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Gemeinsame Forderungen der „AG Wolf in Hessen“: Akkreditierung des Senckenberg-Labors gehört dazu

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Von: Christopher Ziermann

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Wölfe beschäftigen die hessischen Behörden auch weiterhin. Unser Bild entstand im Wildpark Knüll.
Wölfe beschäftigen die hessischen Behörden auch weiterhin. Unser Bild entstand im Wildpark Knüll. © Carolin Eberth

Die „Arbeitsgruppe Wolf in Hessen“ hat bei ihrem jüngsten Treffen in Gießen gemeinsame Empfehlungen und Forderungen formuliert.

Gießen/Nordhessen – In diesem Gremium kommen Vertreter aus 35 Verbänden aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tierschutz und von Behörden zusammen. Die Tierhalter hatten in den zurückliegenden Jahren immer wieder moniert, beim Vorgehen des Hessischen Umweltministeriums zum Wolf nicht genügend eingebunden zu werden.

Nun gibt es mehrere Punkte, bei denen Einigkeit herrscht. Das teilt das Hessische Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit. Die sogenannten Präventionsgebiete sollen in Hessen abgeschafft werden. So werden in Hessen bislang bei Fördermitteln für Tierhalter Unterschiede gemacht – je nachdem, ob es bereits Übergriffe auf Nutztiere gegeben hat oder nicht. Die Kritik, dass erst reagiert wird, wenn bereits etwas passiert ist, gibt es, seit es die Richtlinie gibt.

Ein weiteres Problem ist ebenfalls schon seit mehreren Jahren die Kommunikation. Die AG Wolf, die das zweite Mal seit ihrer Gründung getagt hat, möchte nun eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit machen und mit einer Stimme sprechen – auch gegenüber dem Hessischen Umweltministerium, dem die Behörden-Vertreter der AG, zum Beispiel von Hessen Forst, dem HLNUG und dem Landesbetrieb Landwirtschaft (LLH), selbst untergeordnet sind.

Ein Kritikpunkt von Jägern und Weidetierhaltern ist auch das Senckenberg-Labor, das in ganz Deutschland für die Auswertung von Wolfs-DNA-Proben ist. Diese Ergebnisse werden immer wieder angezweifelt, Jäger und Tierhalter monieren fehlende Transparenz. Die AG Wolf fordert nun die Akkreditierung des Labors.

Außerdem fordert die AG Wolf die Ausweitung des Wolfsmonitorings und eine Vereinfachung der landwirtschaftlichen Förderung. Diesbezüglich hatte es erst zuletzt wieder Kritik des Hessischen Verbandes für Schafzucht und -haltung und des Bundesverbandes der Berufsschäfer an der überarbeiteten Weidetierschutz-Richtlinie des Hessischen Umweltministeriums gegeben – unsere Zeitung berichtete.

Und schließlich hat sich die Arbeitsgruppe auch noch auf eine weitere Forderung geeinigt, die eine Voraussetzung dafür wäre, dass es eine klarere Vorgehensweise bei möglichen Abschüssen geben kann: Im Bundesnaturschutzgesetz werden dafür hohe Vorgaben gemacht, die aber nicht spezifiziert sind. Als Voraussetzung für einen Abschuss gilt zum Beispiel, dass zuvor bei Wolfsübergriffen auf Nutztiere der „zumutbare Herdenschutz“ erfüllt gewesen sein muss. Wie genau dieser aussieht, wie also die Zäune aussehen müssen, lässt das Gesetz offen. Die AG Wolf fordert nun eine Definition.

„Das Treffen verlief äußerst konstruktiv und es kann als großer Erfolg der Arbeit in der AG und den Unterarbeitsgruppen gewertet werden, dass man zu so einer einvernehmlichen Einigung gekommen ist“, sagt Franziska Vogt, Pressesprecherin des HLNUG. Eingeladen hatte HLNUG-Präsident Thomas Schmid. Auch er hebt die Zusammenarbeit hervor. „Nur gemeinsam finden wir gute Lösungen, die für alle akzeptabel sind, und können so die Rückkehr des Wolfes nach Hessen ohne größere Konflikte gestalten.“

Die Empfehlungen der AG Wolf würden nun auf ihre Umsetzbarkeit überprüft, so Schmid. (Christopher Ziermann)

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