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Interview: Jutta Bämpfer erzählt über das neue Bornschisser-Theaterstück

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Von: Susanne Kanngieser

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Sie geben gute Tipps: Im Regie-Team der Bornschisser-Sage sind (von links) Souffleuse Birgit Ackermann, Regieassistent Martin Rump, Autorin und Regisseurin Jutta Bämpfer sowie Inspizientin Corinna Bengsch. Das Team koordiniert den gesamten künstlerischen und technischen Ablauf der Bühnenaufführung und ist Bindeglied zwischen Kunst und Technik.
Sie geben gute Tipps: Im Regie-Team der Bornschisser-Sage sind (von links) Souffleuse Birgit Ackermann, Regieassistent Martin Rump, Autorin und Regisseurin Jutta Bämpfer sowie Inspizientin Corinna Bengsch. Das Team koordiniert den gesamten künstlerischen und technischen Ablauf der Bühnenaufführung und ist Bindeglied zwischen Kunst und Technik. © Susanne Kanngieser

Premiere ist am 25. Juni, weitere Aufführungen sind am 26. und 27. Juni 2023

Rotenburg – Das Jahr 2023 soll das Jahr der „Bornschisser-Sage“ sein. Uraufgeführt wird das Stück aus der Feder von Jutta Bämpfer am 25. Juni im Bürger- und Tourismuszentrum Rotenburg. Der Vorverkauf läuft, die Akteure sind im Bornschisser-Modus und freuen sich auf die Premiere im Juni. Susanne Kanngieser sprach mit der Autorin und Regisseurin Jutta Bämpfer.

Was fasziniert Sie als Autorin so an der Stadtsage?

Mich fasziniert der Einfallsreichtum der damaligen Protagonisten und es erinnert mich an viele berühmte Überlieferungen wie die Schildbürgerstreiche oder den Meistertrunk aus Rothenburg ob der Tauber.

Was hat Sie motiviert, basierend auf der Stadtsage ein Theaterstück zu schreiben?

Die Geschichte hat meine Fantasie sehr bewegt. Ich wollte mehr wissen über die Zeit, die Menschen und ihre Lebensumstände. Leider wurden die Informationen auch nach vielen historischen Recherchen nicht detaillierter. So entstanden die fiktiven Charaktere und ihre Geschichte vorerst nur als Erzählung. Ich habe sie meiner Familie und Freunden zum Lesen gegeben. Die waren begeistert. Nach vielen Aufforderungen habe ich dann das Theaterstück von den Bornschissern geschrieben.

Die Proben laufen zurzeit auf Hochtouren. Die Stimmung ist gut. War das immer so?

Ich habe dieses Mammutprojekt anfangs unterschätzt. Es gab in den knapp drei Jahren mit Corona, Online-Dialogproben und vielen Unsicherheiten einige Höhen und Tiefen. Eine Inszenierung in einer solchen Größenordnung erfordert viel Erfahrungen im Theaterbetrieb. In meiner Euphorie bin ich vielleicht anfangs zu naiv an die Sache herangegangen. Die Realität hat mich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich habe einen Qualitätsstandard für mein Tun und Handeln aufgestellt und erkannt, dass Planungssicherheit die größte Absicherung für den Erfolg des Projektes und der Beteiligten bedeutet. Ich habe fachlich dazugelernt, indem ich Seminare für Amateurtheater und Regie besucht habe. Die größte positive Entwicklung jedoch erlebe ich in und mit dem heutigen Ensemble, das so engagiert und mit viel Spaß dabei ist.

Wer wirkt bei den Bornschissern mit?

Alle Beteiligten haben Beruf und Familien. Dass sie ihr begrenztes Zeitlimit noch in ein Amateurtheater investieren, davor ziehe ich meinen Hut. Ich bin dankbar für die Unterstützung jedes Einzelnen. Ich glaube, dass wir vieles richtig machen. Denn obwohl unsere Aufführungstermine noch in der Zukunft liegen, laufen Probenbetrieb und unsere Werkstätten auf vollen Touren.

Was motiviert die Mitwirkenden am Theaterprojekt?

Ich vermute, dass es unsere Geschichte selbst ist. Denn viele sind bei uns geblieben, nachdem sie das Theaterstück gelesen haben und berührt von der Geschichte waren. Wir sind zusammengewachsen, feinfühliger im Umgang und offener für Ideen geworden. Es ist, als würde der Bornschisser-Spirit auf alle Beteiligten überspringen.

Was wünschen Sie sich für das Theaterprojekt?

Weiterhin viel Spaß, Erfolgserlebnisse und eine inspirierende Zeit vor den Aufführungen. Wir freuen uns auch über Unterstützer beziehungsweise Sponsoren, die ein regionales und vielversprechendes Projekt fördern möchten. Von der Öffentlichkeit würde ich mir ein größeres Bewusstsein wünschen, dass hier ein Projekt von Rotenburgern mit Rotenburgern für Rotenburger umgesetzt wird. Denn es geht im Kern um unsere ureigene Stadtgeschichte. Ich wünsche mir auch hier einen unterstützenden Bornschisser-Spirit. Und natürlich sollen es drei erfolgreiche Aufführungen werden, nach denen das Ensemble für ihren langen und intensiven Einsatz vom Publikum mit viel Applaus belohnt wird.

Was könnte nach den Aufführungen kommen?

Man könnte viele Ideen für den Fremdenverkehr entwickeln und nachhaltig Projekte inszenieren. Eine Ausstellung im Kreisheimatmuseum, Stadtführungen zu den Orten der Bornschisser vielleicht. Viele Städte machen – inspiriert von einem Theaterstück – aus ihrer eigenen Chronologie ein Marketing-Instrument.

Im Bornschisser-Modus: Die Darsteller und die „helfenden Hände“ proben zurzeit auf hohem Niveau und freuen sich auf die Premiere und Uraufführung am 25. Juni.
Im Bornschisser-Modus: Die Darsteller und die „helfenden Hände“ proben zurzeit auf hohem Niveau und freuen sich auf die Premiere und Uraufführung am 25. Juni. © Kanngieser, Susanne

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