludwigseck im Südosten wäre im Windfeld HEF 011 voraussichtlich Platz für neun 200 Meter hohe Windräder. 

Alheim. Der mögliche Windpark am Rehkopf bei Licherode bereitet Sorgen: Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke befürchtet, dass die Gemeinde keinen Einfluss darauf haben wird, wer bauen wird.

Auch eine Bürgerbeteiligung an dem mutmaßlich 50 Millionen Euro teuren Projekt mit voraussichtlich neun Windrädern könnte auf der Kippe stehen.

Das ergibt sich nach Ansicht Lüdtkes daraus, dass die Landeswaldbehörde Hessen Forst, die das gesamte Gebiet der fraglichen Windkraftvorrangfläche HEF 011 besitzt, ein breit gefächertes Bieterverfahren angestoßen hat. Nach Informationen Lüdtkes wurden etwa 90 Investoren und Windenergiebetreiber angeschrieben, um den für Hessen Forst bestmöglichen Ertrag aus einem Windfeld am Rehkopf zu ziehen.

Das entspreche den Vorgaben des Hessischen Rechnungshofs, habe Hessen Forst auf Anfrage der Gemeinde „lapidar erklärt“, heißt es in einem Antrag, über den die Gemeindevertretung am morgigen Dienstag abstimmen soll.

Gemeinde will Beteiligung

Erhält Lüdtkes Vorschlag eine Mehrheit, wird das Vorgehen von Hessen Forst verurteilt, weil Ziele wie eine hohe Bürgerbeteiligung und eine finanzielle Stärkung der Kommune in dem Bieterverfahren nicht ausreichend gewürdigt würden. Die Gemeinde will an der Entscheidung, wer die Windkraftanlagen am Rehkopf bauen darf, beteiligt werden.

Im Februar war die Gemeinde eine Kooperation mit der Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) eingegangen, um das Windfeld gemeinsam zu entwickeln. In dem Vertrag ist auch festgeschrieben, dass Bürger eine Möglichkeit zur finanziellen Beteiligung an dem Windpark erhalten müssen und regionale Partner bei der Wertschöpfung berücksichtigt werden.

Das Problem: In der aktuell gültigen Fassung des Teilregionalplans Energie umfasst das Windfeld HEF 011 im Dreieck von Oberellenbach, Licherode und Ludwigseck keine Flächen, die der Gemeinde Alheim gehören. Deshalb ist sie bei der Vergabe zunächst außen vor.

Bürgerhaus zur Not als Flüchtlingsunterkunft

Die Gemeindevertretung Alheim diskutiert bei ihrer Sitzung am morgigen Dienstag, 3. November, auch über die Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde. Die Versammlung im Bürgerhaus Baumbach beginnt um 19.30 Uhr.

Die Gemeindevertreter sollen schon jetzt vorsorglich beschließen, dass Asylbewerber in einer Notsituation vorübergehend in Bürger- und Dorfgemeinschaftshäusern untergebracht werden können. Bislang leben in Alheim allerdings keine Flüchtlinge. Außerdem sollen günstige KfW-Kredite aufgenommen werden, um sanierungsbedürftige Wohngebäude, die der Gemeinde gehören, für die Unterbringung von Flüchtlingen herzurichten.

Weitere Punkte auf der umfangreichen Tagesordnung beschäftigen sich mit der Dorferneuerung, Förderprogrammen, dem Breitbandausbau und der Sperrung des Wirtschaftswegs Kuttendelle.

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